3.06.2010

Land Sachsen muss sparen und will sich keine freie Software leisten

Schlappe 9.334.670,24 Euro gibt die säch­si­sche Staats­ver­wal­tung jähr­lich für Soft­ware­li­zen­zen aus. Hinzu kom­men 4.309.183,72 Euro für de­ren Sup­port. Im kras­sen Ge­gen­satz dazu wer­den le­dig­lich 6.216 Li­zen­zen von "FLOSS-​​Betriebssystemen" (Free/​Libre Open Source Soft­ware) ein­ge­setzt.
Hieß es nicht, dass in al­len Be­rei­chen 20% Kos­ten ein­ge­spart wer­den müs­sen? In Kin­der­gär­ten, Hoch­schu­len und bei den Soft­ware­li­zen­zen nicht? Die schritt­weise Mi­gra­tion vom pro­prie­tä­rer Soft­ware zu FLOSS ist, ne­ben dem Fest­hal­ten an ver­al­te­ter Soft­ware, der ein­zige Weg, um an die­sen Kos­ten zu rüt­teln.
Die vor­ge­stell­ten Zah­len fin­den sich alle im Ant­wort­schrei­ben der Säch­si­schen Staaats­re­gie­rung auf die An­frage der Grü­nen. Die gest­rige De­batte im Land­tag ist be­zeich­nend für die starre Hal­tung von CDU und FTP. Viel­fach ist von "stra­te­gi­schen Grün­den", die ge­gen die Ein­füh­rung von FLOSS spre­chen, die Rede. Be­nannt wur­den diese Gründe nicht.

Was spricht da­ge­gen, den Ein­satz von FLOSS we­nigs­tens zu för­dern und bei Aus­schrei­bun­gen - je nach An­for­de­run­gen - zu for­dern?
Be­son­ders be­dau­er­lich ist die Ant­wort auf Frage 23, wo­nach keine Ar­beits­hil­fen (z.B. Mi­gra­ti­ons­leit­fä­den) für die Um­stel­lung auf Floss exis­tie­ren. Ab­ge­ur­teilt wird diese schlichte Frage mit der nicht ge­plan­ten grund­le­gen­den Um­stel­lung der Sys­tem­land­schaft (tol­les Po­li­ti­ker neu­sprech) auf FLOSS. Das liest sich, als gäbe es nur ein ent­we­der oder - ent­we­der Fich­tel­berg oder Leip­zi­ger Tief­lands­bucht. Da­zwi­schen gibt es je­doch eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten, wie zum Bei­spiel Open Source Of­fice Pro­gramme, die auf ei­nem Windows-​​Rechner lau­fen oder kom­mer­zi­elle Mail­cli­ents, die auf ei­nem Li­nux Mail­ser­ver zu­grei­fen. Ge­nau dann, wenn es nur mar­gi­nale Funktions-​​ und Be­dien­un­ter­schiede zwi­schen gleich­wer­ti­gen An­wen­dun­gen gibt, soll­ten FLOSS Pro­dukte be­vor­zugt wer­den. Auch und ge­rade bei der Ein­rich­tung neuer Ar­beits­platz­rech­ner.
Dass eine Mi­gra­tion mög­lich ist, be­wei­sen die Kom­mu­nen "Schwä­bisch Hall, Böb­lin­gen und Frei­burg". Auch Mün­chen konnte zu Open Of­fice mi­grie­ren, wenn­gleich die Um­stel­lung auf Li­nux sich noch hin­zieht, heißt es weiter.

Im Ant­wort­schrei­ben der Staats­re­gie­rung konn­ten keine Aus­sa­gen zur An­wen­dung von FLOSS in den Säch­si­schen Kom­mu­nen ge­macht wer­den. Darin sehe ich die Gunst der Stunde für säch­si­sche PIRARTEN, eine ver­bes­serte An­frage mit glei­cher Ab­sicht, den grö­ße­ren Kom­mu­nen zu stel­len - viel­leicht als of­fe­ner Brief. Schließ­lich be­ken­nen wir uns auch in un­se­rem Pro­gramm zu FLOSS!

Posted by nise | Filed in Tech | Kommentieren »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

Schlagwörter: , , ,

Leave a Comment