Bret Victor bringt in diesem Stanford HCI-Kurs einen schönen Vergleich zwischen den Tools die einem zur Datenvisualisierung zur Verfügung stehen und den Freiheitgraden beim Schreiben von Texten: Wenn man als Wissenschaftler versucht Daten mit Excel zu visualisieren, dann ist das als gäbe es nur Lükentextvorlagen zum Schreiben eines Papers. Schlüssig erläutert Victor die Nachteile der gegenwärtigen Tools zur Datenvisualisierung:
Excel & Co: ist in seinem Ausdrucksformen enorm eingeschränkt
Zeichenwerkzeuge wie Adobe Illustrator oder Inkscape sind zu umständlich in der Handhabung, wenn man große Datenmengen bearbeiten möchte
Programmierung mit R oder D3 ist, als man versucht blind Objekte zu manipulieren („Programming is blindly manipulationg symbols“)
In dem Video führt er die nächste Generation von Werkzeug vor, mit der man Datensätze mit Standardobjekten (Rechteck, Kreis, Punkt, Linie) manipulieren (Skalieren, Drehen, ...) kann. Ein wesentliches Feature stellen dynamische Parameter dar, mit denen man beispielsweise den Neigungswinkel einer Gerade von einem Datensatze abhängig machen kann. Desweiteren führt das Snapping als eine Methode ein, um graphische Elemente (dynamisch) miteinander zu verknüpfen.
Ich kann es jedenfalls kaum erwarten bis das Tool bei github erscheint. Bisweilen gibt dort schon ein ähnliches Tool namens livecoding mit dem man immerhin D3-Code in Echtzeit manipulieren kann.
Zum diesjährigen Lernfilmfestival gibt's einen passenden Film zusehen, in dem Mittel und Methoden der Legetechnik (oder auch CommonCraft Stil) erklärt werden.
Markus Hündgen und Bertram Gugel lieferten auf der republika einen spannenden Vortrag über die zweitgrößte Suchmaschine der Welt: YouTube (Zwischen Goldrausch und wildem Westen). Weltweit hat die Plattform mehr als eine Milliarde Nutzer und in Deutschland, das war mir neu, ist YouTube größer als Facebook. YouTube ist darüber hinaus eine leistungsfähige Infrastruktur zur Verbreitung von Videos. Auf 30% der Webseiten weltweit finden sich inzwischen YouTube-Videos. Auffällig ist dabei immer noch die Trennung zwsichen den verschiedenen Communities der Texter bei facebook und in den blogs sowie den Bewegtbildnern der Generation YouTube. Bertram Gugel meinte dazu: „Es ist auch eine Generationenfrage, denn wer früher digitale Avantgarde sein wollte hat geblogt, wer heutzutage digitale Avantgarde sein will braucht einen YouTube Kanal.“ Da den Anschluß zu finden und als Quereinsteiger rein zu kommen ist nicht so einfach. Gerade wer über Nischenthemen berichten will, wird wie beim Bloggen keine große Resonanz erfahren. Dennoch könnte sich YouTube zu einer lohnenswerten Geldquelle entwickeln, nämlich dann wenn man seine filmischen Produkte verkaufen kann. Hochschulen könnten also auf diese Art die Teilnahme an Kursen einfach und schnell monetarisieren und beispielsweise Weiterbildungen und Aufbaustudiengänge anbieten.
At ICWRER I am going to convene my first conference session. Right now I finished the abstract to publish it with the program:
Knowledge-intensive disciplines represented at this conference are often faced with the challenging task to transfer comprehensive and complex knowledge and competencies. One important possibility to support that task refers to the application of electronic media and ICT in education. For that instructional methods need to be applied and developed that go beyond information delivery but compromise collaborative and self-regulated learning. Furthermore courses are often not just dedicated to single audiences in a university course or institution, but widened to international participants, especially in developing countries.
In this session we are going to discuss the latest developments in e-learning concerning Open Educational Resources (OER), Massive Open Online Courses (MOOCs) and other new learning approaches suitable to complement classical ways of conveying knowledge. The session speakers are scholars involved in research and implementation of blended and distance learning courses.
Location: Koblenz
Date: 7th of June 2013
Chair: Niels Seidel
9:00 am New Media in Education: eLearning, open educational resources and MOOCs
Claudia Bremer | Goethe-University | Frankfurt/Main | DE
9:30 am Blended Learning and the way to Lifelong Learning
Prof. Dr.-Ing. Heribert Nacken | RWTH Aachen University | Aachen | DE
10:00 am E-learning for staff of operational Hydrological Services: making it happen in the real world
Claudio Caponi | World Meteorological Organization | Geneva | CH
Bruce Stewart | World Meteorological Organization | Geneva | CH
11:30 Presentation of existing e-learning solutions for water and environmental dynamics
Niels Seidel | Technische Universität Dresden | DE
This part of the session provides a forum for e-learning practitioners and developers to demonstrate applications and course formats. Demonstrations provide a venue for hands-on experience for conference attendees and a means for researchers and attendees to interact with research prototypes and e-learning material concerning water resources and environment research.
Rolf Schulmeister hat vor mindestens sieben Jahren Abstufungen der Interaktivität von elektronischen Lernmedien beschrieben. Beim Versuch diese Stufen auf interaktive Videos zu übertragen, kam ich bei Stufe IV ins Stocken. Dieser Grad an Interaktivität ist dann erreicht, wenn aus den vom Anwender eingegebenen Daten oder Parametern eine Darstellung erzeugt wird. Typischer Weise kennt man das von Simulation, die Parameter einer mathematischen Form als Graphen plotten. GeoGebra gibt ein gutes Beispiel dafür ab.
Im Ergebnis entstehen jedoch keine Videos, sondern Grafiken oder Animationen. Die Frage, die mich treibt ist also, wie kann man beliebige Daten in ein Video umwandeln?
Trivial ist es aus Bildern ein Slideshow-Video bzw. Stop Motion Video zu generieren und mit Musik zu hinterlegen. Ebenso einfach wäre es aus einem flickr-tag ein solches Video zu erzeugen oder Motion Graphics zu erschaffen.
Viel besser will es ein Startup aus Miami lösen. Aus Blogs, tweets und sonstigen Textquellen wollen die Startups gui.de und wibitz Sprache generieren und mit Bildern zu Videos anreichern. Damit könnte man sich dann ein Stück des Internet oder vielleicht sogar Artikel und Bücher als Film ansehen. Kombiniert mit interaktiven Eingabemöglichkeiten der Anwender könnte ein neues Filmgenre entstehen. Ein oder mehrere Nutzer wählen eine Reihe von URLs und Textpassage im Netz aus und erzeugen daraus Filmszenen, die jeweils von verschiedenen Charakteren vorgestellt werden. Diese Charaktere könnten natürlich ein Abbild der Textautoren sein.
Auch wenn synthetische Stimmen (noch) nicht so aktivierend auf den Betrachter wirken sehe ich darin eine neue Form des Bildungsfernsehen. Ich freue mich auf Dienste wie Diigo2Video, twitter.tv und Text2MOOC.