4.05.2016

Why the IMS OpenVideo initiative should become literally open

In Ja­nu­ary IMS Glo­bal an­noun­ced its work on a stan­dard for vi­deo cap­tu­ring. In­deed it would be nice to have more gui­dance on how to cap­ture, post pro­cess, store and de­li­ver a vi­deo. Cur­rently there is lack of in­ter­ope­ra­bi­lity bet­ween dif­fe­rent plat­form. For in­stance, a set of vi­deo lec­tures can­not be stored in a sin­gle for­mat in or­der to be re­publis­hed on ano­ther learning ma­nage­ment sys­tem. There many open ques­ti­ons de­ve­l­o­pers are as­king when they try to in­te­grate vi­deo into the di­no­saurs of learning en­viron­ments - na­mely Black­board, moodle, Ilias, and OLAT:

  • In what for­mat shall I store the de­scrip­ti­ons about vi­deo for­mats, si­zes, and me­dia ty­pes like seg­ments, thumbnails, pos­ters, tran­scripts, ect. ?
  • What would be the right for­mat in or­der to de­scribe a course where stu­dents get there weekly por­tion of vi­deo con­tent like in a MOOC? Struc­tu­ring and se­quen­cing could be achie­ved with SCORM, while sys­tem fea­tures and learning out­co­mes can not be expressed.
  • How can we de­fine col­la­bo­ra­tive learning ac­tivi­ties for groups who are working on a in­stance of source vi­deo so that each group has its own play­ground for aug­men­ting and dis­cus­sing contents?
  • What is a pro­per me­ta­data schema for long time ar­chi­ving of vi­deo foo­tage from edu­ca­tio­nal or re­se­arch fields? Cur­rently we know about vi­deoMD, PB­Core, and METS, but all those ap­proa­ches for li­bra­ri­ans not con­side­ring learning ta­xo­no­mies, di­dac­tically me­thods, stu­dent in­ter­ac­tions and other re­le­vant descriptions.

All these ques­ti­ons and many more could be ask in a joint stan­dard in­itia­tive, but the way it is or­ga­ni­zed at IMS Glo­bal is ques­tio­nable. While la­be­led as an 'Open' in­itia­tive the in­te­res­ted par­ties have to pay a ye­arly fee of $3,500 to get ac­cess to the working drafts and re­sour­ces they have to pay $15.000 to be­come a vo­ting mem­ber and in­flu­ence the de­ci­sion pro­cess. Even the dis­cus­sion of the cur­rent mem­bers is not as trans­pa­rent as one might ex­pect. So fare Kal­tura ou­ted to be on of the par­ti­ci­pants (the only one?). All the others stay in the back­ground and de­ci­ding about the fu­ture of edu­ca­tio­nal vi­deo tech­no­logy at our schools and universities.

Howe­ver, such an in­itia­tive could be li­te­r­ally open and in­vite a broad range of sta­ke­hol­ders form all around the world. De­fi­ning stan­dards should be or­ga­ni­zed like the Re­quest For Com­ment (RFC) pa­pers or a W3C working group. The par­ti­ci­pants should com­mu­ni­cate in pu­blic mai­ling lists or so­cial net­work cir­cles. Fur­ther­more, all drafts should be made avail­able by na­ming the con­tri­bu­ting authors.

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5.01.2016

Why video buffering wastes our time

Via https://media.ccc.de/v/32c3-7530-buffering_sucks#video

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30.10.2015

ZuseExpo in Nowa Huta

Die Ho­yers­wer­daer Neu­stadt ist das Nowa Huta von Ost­sach­sen. Rie­sige Plat­ten­bau­ten er­in­nern an post-​​stalinistische Woh­nungs­bau­pro­jekte ei­ner Stadt, die we­gen der Ar­beit im Kohl­ver­ede­lungs­werk Schwarze Pumpe sich ein­mal zu ei­ner Groß­stadt ent­wi­ckeln sollte. In­zwi­schen wur­den viele Plat­ten in ih­rer Höhe ra­siert und in ih­rer An­zahl de­zi­miert. Grö­ßer als die Plat­ten­bau­ten sind heute die Ra­sen­flä­chen. Sie er­öff­nen Sicht­ach­sen, die im Nichts ver­lau­fen. Die Ab­we­sen­heit von Land­schafts­ar­chi­tek­ten ist in die­ser Ge­gend wahr­schein­lich nur das ge­ringste Problem.

Im ehe­ma­li­gen Be­triebskul­tur­haus des Gas­kom­bi­nats Schwarze Pumpe - der heu­ti­gen Lau­sitz­halle - fand in den letz­ten bei­den Ta­gen eine IT Messe na­mens Zu­se­Expo statt. Kon­rad Zuse lieh sei­nen Na­men für die Ver­an­stal­tung und ließ auf vi­sio­näre Aus­stel­ler hof­fen. Kaum zwei Dut­zend Stände er­war­te­ten die Be­su­cher der B2B Messe. Die Stände wa­ren nur mä­ßig be­setzt, die Rei­hen im gro­ßen Saal blie­ben kläg­lich leer. Viele klei­nere Fir­men wa­ren voll­zäh­lig zur Messe er­schie­nen. Über­ra­schen­der Weise sah ich nur we­nige Soft­ware Fir­men, ver­mehrt je­doch Fir­men aus dem Automotive-​​Bereich und der Au­to­ma­ti­sie­rungs­bran­che. Also größ­ten­teils Fir­men, die viel mit Hard­ware ar­bei­ten. Aus dem Me­di­en­be­reich war gar nur ein Aus­stel­ler zu fin­den. Das Thema In­ter­net wurde, ab­ge­se­hen von ei­nem CMS-​​Anbieter mit ei­nem ostsächsich-​​komplizierten Ba­ckend, nur bei Kaf­fee und Ku­chen ab­ge­früh­stückt, ob­wohl es in (Ost)Sachsen sehr viele Ak­teure in dem Be­reich gibt.

Ich wollte auf der Mes­sen Kon­takte für For­schung und Lehre knüp­fen. Dies ist mir auch ge­lun­gen, trotz­dem die meis­ten Fir­men kein In­ter­esse an ak­tu­el­ler For­schung hat­ten und pri­mär dar­auf aus wa­ren, Ge­schäfte mit an­de­ren Fir­men zu ma­chen. Fach­kräf­te­man­gel war kein Thema. Auch das In­ter­esse an Prak­ti­kan­ten und Mas­teran­den war gering.

Al­les in al­lem war dies eine we­nig vi­sio­näre Messe. Nicht zu­letzt das ver­staubte Am­bi­ente ei­nes DDR-​​Kulturhauses ver­mit­telte den Ein­druck des Still­stands. Et­was mehr Sinn für Schön­heit, Krea­ti­vi­tät und an­spre­chende For­mate hät­ten der Ver­an­stal­tung gut ge­tan. Die Ent­schei­dung für den Stand­ort Ho­yers­werda zeugt von Idea­lis­mus und wird von der Ge­schichte Zu­ses ge­tra­gen - mehr aber auch nicht.

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22.09.2015

Noch mehr Ausländer

Der In­te­gra­ti­ons­bei­rat Saar­brü­cken star­tete vor ein paar Jah­ren eine hüb­sche Pla­kat­kam­pa­gne, die heute ak­tu­el­ler denn je ist.
Dar­ge­stellt wa­ren je­weils Haus­tiere, de­ren na­tür­li­ches Ver­brei­tungs­ge­biet nicht in Deutsch­land liegt. Die Tiere sind also auch ir­gend­wie Migranten.

Der Gold­hams­ter zum Bei­spiel. Sein na­tür­li­ches Ver­brei­tungs­ge­biet liegt in Sy­rien, ge­nauer in der Hoch­ebene bei Aleppo. Etwa 1 Mil­lion die­ser Tiere gibt es in Deutsch­land (Stand 1990). Dazu passt der Text auf dem Pla­kat: "Wenn es so ein­fach ist, ei­nen Ein­wan­de­rer aus Sy­rien zu ak­zep­tie­ren, wo ist dann ei­gent­lich das Problem?"


Siehe Bild­quelle, Web­seite des Integrationsbeirats

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16.09.2015

Nachtrag zum Vortrag beim Kirchenkino Großhennersdorf

Völ­lig über­ra­schend füll­ten sich ges­tern Abend in der Kir­che zu Groß­hen­ners­dorf die Bänke bis in die letzte Reihe - 115 Leute sa­ßen da. Pat­trick Wei­ßig hatte im Na­men der Hil­ler­schen Villa Zit­tau zu­sam­men mit dem Pfar­rer Alex­an­der Wieckow­ski zum Kir­chen­kino ge­la­den. Wir woll­ten mit die­ser Ver­an­stal­tung an das Ende des Zwei­ten Welt­krieg vor 70 Jah­ren und die re­gio­na­len Ver­stri­ckun­gen mit dem Ho­lo­caust am Bei­spie­ler der Gö­rit­zer WUMAG und dem Ren­ners­dor­fer KZ-​​Außenlager er­in­nern. In mei­nem Vor­trag über das KZ-​​Außenlager Gör­litz und den To­des­marsch in das Ren­ners­dor­fer La­ger habe ich ver­sucht die we­sent­lichs­ten In­for­ma­tio­nen gut auf­zu­be­rei­ten. Ganz be­son­ders hatte es mich ge­freut, dass drei Zeit­zeu­gen aus Ren­ners­dorf im Saal wa­ren (die ich alle noch nicht kannte). Im An­schluss an den Vor­trag er­öff­nete der Film »Zug des Le­bens« eine lo­ckere und amü­san­tere An­nä­he­rung an der Thema.

Vor­trag zu den KZ-​​Außenlagern Gör­litz und Ren­ners­dorf beim Kir­chen­kino in Groß­hen­ners­dorf, 15.09.2015.

wei­ter lesen » » »

6.09.2015

Vortrag zum Rennersdorfer KZ-Außenlager beim Kirchenkino in Großhennersdorf am 15. September 2015

Die Hil­ler­sche Villa ver­an­stal­tet am Diens­tag, den 15. Sep­tem­ber 2015 ge­mein­sam mit der Kirch­ge­meinde Großhennersdorf-​​Rennersdorf das Kir­chen­kino in der Kir­che Groß­hen­ners­dorf. The­men­schwer­punkt des Abends ist die Ju­den­ver­fol­gung wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs. Dazu werde ich in ei­nem kur­zen Re­fe­rat die re­gio­nale Re­le­vanz des The­mas am Bei­spiel der KZ-​​Außernlager un­ter­strei­chen und be­son­ders auf das geo­gra­fisch am nähs­ten lie­gende La­ger in Ren­ner­sorf ein­ge­hen. Im An­schluss daran wird der Film "Zug des Le­bens" vor­ge­führt. Die Ver­an­stal­tung be­ginnt um 19 Uhr und en­det vor­aus­sicht­lich um 22 Uhr.

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2.09.2015

Holocaust als ein Vehikel für Menschenrechte

Bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, die sich der Er­in­ne­rung und Auf­ar­bei­tung der NS-​​Verbechen wid­men, muss ich im­mer wie­der fest­stel­len, wie we­nige junge Leute (< 30 Jahre) sich für das Thema in­ter­es­sie­ren. Dies ist zu­nächst eine Fest­stel­lung, ohne jede Wer­tung und ohne ei­nen Ver­gleich.
Wenn ich mich für ei­nen Wis­sens­be­reich in­ter­es­siere, dann nehme ich daran An­teil und ver­folge die Ge­scheh­nisse auf­merk­sam.
So ein In­ter­esse ist im­mer auch mit der Ab­sicht des Ler­nens ver­bun­den, denn schließ­lich möchte man et­was neues er­fah­ren, ver­ste­hen oder ausüben.

Über­legt man nun, wa­rum sich je­mand mit der Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Ju­den, den NS Ver­bre­chen im All­ge­mei­nen so­wie dem Thema An­ti­se­mi­tis­mus oder Frem­den­feind­lich­keit aus­ein­an­der­set­zen sollte, dann fin­det man recht schnell zu ei­nem ge­mein­sa­men Nen­ner. Es geht im Grunde um die ba­sa­len Men­schen­rechte: Das Recht auf kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit, das Recht auf Frei­heit von Un­ter­drü­ckung, das Recht auf freie Wahl des Aufenthalts-​​, Wohn-​​ und Ar­beits­or­tes, das Recht auf Ar­beit, das recht auf Mit­be­stim­mung usw.

Die Men­schen­rechte stel­len das hier ein über­ge­ord­nete und für viele viel­leicht et­was ver­deck­tes Ziel die­ses Lern­pro­zes­ses dar. Doch was ver­steht man hier un­ter ei­nem Ziel? Wor­auf zielt die Be­schäf­ti­gung mit ei­nem Thema ab? Möchte ich mir schlicht Fak­ten an­eig­nen, um sie mehr oder we­ni­ger prä­zise wie­der­ge­ben zu kön­nen? Also viel­leicht mein All­ge­mein­wis­sen er­wei­tern? Oder gehe ich noch ei­nen Schritt wei­ter und ver­su­che die Zu­sam­men­hänge der Fak­ten zu ver­ste­hen, Kau­sa­li­tä­ten und Kor­re­la­tio­nen zu fin­den? Wenn ich das Ge­lernte an­wen­den möchte, um bei­spiels­weise je­man­den das Thema zu er­klä­ren, dann muss ich das Wis­sen an­wen­den kön­nen. For­men der An­wen­dung kön­nen viel­fäl­tig sein. Bei­spiels­weise kann ich ver­su­chen ein Kon­zept in die Pra­xis zu über­füh­ren, ich kann eine Theo­rie in ei­nem Ex­pe­ri­ment er­pro­ben oder ich kann ver­su­chen mein Wis­sen an­de­ren zu ver­mit­teln. Diese drei Stu­fen (es gibt noch mehr) hel­fen, Lern­ziele zu ordnen.

Doch kom­men wir nun zu­rück zu den Men­schen­rech­ten.
Ich wage die These, dass sich mehr Men­schen für die Wah­rung der Men­schen­rechte in­ter­es­sie­ren, als für die Ge­scheh­nisse des Drit­ten Reich und Zwei­ten Welt­krieg. Das er­scheint auf den ers­ten Blick plau­si­bel, ist aber er­klä­rungs­be­dürf­tig. Ein Grund da­für sind
- die von Am­nesty In­ter­na­tio­nal re­gel­mä­ßig kon­sta­tier­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen welt­weit
- die Ver­feh­lung der Mil­le­ni­ums­ent­wick­luns­gziele, d.h. die Be­sei­ti­gung von Ar­mut und Hun­ger so­wie die Ge­währ­leis­tung von Grundschulbildung.

Alle ge­nann­ten Gründe adres­sie­ren ak­tu­elle Pro­bleme und zu­meist keine lo­ka­len Pro­bleme - zu­min­dest nicht für uns. Dies un­ter­schei­det sie vom Ho­lo­caust, der zwar je­der Orts (in Eu­ropa) Aus­wir­kun­gen zeigte (De­por­ta­tion der deut­schen Ju­den, KZ-​​Zwangsarbeit, To­des­mär­sche), je­doch zeit­lich schon mehr als 70 Jah­ren zu­rück­liegt. Be­trach­tet man den per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zu den Betroffenen/​den Op­fer und die in­di­vi­du­elle Mit­schuld am Ge­sche­he­nen, las­sen sich ebenso dia­me­trale Un­ter­schiede fest­stel­len: Be­zie­hun­gen zu Zeit­zeu­gen und Ho­lo­caust­über­le­bende wer­den mehr und mehr zur Aus­nahme, da nur noch we­nige ehe­ma­lige Zeit­zeu­gen le­ben. Per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zu Men­schen in nicht-​​entwickelten Län­dern bzw. den ärms­ten Men­schen der Welt, die z.B. we­ni­ger als 1 oder 2 Dol­lar pro Tag ver­die­nen (Ar­muts­de­fi­ni­tion der Welt­bank), sind we­ni­ger sel­ten. Durch Rei­sen, welt­weite Kom­mu­ni­ka­tion und nicht zu­letzt durch die ge­gen­wär­ti­gen Flücht­lings­ströme sind uns diese Men­schen nicht mehr so fremd wie vor 25 Jah­ren, als wir das In­ter­net, Bil­lig­flie­ger und Fron­tex noch nicht kann­ten. Eine per­sön­li­che Schuld am Ho­lo­caust ist für die nach 1931 ge­bo­re­nen schwer zu be­grün­den. Un­sere per­sön­li­che Schuld bzw. Mit­schuld für die Le­bens­si­tua­tion ei­nes Groß­teils der Welt­be­völ­ke­rung steht je­doch au­ßer Frage, denn wir ha­ben ab­ge­se­hen von un­se­rem Le­bens­wan­del (z.B. Roh­stoff­ver­brauch, Um­welt­ver­schmut­zung), auch Ein­fluss auf die Po­li­tik (Han­dels­ab­kom­men, Zölle, etc.) und so­mit auch auf die Wirt­schaft (Ar­beits­be­din­gun­gen, Um­welt­ver­schmut­zung, etc.). In ei­ner De­mo­kra­tie kann man das nicht leugnen.

Hal­ten wir also als The­sen fest, dass eine zeit­li­che Nähe, per­sön­li­che Sicht­bar­keit und Mit­schuld an der Ver­ur­sa­chung von Pro­ble­men das In­ter­esse an ei­nem Thema stei­gern kön­nen. Für The­men wie den Ho­lo­caust oder die NS-​​Zeit sind diese Be­din­gun­gen nicht mehr er­füllt. Die in­di­vi­du­ell emp­fun­dene Re­le­vanz des The­mas ist nur noch schwer ver­mit­tel­bar. Eine Stu­die der Ber­t­hels­mann Stif­tung vom Ja­nuar 2014 be­sagt, dass 58% der 1000 be­frag­ten Deut­schen ei­nen Schluss­strich un­ter den Ho­lo­caust be­für­wor­ten. Statt des­sen lässt sich die Re­le­vanz des all­ge­mei­ne­ren Lern­ziels bzgl. der uni­ver­sel­len Men­schen­rechte viel bes­ser be­grün­den und nach­voll­zie­hen. Im Um­kehr­schluss be­deu­tet dies je­doch nicht, die Ge­schichte der Ju­den­ver­fol­gung im NS-​​Staat ad acta zu le­gen. Viel­mehr soll­ten wir uns darin üben, Ge­mein­sam­kei­ten in den Ur­sa­chen, Ent­wick­lun­gen und Aus­wir­kun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren. An­statt ei­nes Ver­gleichs zwi­schen dem sin­gu­lä­ren Völ­ker­mord und den welt­wei­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen kön­nen wir trotz ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen ge­wis­sen Mus­ter er­ken­nen. Die Ge­schichte wie­der­holt sich, nur der Kon­text ändert sich. Ge­lin­gen kann dies mit Hilfe der von Ha­rald Wel­zer aus­ge­wie­se­nen Er­kennt­nis, wozu Men­schen im Stande sind - im Gu­ten wie im Schlech­ten. Wir kön­nen große Leis­tun­gen voll­brin­gen (z.B. Er­fin­dun­gen, Bau­werke, Or­ga­ni­sa­tio­nen) und Liebe ge­gen­über un­se­ren Nächs­ten zei­gen, doch wir Men­schen sind ebenso im Stande de­struk­tiv zu wir­ken (z.B. durch Kriege) und wür­di­ges Men­schen­le­ben in un­ge­heu­rem Aus­maß zu er­schwe­ren - bis hin zur Aus­lö­schung von Völ­kern. Diese Fä­hig­kei­ten des Men­schen las­sen sich in fast al­len Epo­chen der Mensch­heits­ge­schichte be­le­gen und mit­ein­an­der in Be­zie­hung set­zen, ganz gleich wel­che tech­no­lo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen oder ge­sell­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen wir im Ein­zel­nen vor­fin­den. Der Ho­lo­caust ist da­bei ein be­son­de­res Ve­hi­kel, was uns hel­fen kann Men­schen­rechts­pro­bleme zu er­ken­nen, sie an­zu­spre­chen und ihre Wah­rung welt­weit durch­zu­set­zen. Päd­ago­gen und Mul­ti­pli­ka­to­ren sind in die­sem Zu­sam­men­hang ge­for­dert, ihre lo­kal be­schränk­ten Be­trach­tungs­wei­sen zu über­win­den und da­für den kri­ti­schen Blick für glo­bale Her­aus­for­de­run­gen im Raum­schiff Erde zu schärfen.

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