2.09.2015

Holocaust als ein Vehikel für Menschenrechte

Bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, die sich der Er­in­ne­rung und Auf­ar­bei­tung der NS-​​Verbechen wid­men, muss ich im­mer wie­der fest­stel­len, wie we­nige junge Leute (< 30 Jahre) sich für das Thema in­ter­es­sie­ren. Dies ist zu­nächst eine Fest­stel­lung, ohne jede Wer­tung und ohne ei­nen Ver­gleich.
Wenn ich mich für ei­nen Wis­sens­be­reich in­ter­es­siere, dann nehme ich daran An­teil und ver­folge die Ge­scheh­nisse auf­merk­sam.
So ein In­ter­esse ist im­mer auch mit der Ab­sicht des Ler­nens ver­bun­den, denn schließ­lich möchte man et­was neues er­fah­ren, ver­ste­hen oder ausüben.

Über­legt man nun, wa­rum sich je­mand mit der Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Ju­den, den NS Ver­bre­chen im All­ge­mei­nen so­wie dem Thema An­ti­se­mi­tis­mus oder Frem­den­feind­lich­keit aus­ein­an­der­set­zen sollte, dann fin­det man recht schnell zu ei­nem ge­mein­sa­men Nen­ner. Es geht im Grunde um die ba­sa­len Men­schen­rechte: Das Recht auf kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit, das Recht auf Frei­heit von Un­ter­drü­ckung, das Recht auf freie Wahl des Aufenthalts-​​, Wohn-​​ und Ar­beits­or­tes, das Recht auf Ar­beit, das recht auf Mit­be­stim­mung usw.

Die Men­schen­rechte stel­len das hier ein über­ge­ord­nete und für viele viel­leicht et­was ver­deck­tes Ziel die­ses Lern­pro­zes­ses dar. Doch was ver­steht man hier un­ter ei­nem Ziel? Wor­auf zielt die Be­schäf­ti­gung mit ei­nem Thema ab? Möchte ich mir schlicht Fak­ten an­eig­nen, um sie mehr oder we­ni­ger prä­zise wie­der­ge­ben zu kön­nen? Also viel­leicht mein All­ge­mein­wis­sen er­wei­tern? Oder gehe ich noch ei­nen Schritt wei­ter und ver­su­che die Zu­sam­men­hänge der Fak­ten zu ver­ste­hen, Kau­sa­li­tä­ten und Kor­re­la­tio­nen zu fin­den? Wenn ich das Ge­lernte an­wen­den möchte, um bei­spiels­weise je­man­den das Thema zu er­klä­ren, dann muss ich das Wis­sen an­wen­den kön­nen. For­men der An­wen­dung kön­nen viel­fäl­tig sein. Bei­spiels­weise kann ich ver­su­chen ein Kon­zept in die Pra­xis zu über­füh­ren, ich kann eine Theo­rie in ei­nem Ex­pe­ri­ment er­pro­ben oder ich kann ver­su­chen mein Wis­sen an­de­ren zu ver­mit­teln. Diese drei Stu­fen (es gibt noch mehr) hel­fen, Lern­ziele zu ordnen.

Doch kom­men wir nun zu­rück zu den Men­schen­rech­ten.
Ich wage die These, dass sich mehr Men­schen für die Wah­rung der Men­schen­rechte in­ter­es­sie­ren, als für die Ge­scheh­nisse des Reich und Zwei­ten Welt­krieg. Das er­scheint auf den ers­ten Blick plau­si­bel, ist aber er­klä­rungs­be­dürf­tig. Ein Grund da­für liegt
- die von Am­nesty In­ter­na­tio­nal re­gel­mä­ßig kon­sta­tier­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen welt­weit
- die Ver­feh­lung der Mil­le­ni­ums­ent­wick­luns­gziele, d.h. die Be­sei­ti­gung von Ar­mut und Hun­ger so­wie die Ge­währ­leis­tung von Grundschulbildung.

Alle ge­nann­ten Gründe adres­sie­ren ak­tu­elle Pro­bleme und zu­meist keine lo­ka­len Pro­bleme - zu­min­dest nicht für uns. Dies un­ter­schei­det sie vom Ho­lo­caust, der zwar je­der Orts (in Eu­ropa) Aus­wir­kun­gen zeigte (De­por­ta­tion der deut­schen Ju­den, KZ-​​Zwangsarbeit, To­des­mär­sche), je­doch zeit­lich schon mehr als 70 Jah­ren zu­rück­liegt. Be­trach­tet man den per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zu den Betroffenen/​den Op­fer und die in­di­vi­du­elle Mit­schuld am Ge­sche­he­nen, las­sen sich ebenso dia­me­trale Un­ter­schiede fest­stel­len: Be­zie­hun­gen zu Zeit­zeu­gen und Ho­lo­caust­über­le­bende wer­den mehr und mehr zur Aus­nahme, da nur noch we­nige ehe­ma­lige Zeit­zeu­gen le­ben. Per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zu Men­schen in nicht-​​entwickelten Län­dern bzw. den ärms­ten Men­schen der Welt, die z.B. we­ni­ger als 1 oder 2 Dol­lar pro Tag ver­die­nen (Ar­muts­de­fi­ni­tion der Welt­bank), sind we­ni­ger sel­ten. Durch Rei­sen, welt­weite Kom­mu­ni­ka­tion und nicht zu­letzt durch die ge­gen­wär­ti­gen Flücht­lings­ströme sind uns diese Men­schen nicht mehr so fremd wie vor 25 Jah­ren, als wir das In­ter­net, Bil­lig­flie­ger und Fron­tex noch nicht kann­ten. Eine per­sön­li­che Schuld am Ho­lo­caust ist für die nach 1931 ge­bo­re­nen schwer zu be­grün­den. Un­sere per­sön­li­che Schuld bzw. Mit­schuld für die Le­bens­si­tua­tion ei­nes Groß­teils der Welt­be­völ­ke­rung steht je­doch au­ßer Frage, denn wir ha­ben ab­ge­se­hen von un­se­rem Le­bens­wan­del (z.B. Roh­stoff­ver­brauch, Um­welt­ver­schmut­zung), auch Ein­fluss auf die Po­li­tik (Han­dels­ab­kom­men, Zölle, etc.) und so­mit auch auf die Wirt­schaft (Ar­beits­be­din­gun­gen, Um­welt­ver­schmut­zung, etc.). In ei­ner De­mo­kra­tie kann man das nicht leugnen.

Hal­ten wir also als The­sen fest, dass eine zeit­li­che Nähe, per­sön­li­che Sicht­bar­keit und Mit­schuld an der Ver­ur­sa­chung von Pro­ble­men das In­ter­esse an ei­nem Thema stei­gern kön­nen. Für The­men wie den Ho­lo­caust oder die NS-​​Zeit sind diese Be­din­gun­gen nicht mehr er­füllt. Die in­di­vi­du­ell emp­fun­dene Re­le­vanz des The­mas ist nur noch schwer ver­mit­tel­bar. Eine Stu­die der Ber­t­hels­mann Stif­tung vom Ja­nuar 2014 be­sagt, dass 58% der 1000 be­frag­ten Deut­schen ei­nen Schluss­strich un­ter den Ho­lo­caust be­für­wor­ten. Statt des­sen lässt sich die Re­le­vanz des all­ge­mei­ne­ren Lern­ziels bzgl. der uni­ver­sel­len Men­schen­rechte viel bes­ser be­grün­den und nach­voll­zie­hen. Im Um­kehr­schluss be­deu­tet dies je­doch nicht, die Ge­schichte der Ju­den­ver­fol­gung im NS-​​Staat ad acta zu le­gen. Viel­mehr soll­ten wir uns darin üben, Ge­mein­sam­kei­ten in den Ur­sa­chen, Ent­wick­lun­gen und Aus­wir­kun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren. An­statt ei­nes Ver­gleichs zwi­schen dem sin­gu­lä­ren Völ­ker­mord und den welt­wei­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen kön­nen wir trotz ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen ge­wis­sen Mus­ter er­ken­nen. Die Ge­schichte wie­der­holt sich, nur der Kon­text ändert sich. Ge­lin­gen kann dies mit Hilfe der von Ha­rald Wel­zer aus­ge­wie­se­nen Er­kennt­nis, wozu Men­schen im Stande sind - im Gu­ten wie im Schlech­ten. Wir kön­nen große Leis­tun­gen voll­brin­gen (z.B. Er­fin­dun­gen, Bau­werke, Or­ga­ni­sa­tio­nen) und Liebe ge­gen­über un­se­ren Nächs­ten zei­gen, doch wir Men­schen sind ebenso im Stande de­struk­tiv zu wir­ken (z.B. durch Kriege) und wür­di­ges Men­schen­le­ben in un­ge­heu­rem Aus­maß zu er­schwe­ren - bis hin zur Aus­lö­schung von Völ­kern. Diese Fä­hig­kei­ten des Men­schen las­sen sich in fast al­len Epo­chen der Mensch­heits­ge­schichte be­le­gen und mit­ein­an­der in Be­zie­hung set­zen, ganz gleich wel­che tech­no­lo­gi­schen, wirt­schaft­li­chen oder ge­sell­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen wir im Ein­zel­nen vor­fin­den. Der Ho­lo­caust ist da­bei ein be­son­de­res Ve­hi­kel, was uns hel­fen kann Men­schen­rechts­pro­bleme zu er­ken­nen, sie an­zu­spre­chen und ihre Wah­rung welt­weit durch­zu­set­zen. Päd­ago­gen und Mul­ti­pli­ka­to­ren sind in die­sem Zu­sam­men­hang ge­for­dert, ihre lo­kal be­schränk­ten Be­trach­tungs­wei­sen zu über­win­den und da­für den kri­ti­schen Blick für glo­bale Her­aus­for­de­run­gen im Raum­schiff Erde zu schärfen.

3.08.2015

Folien zum Workshop: Zwischen Vorlesungsaufzeichnung und MOOC - Lernvideos didaktisch sinnvoll einsetzen.

Die­sen Work­shop hatte ich zu­sam­men mit Ca­ro­line Meh­ner an der Uni­ver­si­tät Leip­zig an­ge­bo­ten. Der Work­shop liegt schon ei­nige Zeit zu­rück, doch ehe die Ma­te­ria­lien in der Schub­lade ver­schwin­den und in un­se­rem Pro­jekt (Lehr­pra­xis im Trans­fer) keine Ver­wen­dung mehr fin­den, möchte ich sie lie­ber tei­len und zur Dis­kus­sion stel­len. Der größte Teil der In­halte habe ich übri­gens den ein­füh­ren­den Ka­pi­tel mei­ner (hof­fent­lich bald fer­ti­gen) Dis­ser­ta­tion entnommen.

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22.07.2015

HTML5 Video Zoom

I was woun­de­ring how it would be pos­si­ble to zoom a HTML5 vi­deo since zoo­m­ing is an al­most ubi­qui­tous fea­ture in web shops. In par­ti­cu­lar zoom makes sense for vi­deos, be­cause vi­sual de­tails may other­wise stay hid­den in the back­ground. Es­pe­cially high qua­lity vi­deos with high re­so­lu­tion (HD) are of­ten down­s­ca­led in its size so that even re­gu­lar ob­jects like text be­come hardly re­a­da­ble. This is es­pe­cially the case on small dis­play de­vices like mo­bile phones.

Me­dia­site vi­deo player has a si­mi­lar fea­ture, but it is rea­li­zed by sim­ple CSS tran­si­tion of an vi­deo that is dis­played smal­ler then its size. One could say its a fake zoom.

Much bet­ter re­sults can be achie­ved with the small li­brary of pan­zoom. With a few lines of code zoom can be ap­plied to the HTML vi­deo element.

Howe­ver, you can take look at a demo that I have just se­pa­ra­ted from Vi-​​Two. Its all work in pro­gress, but the source code is avail­able at git­hub for a few months now.

Screen­shot of the vi­deo zoom fea­ture of the frame­work vi-​​two. Be­side that the play­back speed is ad­jus­table to the users needs.

22.07.2015

Im Hamsterrad der Drittmittel: Anti-Patterns effizienter Forschung und Lehre

1. Anti-​​Pattern: Mikrofinanzierung

Die Frei­heit von For­schung und Lehre ging frü­her wohl ein­mal mit der fi­nan­zi­el­len Frei­heit ein­her, das Bud­get ei­ner Pro­fes­sur im Sinne der Kern­auf­ga­ben aus­zu­ge­ben. Mit der Um­stel­lung auf Dritt­mit­tel­for­schung konnte man sich diese Frei­heit zu­min­dest noch er­kämp­fen, in dem man gute An­träge schrieb und sich ge­gen­über der Kon­kur­renz be­haup­tete. Da ge­wisse Dritt­mit­tel­ge­ber nur nur be­stimmte Kos­ten­stel­len fi­nan­zie­ren, kön­nen in den an­de­ren Kos­ten­stel­len Lü­cken auf­klaf­fen. Bei­spiels­weise sind Rei­se­mit­tel oft ausgschlos­sen oder auf eine be­stimmte Re­gion (Deutsch­land) be­schränkt, wäh­rend For­scher gleich­zei­tig zur In­ter­na­tio­na­li­sie­rung und zum Auf­bau in­ter­na­tio­na­ler Kon­takte an­ge­hal­ten sind. Um ein sol­ches Loch im Dritt­mit­tel­sack zu stop­fen gibt es klei­nere Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten, z.B. beim DAAD, der DFG oder an den Uni­ver­si­tä­ten (z.B. die Gra­du­ier­ten Aka­de­mie der TU Dres­den). Diese Mi­kro­fi­nan­zie­run­gen be­tref­fen aber auch Zu­schüsse für Hilfs­kräfte, die dann ei­gen­stän­dig und frei­lich ohne Zu­ar­beit eine For­schungs­frage be­ant­wor­ten. In ähn­li­cher Weise kön­nen auch mi­ni­male Auf­sto­ckun­gen, etwa um 25% der Voll­zei­t­äqui­va­lente, als eine Mi­kro­fi­nan­zie­rung an­ge­se­hen werden.

Eine wei­tere Kon­se­quenz ent­steht bei der Ver­wer­tung der Pro­jekt­er­geb­nisse. Durch die Zer­stü­cke­lung von Stel­len und Auf­ga­ben kann ein er­ziel­tes Er­geb­nis nicht mehr ein­wand­frei mit ei­nem Pro­jekt in Zu­sam­men­hang ge­bracht wer­den. In Folge ver­wer­tet man seine Er­geb­nisse (z.B. Pu­bli­ka­tio­nen) in meh­re­ren Pro­jekt­be­rich­ten. Im Ex­trem­fall ist das Sub­ven­ti­ons­be­trug, zu­min­dest er­zeugt es je­doch Re­dun­dan­zen in Abschlussberichten.

2. Anti-​​Pattern: Wer nicht will der hat schon

Die Fa­kul­tä­ten er­hal­ten in Sach­sen nur 90% der ih­nen zu­ge­sag­ten Mit­tel, wo­bei ein­zelne Pro­fes­su­ren (oder Ver­bünde) um die feh­len­den 10% der Mit­tel in An­trags­ver­fah­ren mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren. Wer sich also nicht um diese Mit­tel be­müht, d.h. sich am Ver­ga­be­ver­fah­ren be­tei­ligt, geht ein­fach leer aus. Lehr­stühle sol­len da­mit die In­itia­tive er­grei­fen und sich um eine Fort­ent­wick­lung von Lehre, For­schung und Or­ga­ni­sa­tion be­mü­hen. Busi­ness as usual wird da­mit be­straft und Hand­lungs­spiel­räume wer­den ein­ge­schränkt. Da die­ses Prin­zip die un­glei­che Ka­pa­zi­tä­ten und Be­las­tun­gen ein­zel­ner Lehr­stühle nicht be­rück­sich­tigt, ist eine Chan­cen­gleich­heit nicht ge­währ­leis­tet. Für den Ab­lauf des Be­gut­ach­tungs­ver­fah­rens ist das Mi­nis­te­rium ver­ant­wort­lich, d.h. von Fair­ness und Ob­jek­ti­vi­tät ist auszuegehen.

3. Anti-​​Pattern: Matroschka-​​ oder Schneeball-​​Prinzip

Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che star­ten in­ner­halb ih­res Dritt­mit­tel­pro­jekts eine Aus­schrei­bun­gen, um klei­nere Geld­be­träge nach selbst de­fi­nier­ten Kri­te­rien in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Ziel­gruppe zu ver­tei­len. Wer diese Gel­der be­kom­men möchte, muss sich mit ei­nem An­trag darum be­mü­hen und die Kri­te­rien er­fül­len. Was frü­her eine Stel­len­aus­schrei­bung war, sind hier die För­der­richt­li­nien. Statt ei­nes Be­wer­bungs­schrei­bens, wird ein An­trag ein­ge­reicht. Das Be­gut­ach­tungs­ver­fah­ren un­ter­liegt kei­ner Kon­trolle und wer­den in der Re­gel durch as­so­zi­ierte Per­so­nen und Pro­jekt­mit­ar­bei­ter ge­tra­gen. Die übli­chen Hü­ter der Chan­cen­gleich­heit für Frauen und Men­schen mit Be­hin­de­rung, blei­ben au­ßen vor. In der Re­gel er­ge­ben sich dar­aus nur sehr kurz­fris­tige Fi­nan­zie­run­gen von Wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern oder Hilfs­kräf­ten mit li­mi­tier­ten Sach-​​ und Reisemitteln.

4. Ein Vor­schlag für eine Me­trik der Drittmitteleinwerbung

Der Dschun­gel ver­schach­tel­ter und klein­tei­li­ger För­der­mög­lich­kei­ten nimmt zu­neh­mend mehr Zeit in An­spruch. Um die­ses sub­jek­tive Emp­fin­den zu quan­ti­fi­zie­ren, schlage ich ei­nige Kenn­zah­len vor, die je­der für sich oder für seine Struk­tur­ein­ein­heit  er­he­ben kann. In­ter­es­sant ist daran nicht nur der Ver­gleich zwi­schen ver­schie­de­nen Per­so­nen oder Ab­tei­lun­gen un­ter dem Dach ei­ner Hoch­schule, son­dern auch der Längs­schnitt über me­he­rere Jahre hin­weg. Dem ein­zel­nen kön­nen diese Zah­len viel­leicht hel­fen, den Blick auf das We­sent­li­che, d.h. die Kern­auf­ga­ben, wie­der zu schär­fen und dem Hams­ter­rad der Dritt­mit­tel zu ent­kom­men. Es wäre zu be­grü­ßen, wenn wir im Sinne die­ser Kern­auf­ga­ben wie­der ef­fi­zi­en­ter ar­bei­ten könn­ten, an­statt mas­sen­haft An­trags­prosa im Mar­ket­ting­sprech zu formulieren.

Die fol­gen­den Vor­schläge für Me­tri­ken be­zie­hen sich je­weils auf ein Ka­len­der­jahr und alle ein­ge­reich­ten Dritt­mit­tel­an­träge, ein­schließ­lich mehr­stu­fi­ger und nicht er­folg­rei­cher Anträge.

  • Ge­schrie­bene Zei­chen im An­trags­text (zzgl. Zwischen-​​/​Abschlussbericht) pro ein­ge­wor­be­nem Euro.
  • Ver­hält­nis der in An­trä­gen ge­schrie­be­nen Zei­chen (zzgl. Zwischen-​​/​Abschlussbericht) zur Zei­chen­an­zahl al­ler Publikationen.
  • Ku­mu­lierte An­zahl der Mann­tage für  Pla­nung, Er­stel­lung von An­träge pro ein­ge­wor­be­nen Manntage.
  • Summe der Mann­tage, an wel­chen man sich mit der Pla­nung, Er­stel­lung von An­träge bzw. der Be­richt­er­stat­tung be­schäf­tigt hat.

5. (Dritt-)Mittel der Wahl?

Im klei­nen Hams­ter­rad im Ge­triebe der Hoch­schu­len muss man sich schön mit­dre­hen, funk­tio­nie­ren. Aus an­de­ren Län­dern wis­sen wir je­doch, dass die­ses Sys­tem nicht al­ter­na­tiv­los ist. Für klas­si­sche Fi­nan­zie­rung ei­nes Mit­tel­baus ma­chen sich be­reits Mit­tel­bau­in­itia­ti­ven stark, doch es gibt auch al­ter­na­tive Mög­lich­kei­ten For­schung und Lehre jen­seits der Hoch­schu­len zu be­trei­ben. Viel­leicht ist letz­te­res auch ge­wollt, um die fä­hi­gen Leute in die Arme der Wirt­schaft zu spie­len. Wenn je­doch das Ziel darin be­steht, For­schung und Lehre zu be­strei­ten, gibt es si­cher noch wei­tere Al­ter­na­ti­ven. Ich ver­su­che es mal mit ei­ner Auflistung:

  • For­schung durch Bür­ger­wis­sen­schaft. Siehe http://www.buergerschaffenwissen.de/
  • Le­bens­lan­ges Ler­nen (und Leh­ren) an­hand freier Lern­res­sour­cen, Forschungsergebnisse, ...
  • Stu­den­ti­sche In­itia­ti­ven, die durch ei­gene Lehr­an­ge­bote von der übli­chen Lehr­mei­nung in den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten ab­rü­cken. Siehe Im­puls, In­ter­na­tio­nale stu­den­ti­sche In­itia­tive für Plu­ra­lis­mus in der Öko­no­mie (ISIPE)
  • Der Ver­such das Kon­zept der Klös­ter auf eine athe­is­ti­sche Art und Weise neu zu er­fin­den ist mit den un­Mo­nas­tery wohl ge­lun­gen. Klös­ter wa­ren im Mit­tel­al­ter, weit vor der Grün­dung der ers­ten Uni­ver­si­tä­ten, die ein­zi­gen Orte, in de­nen Men­schen ge­forscht und ge­lehrt ha­ben. Die strikte Le­bens­füh­rung, so­wie die Kom­bi­na­tion aus kör­per­li­cher Ar­beit (neu­deutsch Sport) und Kopf­ar­beit er­scheint auch in der heu­ti­gen Zeit we­ni­ger un­ge­wöhn­lich, als man glaubt.

 

21.07.2015

Einweihung der Denkmalanlage "Stelen der Erinnerung" auf dem Jüdischen Friedhof zu Görlitz

Vor fünf Jah­ren hatte ich die feh­len­den Na­mens­zei­chen auf dem Gör­lit­zer Jü­di­schen Fried­hofs hier an­ge­mahnt und da­mit ei­nen Stein ins Rol­len ge­bracht. Die Fried­hofs­ver­wal­tung der Stadt Gör­litz, ins­be­son­dere Frau E. Mühle, hatte sich der Sa­che an­ge­nom­men und viele Un­ter­stüt­zer für die Schaf­fung ei­ner wür­di­gen Denk­mal­an­lage ge­won­nen und mit viel Ein­satz die Schaf­fung ei­nes neuen Denk­mals ko­or­di­niert.
Am 1. Sep­tem­ber 2015 um 16:00 wird die­ses Denk­mal auf dem Jü­di­schen Fried­hof ein­ge­weiht. Gruß­worte und An­spra­chen von Sta­nis­law Til­lich, Dr. Nora Gol­den­bo­gen von der Jü­di­schen Ge­meinde Sach­sen, OB Sieg­fried Dei­nege und dem Über­le­ben­den Mo­nik Mly­nar­ski ge­ben der Ein­wei­hungs­feier ei­nen wür­di­gen Rah­men. Ich per­sön­lich freue mich auf die­ses Ereignis.

Auf ein Wort zur Na­mens­ge­bung:
Stele be­deute so viel wie Grab­stein, was an­ge­sichts der auf dem Jü­di­schen Fried­hof noch be­ste­hen­den Mas­senSam­mel­grä­ber der KZ-​​Gefangenen eine tref­fende Be­zeich­nung ist. "Ste­len der Er­in­ne­rung" gibt es u.a. in Offenbach/​Main (Syn­agoge), Bee­len (Fried­hof) und Gel­tow (ge­fal­lene Bun­des­wehr­sol­da­ten).

3.06.2015

Using gedit to commit and push to GitHub by a simple keyboard shortcut

Ge­dit is a very ba­sic but suf­fi­ci­ent text edi­tor for many pur­po­ses. Fol­lo­wing the best prac­tice to com­mit early and of­ten can be cum­ber­some since one have to switch to the ter­mi­nal in or­der to add file, com­mit chan­ges, and push ever­y­thing to the re­mote re­po­sitory. To easy this pro­cess com­mit­ing should be as easy as sa­ving a file.

By the help of the ge­dit plu­gin "Ex­ter­nal Tool" we can ma­nage with a few lines of code. Since we need to spe­cify chan­ges to­ge­ther with every com­mit ze­nity gi­ves us the chance to en­ter some text be­fore com­mit­ing the code.
#!/bin/sh
git add .
inputStr=$(zenity --entry --title="Commit Message" --text="Enter a commit message" --entry-text "minor updates")
git commit -m "$inputStr"
git push origin master

If you put this snip­ped as an ap­p­li­ca­tion into the Ex­ter­nal Tool plu­gin you can call the script by a sim­ple key­board com­mand, e.g. str + g

The Ex­ter­nal Tool plu­gin ma­king it easy to com­mit and push with gedit

Now you can call the script even from files that are nes­ted in­side your re­po­sitory folders.

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12.05.2015

Theresienstadt Explained beim Neisse Filmfestival

Am Frei­tag, dem 70. Jah­res­tag der Be­frei­ung, hat­ten Ar­min und ich die Ehre un­ser Pro­jekt oder bes­ser den Film beim Neiße Film­fes­ti­val vor­zu­stel­len. Im Ver­gleich zu den übri­gen Strei­fen kon­fron­tier­ten wir die Zu­schauer mit ei­ner Mi­schung aus Film­vor­füh­rung und Vor­trag. Ar­min gab eine Ein­füh­rung in die his­to­ri­schen Hin­ter­gründe und stellte auch re­gio­nale Be­züge zu Zit­tau her. An­schlie­ßend zeig­ten wir den Film und pau­sier­ten an ei­ni­gen Stel­len, um auf be­son­ders dreiste In­sze­nie­run­gen, Über­trei­bung, Täu­schun­gen so­wie aus­ge­blen­dete As­pekte des Le­bens im KZ The­re­si­en­stadt ein­zu­ge­hen. Die Re­so­nanz war, so weit mir das zu­teil wurde, sehr po­si­tiv. Es war uns ge­lun­gen die 48 Gäste, dar­un­ter eine Schul­klasse, in die Dis­kus­sion zur kri­ti­schen Be­trach­tung des Films ein­zu­be­zie­hen.
Ab­ge­se­hen da­von er­hiel­ten wir ei­nige Im­pulse zur Wei­ter­ent­wick­lung un­se­res di­dak­ti­schen Kon­zepts so­wie für die tech­no­lo­gi­sche Un­ter­stüt­zung von Film-​​Präsentation für Grup­pen. Letz­te­res be­zeichne ich als Gui­ded Vi­deo Pre­sen­ta­tion. Der Vor­tra­gende steu­ert da­bei die An­wen­dung mit Hilfe eine Pre­sen­ters, der über vier bis sechs Tas­ten ver­fügt. Die Tas­ten die­nen zur Na­vi­ga­tion in­ner­halb der Film-​​Szenen so­wie zur An­pas­sung der Wie­der­ga­be­ge­schwin­dig­keit. Zu­sätz­lich las­sen sich an de­fi­nier­ten Stel­len Hin­weise, Her­vor­he­bun­gen oder zu­sätz­li­che Me­dien ein­blen­den. Zu die­sem Thema werde ich dem­nächst ei­nen ge­son­der­ten Bei­trag schreiben.

Stand der Anwendung

Das User In­ter­face hat ein Re­de­sign er­fah­ren und ist nun re­sponsive, d.h. es passt sich der Größe des Bild­schrims an. Au­ßer­dem gibt es ei­nen Vollbildmodus.

Ei­nige Bio­gra­phien, wie die von Ru­dolf Sau­dek, ha­ben wir be­reits ein­ge­bun­den. Aus­ge­wählte Per­so­nen sind in­ner­halb des Vi­deos her­vor­ge­ho­ben. Für sie kön­nen die kur­zen bio­gra­fi­schen Texte bei Be­darf auf­ge­ru­fen werden.

Ei­nen Teil der in­ter­ak­ti­ven An­wen­dung bil­det die Ge­gen­über­stel­lung der im Film dar­ge­stell­ten Sze­nen mit den heu­ti­gen Or­ten in Tere­zin. Un­ser An­lie­gen ist da­bei, Ver­knüp­fun­gen zwi­schen Film und dem Be­such der Ge­denk­stätte zu för­dern. Er­gänzt wer­den soll das noch durch eine in­ter­ak­tive Karte.

Ge­gen­über­stel­lung von Szenen

Haus

Gär­ten der SS

Vor der Dresd­ner Kas­serne

Feh­ler im Film

Ein film­tech­ni­scher Feh­ler in der Szene des Fuß­ball­spiels, als die Men­schen nach der Ar­beit durch das Tor der Dresd­ner Kas­serne lau­fen. Recht deut­lich sieht man, wie ein Ka­me­ra­mann auf ei­ner Lei­ter steht und die vor­bei­zie­hen­den Men­schen filmt. Ab­ge­se­hen von die­sem tech­ni­schen Feh­ler gibt es noch an­dere, die dem Idyll wi­der­spre­chen. Dazu aber spä­ter mehr.

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