Ulm: Flashmob als Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung

WANN? Samstag, 31. Mai 2008 um 14 Uhr

WO? Am Brunnen hinterm Rathaus

WAS?: flashmob mit Video-, Foto- oder Handy-Kamera

WIE? Die Leute filmen oder fotografieren sich gegenseitig und schreien laut: “ICH ÜBERWACHE DICH”

WARUM? Um gegen die vom Staat verordnete Speicherung sämtlicher Verbindungs- und Positionsdaten zu protestieren.

DAUER? Nicht mehr als 5 Minuten.

Weitere Infos:
http://www.ak-vorrat.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob

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bookcrossing

Angeregt und überzeugt durch Lyn’s Werben lasse ich nun meine Bücher wandern. Bookcrossing.com nennt sich die Community-Seite, die Leute dazu auffordert, nicht mehr benötigte Bücher irgendwo in der Öffentlichkeit liegen zu lassen, so dass sie jemand anderes findet und liest, um sie abermals irgendwo liegen zu lassen. Ich habe jetzt nicht gleich alle meine Büche auf die Straße gesetzt, doch alle jene, die anstatt einer Staubschicht aufmerksames Augenlicht zwischen ihren Seiten verdienen, sind quasi schon auf dem Weg zur öffentlichen Leserschaft. (more…)

Der Sinn des Reisens

Als erstes literarische Zeugnis einer Reise gilt die Besteigung des MontVentoux durch Francesco Petrarca im Jahre 1336. Als er auf dem Gipfel ankam, schlug er eine zufällige Seite in Augustiunus’ Confessiones auf:

„Und es gehen die Menschen, zu bestaunen die Gipfel der Berge und die ungeheuren Fluten des Meeres und die weit dahin fließenden Ströme und die Kreisbahnen der Gestirne und haben nicht acht ihrer selbst“ (Augustinus: Confessiones X)

Patrarca bezieht sein Naturerleben auf sich selbst und erkennt die Wertigkeit der Welt. Während Patrarca mit dieser Erkenntnis eine geistige Wendung vom Mittelalter zur Neuzeit vollzieht, ist der Sinngehalt einer solchen Reiseunternehmung auch seinen heutigen Nachahmern nur oberflächlich bekannt.

Was bedeutet es zu reisen? Bemüht man sich um eine wörtliche Erklärung fällt dem einen oder anderen vielleicht das englische Verb „to rise“ ein, was genau so viel bedeutet, wie das althochdeutsche Wort „risan“, nämlich: erheben oder aufstehen. Sinngemäß versteht man unter einer Reise jedenfalls einen Positionswechsel, hin zu einem entlegenen Ort, an dem man sich nach Ankunft eine Weile aufhält, um dann direkt oder indirekt wieder an den Ursprungsort zurückzukehren. Warum sollte man nun sein gemütliches Heim verlassen und den warmen Platz am Feuer für kurze Zeit aufgeben? Schließlich erfordert ein Ortswechsel ja Überwindung, Kraft, Geld und nicht zuletzt auch ein paar Überlegungen. Ja, man muss seinen Allerwertesten hoch bekommen und sprichwörtlich aufstehen. Die Frage ist also, welche Motive uns dazu bringen, auf Reisen zu gehen. Gesucht sind weniger die oberflächlichen und floskenhaften Begründungen für den Antritt einer Reise, sondern vielmehr die ursächlichen Beweggründe. Es geht mir im Folgenden zudem weniger um den Reisezwang (Migration, Völkerwanderung) zur Beschaffung überlebensnotwendiger Ressourcen, als um die Betrachtung der ästhetischen Reise. (more…)