22.07.2015

HTML5 Video Zoom

I was woun­de­ring how it would be pos­si­ble to zoom a HTML5 vi­deo since zoo­m­ing is an al­most ubi­qui­tous fea­ture in web shops. In par­ti­cu­lar zoom makes sense for vi­deos, be­cause vi­sual de­tails may other­wise stay hid­den in the back­ground. Es­pe­cially high qua­lity vi­deos with high re­so­lu­tion (HD) are of­ten down­s­ca­led in its size so that even re­gu­lar ob­jects like text be­come hardly re­a­da­ble. This is es­pe­cially the case on small dis­play de­vices like mo­bile phones.

Me­dia­site vi­deo player has a si­mi­lar fea­ture, but it is rea­li­zed by sim­ple CSS tran­si­tion of an vi­deo that is dis­played smal­ler then its size. One could say its a fake zoom.

Much bet­ter re­sults can be achie­ved with the small li­brary of pan­zoom. With a few lines of code zoom can be ap­plied to the HTML vi­deo element.

Howe­ver, you can take look at a demo that I have just se­pa­ra­ted from Vi-​​Two. Its all work in pro­gress, but the source code is avail­able at git­hub for a few months now.

Screen­shot of the vi­deo zoom fea­ture of the frame­work vi-​​two. Be­side that the play­back speed is ad­jus­table to the users needs.

22.07.2015

Im Hamsterrad der Drittmittel: Anti-Patterns effizienter Forschung und Lehre

1. Anti-​​Pattern: Mikrofinanzierung

Die Frei­heit von For­schung und Lehre ging frü­her wohl ein­mal mit der fi­nan­zi­el­len Frei­heit ein­her, das Bud­get ei­ner Pro­fes­sur im Sinne der Kern­auf­ga­ben aus­zu­ge­ben. Mit der Um­stel­lung auf Dritt­mit­tel­for­schung konnte man sich diese Frei­heit zu­min­dest noch er­kämp­fen, in dem man gute An­träge schrieb und sich ge­gen­über der Kon­kur­renz be­haup­tete. Da ge­wisse Dritt­mit­tel­ge­ber nur nur be­stimmte Kos­ten­stel­len fi­nan­zie­ren, kön­nen in den an­de­ren Kos­ten­stel­len Lü­cken auf­klaf­fen. Bei­spiels­weise sind Rei­se­mit­tel oft ausgschlos­sen oder auf eine be­stimmte Re­gion (Deutsch­land) be­schränkt, wäh­rend For­scher gleich­zei­tig zur In­ter­na­tio­na­li­sie­rung und zum Auf­bau in­ter­na­tio­na­ler Kon­takte an­ge­hal­ten sind. Um ein sol­ches Loch im Dritt­mit­tel­sack zu stop­fen gibt es klei­nere Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten, z.B. beim DAAD, der DFG oder an den Uni­ver­si­tä­ten (z.B. die Gra­du­ier­ten Aka­de­mie der TU Dres­den). Diese Mi­kro­fi­nan­zie­run­gen be­tref­fen aber auch Zu­schüsse für Hilfs­kräfte, die dann ei­gen­stän­dig und frei­lich ohne Zu­ar­beit eine For­schungs­frage be­ant­wor­ten. In ähn­li­cher Weise kön­nen auch mi­ni­male Auf­sto­ckun­gen, etwa um 25% der Voll­zei­t­äqui­va­lente, als eine Mi­kro­fi­nan­zie­rung an­ge­se­hen werden.

Eine wei­tere Kon­se­quenz ent­steht bei der Ver­wer­tung der Pro­jekt­er­geb­nisse. Durch die Zer­stü­cke­lung von Stel­len und Auf­ga­ben kann ein er­ziel­tes Er­geb­nis nicht mehr ein­wand­frei mit ei­nem Pro­jekt in Zu­sam­men­hang ge­bracht wer­den. In Folge ver­wer­tet man seine Er­geb­nisse (z.B. Pu­bli­ka­tio­nen) in meh­re­ren Pro­jekt­be­rich­ten. Im Ex­trem­fall ist das Sub­ven­ti­ons­be­trug, zu­min­dest er­zeugt es je­doch Re­dun­dan­zen in Abschlussberichten.

2. Anti-​​Pattern: Wer nicht will der hat schon

Die Fa­kul­tä­ten er­hal­ten in Sach­sen nur 90% der ih­nen zu­ge­sag­ten Mit­tel, wo­bei ein­zelne Pro­fes­su­ren (oder Ver­bünde) um die feh­len­den 10% der Mit­tel in An­trags­ver­fah­ren mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren. Wer sich also nicht um diese Mit­tel be­müht, d.h. sich am Ver­ga­be­ver­fah­ren be­tei­ligt, geht ein­fach leer aus. Lehr­stühle sol­len da­mit die In­itia­tive er­grei­fen und sich um eine Fort­ent­wick­lung von Lehre, For­schung und Or­ga­ni­sa­tion be­mü­hen. Busi­ness as usual wird da­mit be­straft und Hand­lungs­spiel­räume wer­den ein­ge­schränkt. Da die­ses Prin­zip die un­glei­che Ka­pa­zi­tä­ten und Be­las­tun­gen ein­zel­ner Lehr­stühle nicht be­rück­sich­tigt, ist eine Chan­cen­gleich­heit nicht ge­währ­leis­tet. Für den Ab­lauf des Be­gut­ach­tungs­ver­fah­rens ist das Mi­nis­te­rium ver­ant­wort­lich, d.h. von Fair­ness und Ob­jek­ti­vi­tät ist auszuegehen.

3. Anti-​​Pattern: Matroschka-​​ oder Schneeball-​​Prinzip

Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che star­ten in­ner­halb ih­res Dritt­mit­tel­pro­jekts eine Aus­schrei­bun­gen, um klei­nere Geld­be­träge nach selbst de­fi­nier­ten Kri­te­rien in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Ziel­gruppe zu ver­tei­len. Wer diese Gel­der be­kom­men möchte, muss sich mit ei­nem An­trag darum be­mü­hen und die Kri­te­rien er­fül­len. Was frü­her eine Stel­len­aus­schrei­bung war, sind hier die För­der­richt­li­nien. Statt ei­nes Be­wer­bungs­schrei­bens, wird ein An­trag ein­ge­reicht. Das Be­gut­ach­tungs­ver­fah­ren un­ter­liegt kei­ner Kon­trolle und wer­den in der Re­gel durch as­so­zi­ierte Per­so­nen und Pro­jekt­mit­ar­bei­ter ge­tra­gen. Die übli­chen Hü­ter der Chan­cen­gleich­heit für Frauen und Men­schen mit Be­hin­de­rung, blei­ben au­ßen vor. In der Re­gel er­ge­ben sich dar­aus nur sehr kurz­fris­tige Fi­nan­zie­run­gen von Wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern oder Hilfs­kräf­ten mit li­mi­tier­ten Sach-​​ und Reisemitteln.

4. Ein Vor­schlag für eine Me­trik der Drittmitteleinwerbung

Der Dschun­gel ver­schach­tel­ter und klein­tei­li­ger För­der­mög­lich­kei­ten nimmt zu­neh­mend mehr Zeit in An­spruch. Um die­ses sub­jek­tive Emp­fin­den zu quan­ti­fi­zie­ren, schlage ich ei­nige Kenn­zah­len vor, die je­der für sich oder für seine Struk­tur­ein­ein­heit  er­he­ben kann. In­ter­es­sant ist daran nicht nur der Ver­gleich zwi­schen ver­schie­de­nen Per­so­nen oder Ab­tei­lun­gen un­ter dem Dach ei­ner Hoch­schule, son­dern auch der Längs­schnitt über me­he­rere Jahre hin­weg. Dem ein­zel­nen kön­nen diese Zah­len viel­leicht hel­fen, den Blick auf das We­sent­li­che, d.h. die Kern­auf­ga­ben, wie­der zu schär­fen und dem Hams­ter­rad der Dritt­mit­tel zu ent­kom­men. Es wäre zu be­grü­ßen, wenn wir im Sinne die­ser Kern­auf­ga­ben wie­der ef­fi­zi­en­ter ar­bei­ten könn­ten, an­statt mas­sen­haft An­trags­prosa im Mar­ket­ting­sprech zu formulieren.

Die fol­gen­den Vor­schläge für Me­tri­ken be­zie­hen sich je­weils auf ein Ka­len­der­jahr und alle ein­ge­reich­ten Dritt­mit­tel­an­träge, ein­schließ­lich mehr­stu­fi­ger und nicht er­folg­rei­cher Anträge.

  • Ge­schrie­bene Zei­chen im An­trags­text (zzgl. Zwischen-​​/​Abschlussbericht) pro ein­ge­wor­be­nem Euro.
  • Ver­hält­nis der in An­trä­gen ge­schrie­be­nen Zei­chen (zzgl. Zwischen-​​/​Abschlussbericht) zur Zei­chen­an­zahl al­ler Publikationen.
  • Ku­mu­lierte An­zahl der Mann­tage für  Pla­nung, Er­stel­lung von An­träge pro ein­ge­wor­be­nen Manntage.
  • Summe der Mann­tage, an wel­chen man sich mit der Pla­nung, Er­stel­lung von An­träge bzw. der Be­richt­er­stat­tung be­schäf­tigt hat.

5. (Dritt-)Mittel der Wahl?

Im klei­nen Hams­ter­rad im Ge­triebe der Hoch­schu­len muss man sich schön mit­dre­hen, funk­tio­nie­ren. Aus an­de­ren Län­dern wis­sen wir je­doch, dass die­ses Sys­tem nicht al­ter­na­tiv­los ist. Für klas­si­sche Fi­nan­zie­rung ei­nes Mit­tel­baus ma­chen sich be­reits Mit­tel­bau­in­itia­ti­ven stark, doch es gibt auch al­ter­na­tive Mög­lich­kei­ten For­schung und Lehre jen­seits der Hoch­schu­len zu be­trei­ben. Viel­leicht ist letz­te­res auch ge­wollt, um die fä­hi­gen Leute in die Arme der Wirt­schaft zu spie­len. Wenn je­doch das Ziel darin be­steht, For­schung und Lehre zu be­strei­ten, gibt es si­cher noch wei­tere Al­ter­na­ti­ven. Ich ver­su­che es mal mit ei­ner Auflistung:

  • For­schung durch Bür­ger­wis­sen­schaft. Siehe http://www.buergerschaffenwissen.de/
  • Le­bens­lan­ges Ler­nen (und Leh­ren) an­hand freier Lern­res­sour­cen, Forschungsergebnisse, ...
  • Stu­den­ti­sche In­itia­ti­ven, die durch ei­gene Lehr­an­ge­bote von der übli­chen Lehr­mei­nung in den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten ab­rü­cken. Siehe Im­puls, In­ter­na­tio­nale stu­den­ti­sche In­itia­tive für Plu­ra­lis­mus in der Öko­no­mie (ISIPE)
  • Der Ver­such das Kon­zept der Klös­ter auf eine athe­is­ti­sche Art und Weise neu zu er­fin­den ist mit den un­Mo­nas­tery wohl ge­lun­gen. Klös­ter wa­ren im Mit­tel­al­ter, weit vor der Grün­dung der ers­ten Uni­ver­si­tä­ten, die ein­zi­gen Orte, in de­nen Men­schen ge­forscht und ge­lehrt ha­ben. Die strikte Le­bens­füh­rung, so­wie die Kom­bi­na­tion aus kör­per­li­cher Ar­beit (neu­deutsch Sport) und Kopf­ar­beit er­scheint auch in der heu­ti­gen Zeit we­ni­ger un­ge­wöhn­lich, als man glaubt.

 

21.07.2015

Einweihung der Denkmalanlage "Stelen der Erinnerung" auf dem Jüdischen Friedhof zu Görlitz

Vor fünf Jah­ren hatte ich die feh­len­den Na­mens­zei­chen auf dem Gör­lit­zer Jü­di­schen Fried­hofs hier an­ge­mahnt und da­mit ei­nen Stein ins Rol­len ge­bracht. Die Fried­hofs­ver­wal­tung der Stadt Gör­litz, ins­be­son­dere Frau E. Mühle, hatte sich der Sa­che an­ge­nom­men und viele Un­ter­stüt­zer für die Schaf­fung ei­ner wür­di­gen Denk­mal­an­lage ge­won­nen und mit viel Ein­satz die Schaf­fung ei­nes neuen Denk­mals ko­or­di­niert.
Am 1. Sep­tem­ber 2015 um 16:00 wird die­ses Denk­mal auf dem Jü­di­schen Fried­hof ein­ge­weiht. Gruß­worte und An­spra­chen von Sta­nis­law Til­lich, Dr. Nora Gol­den­bo­gen von der Jü­di­schen Ge­meinde Sach­sen, OB Sieg­fried Dei­nege und dem Über­le­ben­den Mo­nik Mly­nar­ski ge­ben der Ein­wei­hungs­feier ei­nen wür­di­gen Rah­men. Ich per­sön­lich freue mich auf die­ses Ereignis.

Auf ein Wort zur Na­mens­ge­bung:
Stele be­deute so viel wie Grab­stein, was an­ge­sichts der auf dem Jü­di­schen Fried­hof noch be­ste­hen­den Mas­senSam­mel­grä­ber der KZ-​​Gefangenen eine tref­fende Be­zeich­nung ist. "Ste­len der Er­in­ne­rung" gibt es u.a. in Offenbach/​Main (Syn­agoge), Bee­len (Fried­hof) und Gel­tow (ge­fal­lene Bun­des­wehr­sol­da­ten).

3.06.2015

Using gedit to commit and push to GitHub by a simple keyboard shortcut

Ge­dit is a very ba­sic but suf­fi­ci­ent text edi­tor for many pur­po­ses. Fol­lo­wing the best prac­tice to com­mit early and of­ten can be cum­ber­some since one have to switch to the ter­mi­nal in or­der to add file, com­mit chan­ges, and push ever­y­thing to the re­mote re­po­sitory. To easy this pro­cess com­mit­ing should be as easy as sa­ving a file.

By the help of the ge­dit plu­gin "Ex­ter­nal Tool" we can ma­nage with a few lines of code. Since we need to spe­cify chan­ges to­ge­ther with every com­mit ze­nity gi­ves us the chance to en­ter some text be­fore com­mit­ing the code.
#!/bin/sh
git add .
inputStr=$(zenity --entry --title="Commit Message" --text="Enter a commit message" --entry-text "minor updates")
git commit -m "$inputStr"
git push origin master

If you put this snip­ped as an ap­p­li­ca­tion into the Ex­ter­nal Tool plu­gin you can call the script by a sim­ple key­board com­mand, e.g. str + g

The Ex­ter­nal Tool plu­gin ma­king it easy to com­mit and push with gedit

Now you can call the script even from files that are nes­ted in­side your re­po­sitory folders.

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12.05.2015

Theresienstadt Explained beim Neisse Filmfestival

Am Frei­tag, dem 70. Jah­res­tag der Be­frei­ung, hat­ten Ar­min und ich die Ehre un­ser Pro­jekt oder bes­ser den Film beim Neiße Film­fes­ti­val vor­zu­stel­len. Im Ver­gleich zu den übri­gen Strei­fen kon­fron­tier­ten wir die Zu­schauer mit ei­ner Mi­schung aus Film­vor­füh­rung und Vor­trag. Ar­min gab eine Ein­füh­rung in die his­to­ri­schen Hin­ter­gründe und stellte auch re­gio­nale Be­züge zu Zit­tau her. An­schlie­ßend zeig­ten wir den Film und pau­sier­ten an ei­ni­gen Stel­len, um auf be­son­ders dreiste In­sze­nie­run­gen, Über­trei­bung, Täu­schun­gen so­wie aus­ge­blen­dete As­pekte des Le­bens im KZ The­re­si­en­stadt ein­zu­ge­hen. Die Re­so­nanz war, so weit mir das zu­teil wurde, sehr po­si­tiv. Es war uns ge­lun­gen die 48 Gäste, dar­un­ter eine Schul­klasse, in die Dis­kus­sion zur kri­ti­schen Be­trach­tung des Films ein­zu­be­zie­hen.
Ab­ge­se­hen da­von er­hiel­ten wir ei­nige Im­pulse zur Wei­ter­ent­wick­lung un­se­res di­dak­ti­schen Kon­zepts so­wie für die tech­no­lo­gi­sche Un­ter­stüt­zung von Film-​​Präsentation für Grup­pen. Letz­te­res be­zeichne ich als Gui­ded Vi­deo Pre­sen­ta­tion. Der Vor­tra­gende steu­ert da­bei die An­wen­dung mit Hilfe eine Pre­sen­ters, der über vier bis sechs Tas­ten ver­fügt. Die Tas­ten die­nen zur Na­vi­ga­tion in­ner­halb der Film-​​Szenen so­wie zur An­pas­sung der Wie­der­ga­be­ge­schwin­dig­keit. Zu­sätz­lich las­sen sich an de­fi­nier­ten Stel­len Hin­weise, Her­vor­he­bun­gen oder zu­sätz­li­che Me­dien ein­blen­den. Zu die­sem Thema werde ich dem­nächst ei­nen ge­son­der­ten Bei­trag schreiben.

Stand der Anwendung

Das User In­ter­face hat ein Re­de­sign er­fah­ren und ist nun re­sponsive, d.h. es passt sich der Größe des Bild­schrims an. Au­ßer­dem gibt es ei­nen Vollbildmodus.

Ei­nige Bio­gra­phien, wie die von Ru­dolf Sau­dek, ha­ben wir be­reits ein­ge­bun­den. Aus­ge­wählte Per­so­nen sind in­ner­halb des Vi­deos her­vor­ge­ho­ben. Für sie kön­nen die kur­zen bio­gra­fi­schen Texte bei Be­darf auf­ge­ru­fen werden.

Ei­nen Teil der in­ter­ak­ti­ven An­wen­dung bil­det die Ge­gen­über­stel­lung der im Film dar­ge­stell­ten Sze­nen mit den heu­ti­gen Or­ten in Tere­zin. Un­ser An­lie­gen ist da­bei, Ver­knüp­fun­gen zwi­schen Film und dem Be­such der Ge­denk­stätte zu för­dern. Er­gänzt wer­den soll das noch durch eine in­ter­ak­tive Karte.

Ge­gen­über­stel­lung von Szenen

Haus

Gär­ten der SS

Vor der Dresd­ner Kas­serne

Feh­ler im Film

Ein film­tech­ni­scher Feh­ler in der Szene des Fuß­ball­spiels, als die Men­schen nach der Ar­beit durch das Tor der Dresd­ner Kas­serne lau­fen. Recht deut­lich sieht man, wie ein Ka­me­ra­mann auf ei­ner Lei­ter steht und die vor­bei­zie­hen­den Men­schen filmt. Ab­ge­se­hen von die­sem tech­ni­schen Feh­ler gibt es noch an­dere, die dem Idyll wi­der­spre­chen. Dazu aber spä­ter mehr.

19.04.2015

»Theresienstadt-Film« beim Neiße Filmfestival

Zu­sam­men mit Ar­min Pietsch (Hil­ler­sche Villa Zit­tau) ha­ben ich die Ehre den Theresienstadt-​​Film auf dem Neiße Film­fes­tival zei­gen zu kön­nen. Der Film wird in der Reihe von Fil­men zum 70. Jah­res­tag der Be­frei­ung vom Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ge­zeigt. Wir wer­den es nicht bei der Auf­füh­rung be­las­sen, son­dern die Ent­ste­hung des Films er­läu­tern, ex­em­pla­ri­sche Sze­nen kom­men­tie­ren und zur Dis­kus­sion auf­ru­fen.
Ein­ge­la­den sind im Be­son­de­ren Schulklassen.

Ter­min: 8. Mai 2015, 13:00, Hil­ler­sche Villa Zittau

Die neu­er­lich auf­ge­tauch­ten Frag­mente des NS-​​Propagandafilms über das Le­ben im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger The­re­si­en­stadt ist für die Ge­schichts­di­dak­tik in viel­fa­cher Hin­sicht ein wert­vol­les Zeit­do­ku­ment. Ers­tens las­sen sich an­hand der Sze­nen die Orte im La­ger iden­ti­fi­zie­ren. Zwei­tens sind in dem Film eine ganze Reihe be­rühm­ter jü­di­scher Wis­sen­schaft­ler, Künst­ler und an­dere Per­sön­lich­kei­ten zu se­hen. Drit­tens kann man an­hand des Do­ku­ments die zahl­rei­chen Pro­pa­gan­dalü­gen und Täu­schun­gen des für das Aus­land be­stimm­ten Films auf­de­cken. Bis­he­rige his­to­ri­sche Ab­hand­lun­gen wa­ren, iso­liert vom ei­gent­li­chen Ge­gen­stand des Fil­mes, als Text ver­fasst und da­mit we­der in technisch-​​gestalterischer, noch in me­di­en­di­dak­ti­scher Hin­sicht ef­fek­tiv. Ziel des Pro­jek­tes ist ne­ben der me­di­en­ad­äqua­ten Auf­be­rei­tung die Kon­zep­tion ge­eig­ne­ter Ko­ope­ra­ti­ons­kripts, um ge­mein­schaft­li­che Lern­si­tua­tio­nen herzustellen.

Ab­stract
Die Idee, ei­nen Pro­pa­gan­da­film über den All­tag im „Ghetto The­re­si­en­stadt“ zu dre­hen, geht auf den Lei­ter des „Zen­tral­amts zur Re­ge­lung der Ju­den­frage in Böh­men und Mäh­ren“, SS-​​Sturmbannführer Hans Gün­ther, zu­rück. Auch die Her­stel­lung des Films war ein rei­nes SS-​​Projekt ohne Be­tei­li­gung des Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­ums. Um The­re­si­en­stadt in ei­nen ge­eig­ne­ten Schau­platz für ei­nen be­schö­ni­gen­den Pro­pa­gan­da­film um­zu­ge­stal­ten, wurde Ende 1943 die so ge­nannte „Stadt­ver­schö­ne­rung“ ge­star­tet. Nach und nach ver­wan­delte sich das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger in ein po­tem­kin­sches Dorf mit ge­fäl­li­gem Stadt­bild. Ein­rich­tun­gen wie Kaf­fee­haus, Post­stelle, Bank, Bi­blio­thek, Kran­ken­haus, öffent­li­ches Bad, Kin­der­spiel­platz und Park­an­la­gen soll­ten den An­schein ei­ner nor­ma­len jü­di­schen Ge­meinde er­we­cken, de­ren Ein­woh­ner ein an­ge­neh­mes und sor­gen­freies Le­ben führ­ten.
Der Theresienstadt-​​Propagandafilm ist nur in frag­men­ta­ri­scher Form er­hal­ten ge­blie­ben und wurde nach Kriegs­ende zu­nächst un­ter dem ver­meint­li­chen Ti­tel „Der Füh­rer schenkt den Ju­den eine Stadt“ be­kannt. Die­ser Ti­tel ist mit ho­her Wahr­schein­lich­keit eine geis­tige Schöp­fung ei­ni­ger Häft­linge ge­we­sen, der be­reits wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten im La­ger rasch ver­brei­tet wurde und den zy­ni­schen Ab­sich­ten des Films mit bei­ßen­der Iro­nie und schwar­zem Hu­mors be­geg­net. Selbst die wis­sen­schaft­li­che Li­te­ra­tur zi­tierte die­sen Ti­tel bis in die spä­ten 80er Jahre des 20. Jahr­hun­derts. Erst das Auf­fin­den ei­ni­ger Ka­der aus der Ti­tel­se­quenz im Yad Vas­hem und die For­schun­gen des hol­län­di­schen His­to­ri­kers Ka­rel Mar­gry ha­ben den au­then­ti­schen Ti­tel ein­deu­tig be­le­gen kön­nen: THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET.

Worin liegt nun die Ein­zig­ar­tig­keit die­ses Film­do­ku­ments? Wie be­reits fest­ge­stellt, ist die weit­ge­hende Auf­lö­sung des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Feindbild-​​Antagonismus „deut­scher Her­ren­mensch ver­sus jü­di­scher Un­ter­mensch“, also die aus­nahms­los po­si­tive Dar­stel­lung des jü­di­schen All­tags­le­bens, in ei­nem na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da­film sehr un­ge­wöhn­lich und man kann an­neh­men, dass ein re­gu­lä­rer Ki­no­ein­satz zu ei­ni­ger Ver­wir­rung ge­führt hätte. In kras­sem Ge­gen­satz dazu steht etwa der 1942 im War­schauer Ghetto ge­drehte Pro­pa­gan­da­film „Ghetto“15.

--
Die Pro­jekt­durch­füh­rung er­folgte teil­weise im Rah­men des E-​​Learning Clus­ters von eSci­ence Sach­sen (Pro­jekt „Ko­vi­Lern“), ge­för­dert durch den Eu­ro­päi­schen So­zi­al­fond und den Frei­staat Sach­sen. Die Re­pro­duk­tion des Films beim Bun­des­ar­chiv wurde durch die Crowd bei Start­Next finanziert.

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9.02.2015

Hypervideo: Kubikfoto des Braunkohleabbaus in der Lausitz

Green­peace en­ga­giert sich seit ge­rau­mer Zeit ge­gen die Er­schlie­ßung wei­te­rer Braun­koh­le­ta­ge­baue in der säch­si­schen und bran­den­bur­gi­schen Lau­sitz. Ein Aus­druck die­ses En­ga­ge­ment zeigt sich in ei­ner sehr äste­thi­schen Kam­pa­gne braunkohle.info.
Um­ge­setzt wurde diese von ei­ner Bre­mer Agen­tur na­mens Ku­bik­foto. Das gleich­na­mige Pro­dukt ver­knüpft Fo­tos und kurze Vi­deos zu ei­nem in­ter­ak­ti­ven Sto­ry­space. Nach dem Prin­zip De­tail on De­mand kann der An­wen­der die Bil­der oder Vi­deos per Klick ver­tie­fen und im­mer neue kurze Ge­schich­ten, Be­richte, Fo­to­al­ben, Pan­ora­ma­bil­der usw. be­trach­ten. Man könnte auch sa­gen, dass Ku­bik­foto das Kon­zept von Prezi mit Hilfe von Vi­deos um­setzt, wo­bei es Hy­per­vi­deos die­ser Art schon seit den 1970er Jah­ren gibt. An­ge­rei­chert sind auch kleine Spiele, in de­nen Be­nut­zer­in­ter­ak­tio­nen, wie das Ab-​​ und Auf­hän­gen ei­nes Bil­des, die Wie­der­gabe von Me­dien auslösen.

Sehr be­ein­dru­ckend sind da­bei die Über­gänge zwi­schen den Sze­nen. In ei­ner Mi­schung aus Stop Mo­tion und Mo­tion Blur ver­schwimmt der Weg zwi­schen zwei Dreh­or­ten in ei­nem kon­ti­nu­ier­li­chen Fluss. Jen­seits von For­schung­pro­to­ty­pen habe ich auch eine Zeit­leis­ten­steue­rung in­ner­halb des Vi­deos noch nicht ge­se­hen. Wäh­rend die kur­zen Clips gänz­lich ohne Zeit­leiste aus­kom­men, kann man in ei­ni­gen Fil­men ein Scrub­ber im Vi­deo­bild hin und her schie­ben, um die Ab­spiel­po­si­tion zu va­ri­ie­ren.
Be­mer­kens­wert finde ich auch Mög­lich­keit in­ner­halb des Be­trach­tungs­fens­ters das darin be­find­li­che Vi­deo oder Bild per Maus zu ver­schie­ben. Da­durch wirkt es, als könne man sich in ei­ner Sze­ne­rie selbst umsehen.

Zu­sam­men­ge­fasst er­achte ich Ku­bik­foto als eine der be­mer­kens­wer­tes­ten Hypervideo-​​Realisationen, die ich in den letz­ten Jah­ren ge­se­hen habe. Trotz­dem der Pro­duk­ti­ons­auf­wand in den Kubik-​​Studios of­fen­bar sehr hoch ist und das zur Um­set­zung not­wen­dige Werk­zeug das Ka­pi­tal der Agen­tur dar­stellt, wäre eine stär­kere In­ter­ak­tion mit den Nut­zer wün­schens­wert. In den USA hätte man für die­ses Tool si­cher ge­nug Ri­si­ko­ka­pi­tal auf­trei­ben kön­nen, um eine Kubik-​​Community oder ein Kubik-​​Portal zu ent­wi­ckeln. Wa­rum ver­ste­cken sich die Deut­schen im­mer hin­ter ih­ren klein­tei­li­gen Lö­sun­gen, an­statt sie groß raus zu­brin­gen? Ich sehe hier auch sehr viel Po­ten­tial im Be­reich der Ga­mi­fi­ca­tion, die über die halb­her­zi­gen YouTube Ga­mes hin­aus­ge­hen. Ich würde je­den­falls gern ein paar der UI Kon­zepte auf­grei­fen und im Kon­text des Ler­nens mit Vi­deos umsetzen.

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