20.09.2014

Beitrag im Sammelband »Die Juden von Görlitz« erschienen

In dem vom Mar­kus Bauer und Sieg­fried Hoche her­aus­ge­ge­be­nen Sam­mel­band »Die Ju­den von Gör­litz. Bei­träge zur jü­di­schen Ge­schichte der Stadt Gör­litz.« ist auch eine kur­zer Bei­trag von mir ent­hal­ten. Er trägt den Ti­tel »Das KZ-​​Außenlager Gör­litz« und stellt eine Zu­sam­men­fas­sung der noch nicht er­schie­ne­nen drit­ten Auf­lage des fast gleich­na­mi­gen Bu­ches dar. Die übri­gen Bei­träge sind wahr­schein­lich noch weit­aus le­sens­wer­ter und kei­nes­falls ein Ex­zerpt be­ste­hen­der Schrif­ten. Die Lek­türe lohnt nicht zu­letzt auf­grund der zahl­rei­chen Be­züge zu den ak­tu­el­len ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Dis­kus­sio­nen über die eins­ti­gen und ge­gen­wär­ti­gen Aus­drucks­for­men jü­di­schen Le­bens in Görlitz.

Am Mon­tag, dem 22. Sep­tem­ber 2014, 16:00 wird das Buch in der Syn­agoge zu Gör­litz of­fi­zi­ell vorgestellt.

 

Das Buch­co­ver des Sam­mel­bands »Die Ju­den von Gör­litz«, her­aus­ge­ge­ben von M. Bauer & S. Hoche, er­schie­nen im Ver­lag Gun­ter Oet­tel, Gör­litz 2014.

12.09.2014

Terezin 2014 - reviewed

Since a few days we are back home from the con­fe­rence Films from Ghet­tos and Camps: Pro­pa­ganda – Clan­des­tine Mes­sa­ges – His­to­ri­cal Source that was held at the Tere­zin Me­mo­rial Es­tate in Czech Re­pu­blic. Thanks to Na­ta­scha Dru­bek who or­ga­ni­zed the event we got the great op­por­tu­nity to in­tro­duce our pro­ject "The­re­sei­en­stadt ex­plai­ned" to the in­ter­na­tio­nal au­di­ence of his­to­ri­ans, film scho­lars, and people from dif­fe­rent ar­chi­ves. Last but not least we could met Ka­rel Mar­gry - the most pro­ven ex­pert of the film that we aug­men­ting to a learning re­source. For us it be­came clear that we will need some fur­ther fi­nan­cial sup­port in or­der to as­sess the con­tent qua­lity of our pro­duc­tions as well as to trans­late the con­tent for a broad au­di­ence. The­re­fore "The­re­si­en­stadt ex­plai­ned" will be re­si­ded as a re­gu­lar re­se­arch pro­ject at the In­ter­na­tio­nal In­sti­tute in Zit­tau of Dres­den Uni­ver­sity of Technology.

The hand-​​out that we gave out at the conference.

4.09.2014

Vorträge im September/Oktober

The­re­si­en­stadt ex­plai­ned
Films from Ghet­tos and Camps: Pro­pa­ganda – Clan­des­tine mes­sa­ges – His­to­ri­cal source, 05.09.14, Terezin/​CZ

The pro­ject "The­re­si­en­stadt ex­plai­ned" aims to make the film "The­re­si­en­stadt: Eine Do­ku­men­ta­tion aus dem Jü­di­schen Sied­lungs­ge­biet" ac­ces­si­ble for learning pur­po­ses. The­re­fore we try to iden­tify people, pla­ces and the in­trin­sic pro­pa­ganda in re­la­tion to its tem­po­ral ap­pearan­ces. As a re­sult the film shall be­come aug­men­ted and the­re­fore ea­sier com­pre­hen­si­ble for those who are not fa­mi­liar with the de­pic­ted in­for­ma­tion and hid­den mea­nings. For edu­ca­tio­nal pur­po­ses we aim at three use ca­ses: (1) sup­porting in­ter­ac­tive live scree­nings by na­vi­ga­tio­nal aids and aug­men­ted data (e.g. at the me­mo­rial state or at the volunteer-​​led Youth Centre in Tere­zin); (2) in­di­vi­dual self re­gu­la­ted learning in the web for an in­ter­na­tio­nal au­di­ence; (3) scrip­ted col­la­bo­ra­tive learning in small groups by ana­ly­sing and dis­cus­sing the film in a class­room. So far we ob­tai­ned a high qua­lity re­pro­duc­tion of the film from the Ger­man Fe­deral Ar­chive in Ber­lin that we rear­ran­ged ac­cor­ding the ori­gi­nal screen­play. At pre­sent 47 per­sons have been iden­ti­fied and al­most de­scri­bed with bio­gra­phi­cal data or even short bio­gra­phies. Cur­rently we are de­ve­lo­ping a vi­deo learning en­viron­ment that in­cor­po­ra­tes the film-​​related in­for­ma­tion along va­rious na­vi­ga­tio­nal di­men­si­ons. Users are able to browse sin­gle sce­nes and iden­ti­fied per­sons. The per­cep­tion of the film is ai­ded by a ta­ble of con­t­ents (sce­nes), high­ligh­ted per­sons and a ad­jus­table play­back speed. In the next step we are go­ing to con­trast lo­ca­ti­ons of the filming in 1944/​45 with today's views supp­le­men­ted by a map.
The or­ga­ni­sa­tion and soft­ware de­ve­lop­ment is re­si­ded at the In­ter­na­tio­nal In­sti­tute Zit­tau at Dres­den Uni­ver­sity of Tech­no­logy. Cur­rently the volun­teers at the Tere­zin Youth Centre are co­ope­ra­ting in the con­tent pro­duc­tion. Fi­nally mem­bers of the so­cio­cul­tu­ral centre Hil­ler­sche Villa in Zit­tau that once in­spi­red the pro­ject par­ti­ci­pa­ting and sup­porting "The­re­si­en­stadt ex­plai­ned" in many dif­fe­rent ways.

 

Auf­ga­ben­ty­pen und Ein­satz­sze­na­rien für ein E-​​Assessment in Lern­vi­deos
Work­shop on E-​​Learning, 25.09.14, Görlitz

Un­ter der Be­rück­sich­ti­gung der Mul­ti­me­dia­li­tät so­wie der zeit­li­chen Di­men­sion von Lern­vi­deos las­sen sich her­kömm­li­chen Auf­ga­ben­ty­pen wie Mul­ti­ple Choice, Lü­cken­text, Zuordnungs-​​ und Rei­hen­fol­ge­auf­ga­ben in ei­ner neuen Art und Weise in Vi­deos in­te­grie­ren. In die­sem Bei­trag stel­len wir ei­nen kon­zep­tio­nel­len Rah­men für die zeit­li­che und räum­li­che An­ord­nung von Auf­ga­ben­ty­pen im vi­deo­ba­sier­ten As­sess­ments vor. Wir ver­fol­gen da­mit das Ziel, aus­ge­wählte Auf­ga­ben­ty­pen in Ver­bin­dung mit CSCL-​​Scripts im Rah­men der E-​​Tutorenqualifikation der TU Dres­den ein­zu­set­zen und ih­ren Nut­zen so­wie ihre Ak­zep­tanz zu untersuchen.

Ver­gleich von of­fe­ner und Script-​​basierter Kol­la­bo­ra­tion in ei­ner Vi­deo­lern­um­ge­bung
Ge­mein­schaf­ten in Neuen Me­dien, TU Dresden

In ei­ner Feld­stu­die ha­ben wir of­fene und script-​​basierte kol­la­bo­ra­tive Lern-​​ pro­zesse in ei­ner vi­deo­ba­sier­ten Lern­um­ge­bung ge­gen ̈uber­ge­stellt. An der Stu­die be-​​ tei­lig­ten sich 76 Stu­die­rende zweier Lehr­ver­an­stal­tun­gen an un­ter­schied­li­chen Hoch-​​ schu­len. In ei­nem 2x2 fak­t­o­ri­el­len De­sign be­ar­bei­te­ten sie vier Auf­ga­ben im Kon­text von Peer An­no­ta­tion und Peer As­sess­ment mit oder ohne CSCL-​​Script. Mit­tels Log-​​ da­ten wurde ana­ly­siert, wie ef­fek­tiv die Ler­nen­den in bei­den Sze­na­rien zusammen-​​ ar­bei­te­ten und wie in­ten­siv sie sich mit dem Vi­deo­ma­te­rial aus­ein­an­der­setz­ten. Der Script-​​Einsatz er­wies sich da­bei im Ver­gleich zum of­fe­nen kol­la­bo­ra­ti­ven Lernszena-​​ rio als ein Mit­tel zur F ̈or­de­rung der ef­fi­zi­en­ten Wissenskonstruktion.

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11.08.2014

theresienstadt explained beim Willkommens- und Abschiedsseminar in Dresden vorgestellt

Es ist nun schon gut sechs Mo­nate her, dass uns die crowd bei der Di­gi­ta­li­sie­rung des NS-​​Propagandafilms »The­re­si­en­stadt - Eine Do­ku­men­ta­tion aus dem Jü­di­schen Sied­lungs­ge­biet« un­ter­stützt hat. Seit dem habe ich zwei grö­ße­nen Schü­ben die In­halte und Um­ge­bung für ein Lern­um­ge­bung ent­wi­ckelt, die ich just am Sonn­abend zum zwei­ten mal zur Dis­kus­sion stellte.

Screen­shot des ak­tu­el­len Prototypen

Beim dies­jäh­ri­gen Willkommens-​​ und Ab­schieds­se­mi­nar tra­fen sich die der­zei­ti­gen und neuen Frei­wil­li­gen der Ak­tion Süh­ne­zei­chen Frie­dens­dienst so­wie die Frei­wil­li­gen vom Öster­rei­chi­schen Ge­denk­dienst in Dres­den. Der Ort war gut ge­wählt, wei­ter lesen » » »

1.06.2014

A Living Document: Leitfaden für ein Qualitätsmanagement bei der Durchführung von E-Learning Projekten

Meine Mo­ti­va­tion zur Be­hand­lung des Qua­li­täts­ma­nage­ment in E-​​Learning Pro­jek­ten ist ge­prägt von ei­ge­nen Er­fah­rung im Pro­jekt­ge­schäft. Ein ge­wis­ser Lei­dens­druck ent­stand da­bei an­ge­sichts sub­op­ti­ma­ler Pro­zesse im Hin­blick auf die Er­rei­chung gu­ter pro­jekt­be­zo­ge­ner und wis­sen­schaft­li­cher Er­geb­nisse. Hier nur ei­nige Bei­spiele wie­der­keh­ren­der Probleme:

  • in­ef­fi­zi­ente Nut­zung von Kommunikations-​​ und Kol­la­bo­ra­ti­ons­werk­zeu­gen (z.B. E-​​Mail-​​Flut, Versionschaos, ...)
  • un­prä­zise Ver­wer­tungs­pläne zur wirt­schaft­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und struk­tu­rel­len Nachnutzung/​Verwertung
  • ein­ge­schränkte Ver­wer­tung von Er­geb­nis­sen aus frü­he­ren Pro­jek­ten auf­grund feh­len­der Nutzungsrechte
  • un­struk­tu­rierte Daten­ab­lage, Li­te­ra­tur­ver­wal­tung, Ver­si­ons­ver­wal­tung, ect.
  • keine Daten­back­ups
  • un­ge­nü­gen­der Li­te­ra­tur­be­zug man­gels Be­kannt­heit der ent­spre­chen­den Com­mu­ni­tys und Literaturdatenbanken
  • Un­klar­heit bei der An­bah­nung von Kooperationen
  • un­ver­schlüs­selte, per­so­nen­be­zo­gene Da­ten von Leh­ren­den und Studierenden
  • ethisch/​juristisch kor­rek­ter Um­gang mit Da­ten stu­den­ti­scher Probanden
  • clo­sed source statt open source
  • kein open data

Das Ziel be­steht darin, ei­nen Hand­lungs­leit­fa­den für die Durch­füh­rung von E-​​Learning-​​Projekten zu ent­wi­ckeln. Der Leit­fa­den dient der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Or­ga­ni­sa­tion und Durch­füh­rung von Pro­jek­ten im The­men­be­reich E-​​Learning. Da­bei wer­den ein­zelne Pro­zesse be­trach­tet und im Hin­blick auf die Ent­wick­lung und Eta­blie­rung von Qua­li­täts­stan­dards er­läu­tert. Der Leit­fa­den ist un­ab­hän­gig von kon­kre­ten Pro­jek­ten und soll Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che wie auch Mit­ar­bei­ter durch Check­lis­ten bei der Durch­füh­rung von E-​​Learning unterstützen.

In ge­wis­ser Weise ist die­ser Vor­stoß durch die Ent­wick­lung ei­nes pro­jekt­be­zo­ge­nen Leid­fa­den für das Qua­li­täts­ma­nage­ment im QPL-​​Projekt »Lehr­pra­xis im Trans­fer« (LiT) in­spi­riert. In LiT geht es darum, die ein­zel­nen hochschul-​​ und me­di­en­di­dak­ti­schen Maß­nah­men zur Be­ra­tung und Ver­net­zung säch­si­scher Leh­ren­der über die vier Hoch­schul­stand­orte hin­weg kla­rer zu de­fi­nie­ren und in An­be­tracht per­so­nel­ler Fluk­tua­tion bes­ser zu kom­mu­ni­zie­ren. Die Vor­ge­hens­weise zur Er­stel­lung ei­nes QM Leit­fa­dens kann man da­bei durch­aus auf an­dere Be­rei­che in For­schung und Lehre über­tra­gen. Mich per­sön­lich be­wegt da­bei die Durch­füh­rung von E-​​Learning Projekten.

Die An­re­gung die­ses Thema kom­plett nun im Web zu er­schlie­ßen und den Text kol­la­bo­ra­tiv zu pro­du­zie­ren er­hielt zu al­ler erst von Lev Ma­no­vich. L3T und an­dere Books­prints ge­hen da­bei ei­nen an­de­ren Weg, in dem ein­zelne Bei­träge zu­sam­men­ge­fügt wer­den. Ich will je­doch al­les, vom ers­ten Ent­wurf bis hin zur Pu­bli­ka­tion ein­zel­ner Ver­sio­nen im Web ab­bil­den. Den letz­ten An­stoß dazu gab mir der re:publica Vor­trag von Kaja Sche­liga, Sönke Bart­ling und Lam­bert Hel­ler.

Ak­tu­ell ist das Do­ku­ment nur ein paar Sei­ten lang. Eine Glie­de­rung liegt vor und je­der der will, ist ein­ge­la­den das Vor­han­dene zu kom­men­tie­ren oder sich bei mir als Au­tor frei­schal­ten zu las­sen. Hier gehts zum Dokument.

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12.05.2014

Das Netz und die Lobokassine sind bedroht. Spendet Leute, spendet!


Di­gi­tale Ge­sell­schaft e.V.
di­gi­tal­cou­rage e.V.

3.05.2014

Meine Empfehlungen zum Neißefilmfest: Open Access, Liga Terezin, Sieniawka

Zum 11. mal und wie­der kaum zu über­tref­fen: das räum­lich ver­teilte und rau­mum­span­nende Film­fest im Drei­län­der­eck Po­len, Tsche­chien, Deutsch­land. Ja, DAS Neis­se­film­fest. Es lohnt im Pro­gramm zu stö­bern. Ich möchte ei­nige Filme emp­feh­len, wenn­gleich ich nicht im­mer die Ge­le­gen­heit ha­ben werde, sie zu sehen:

Vid­kryty Dos­tup /​ Open Ac­cess
Die po­li­ti­sche und ge­sell­schaft­li­che Eta­blie­rung von Open Ac­cess schrei­ten hier­zu­lande mit gro­ßen Schrit­ten voran. Wie es in ei­nem nicht-​​so-​​westlichen Land darum be­stellt ist, ver­spricht die­ser Film zu er­zäh­len. Da es um die Ukraine geht, dürfte die an­schlie­ßende Dis­kus­sion Oleksan­dra Bie­nert und An­dreas Schön­fel­der in mehr­fa­cher Hin­sicht in­ter­es­sant wer­den.
UA 2013 | 98 min | BR | OF + eUT + dtÜ
Siehe auch NGO Centre UA
09.05. 20.00 h KUNSTBAUERKINO 2, GROHEDO

Im Jahr 2011 wurde das Ge­setz des Zu­gangs zu öffent­li­chen In­for­ma­tio­nen in der Ukraine ver­ab­schie­det. Zu ei­nem Zeit­punkt, wo die de­mo­kra­ti­schen Rechte igno­riert wur­den und die Kor­rup­tion wu­cherte, be­schlos­sen fünf Fil­me­ma­cher, das Sys­tem her­aus­zu­for­dern. Der Man­gel an Trans­pa­renz und Ver­ant­wor­tung durch die An­füh­rer des Lan­des und de­ren Gleich­gül­tig­keit und Igno­ranz - das ist, was die Do­ku­men­ta­tio­nen be­zeu­gen. Die Prot­ago­nis­ten le­ben in ver­schie­de­nen Tei­len der Ukraine. Was sie ver­bin­det aber ist der Wunsch, den Zu­gang zu freien In­for­ma­tio­nen zu schaf­fen. Diese An­tho­lo­gie be­inhal­tet: “Mez­hy­hirya”, “Af­gha­ni­scher Kriegs­ve­te­ran”, “Schule”, “Haus der Chi­mä­ren”, “In Bedrängnis”.

 

Liga Tere­zin
An­ge­sichts des dies­jäh­ri­gen Schwer­punkt auf dem jü­di­schen Le­ben in Ost(und Mittel?)europa er­warte ich mir von die­sem Film nicht nur Er­kennt­nisse für meine Ar­beit am in­ter­ak­ti­ven Film(projekt) „The­re­si­en­stadt ex­plai­ned“. Liga Tere­zin er­zählt eine un­glaub­li­che Ge­schichte vom Fuß­ball im KZ The­re­si­en­stadt wohl auch vom Ver­such zu ei­nem All­tag zu finden.

IL 2012 | 52 min
10.05. 11.00 h KUNSTBAUERKINO 2, Großhennersdorf

Von 1942 bis 1944 tru­gen jü­di­sche Häft­linge un­zäh­lige Fuß­ball­spiele auf im­pro­vi­sier­ten Spiel­fel­dern in un­mit­tel­ba­rer Nähe ih­rer Ba­ra­cken im Ghetto The­re­si­en­stadt aus. Es war der Ver­such, sich der trau­ri­gen Rea­li­tät ih­rer auf­ge­zwun­ge­nen Not­lage ent­ge­gen zu stem­men. Die Na­zis mach­ten da­von Film­auf­nah­men, um sie für Pro­pa­gan­da­zwe­cke zu nut­zen. Aus­ge­hend von die­sen Auf­nah­men spannt der Film ei­nen Bo­gen zu ak­tu­el­len an­ti­se­mi­ti­schen Ten­den­zen in hol­län­di­schen Stadien.

Sie­niawka
D/​PL 2013, 126 min., DCP OF dt UT
08.05. 15.00 h KRONENKINO, ZITTAU
In der Um­ge­bung von Zit­tau kann ich mir kaum ei­nen mis­te­riö­se­ren Ort vor­stel­len, als den ehe­ma­li­gen Ka­ser­nen­kom­plex in Sie­niawka (ehm. Klein­schö­nau). Das An­we­sen ist vie­len noch als Sitz des Kraft­ver­kehrs und Tank­stelle be­kannt.. Man­che wis­sen um die Ge­schichte als Pro­duk­ti­ons­ort der ers­ten Dü­sen­trieb­werke durch die Firma Jun­kers im Jahre 1945. Nur we­nige sind da­ge­gen mit der düs­te­ren Ver­gan­gen­heit als Ent­bin­dungs­heim von Groß-​​Rosener KZ-​​Häftlingen, dem Wir­ken von Dr. Men­gele und an­dern SS-​​Größen so­wie der Nut­zung als La­ger des so­wje­ti­schen NKWD ver­traut. Ei­nige En­thu­si­as­ten ver­mu­ten in den un­ter­ir­di­schen Pro­duk­ti­ons­stät­ten Na­zi­schätze, wie das Bern­stein­zim­mer. In die­sem Film geht es je­doch um die heute dort zu fin­dende Psychatrie.

Ein Ta­ge­bau, ein her­um­streu­nen­der Kos­mo­naut. Eine Be­treu­ungs­an­stalt für psy­chisch Norm­ab­wei­chende. Erst Es­sens­aus­gabe im Spei­se­saal, dann Zi­ga­ret­ten­aus­gabe im Rau­cher­zim­mer. Luft­ten­nis im Gar­ten und ein al­tes Kino aus Vor­kriegs­zei­ten.
Ein aus der Zeit ge­fal­le­ner Ort na­mens Sie­niawka, be­kannt für sei­nen Grenz­über­gang und für eine lo­kale Psych­ia­trie an der polnisch-​​deutschen Grenze bil­det das schwe­re­lose Zen­trum die­ses ki­ne­ma­to­gra­fi­schen Bil­der­mo­no­liths. Eine ex­pe­ri­men­telle Mi­schung aus Science-​​Fiction und Do­ku­drama. Sie­niawka, 5 Mi­nu­ten Fuß­weg von Zit­tau ent­fernt - Le­ben auf ei­nem frem­den Stern.

Dar­über hin­aus:
- Ru­blak. Die Le­gende vom ver­mes­se­nen Land (08.05. 20.00 h KULTURFABRIK, MITTELHERWIGSDORF)
- One Fine Line (09.05. 17.30 h KUNSTBAUERKINO 1, GROHEDO)

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