ars electronica 2009: Tag #2
Das AufÂgeÂbot an ExÂpoÂnaÂten und die GeÂgenÂwart der MaÂcher reißt derÂart mit, dass ich nicht zum SchreiÂben geÂkomÂmen bin.
The Royal InÂterÂface CulÂture MasÂquerÂade Ball
In den RäumÂlichÂkeiÂten der KunstÂuniÂverÂsiÂtät verÂsamÂmelÂten sich inÂterÂakÂtive ProÂjekte derÂjeÂniÂgen, die den wohlÂklinÂgenÂden StuÂdiÂenÂgang der InÂterÂface CulÂture am Ars ElecÂtroÂnica CenÂter beÂleÂgen. Alle KünstÂler geÂhöÂren der youtube_myspace_secondLife-Generation an und verÂblüfÂfenÂden auf spieÂleÂriÂsche Weise durch ihre inÂgeÂniÂeurÂarÂtiÂgen DoItYourself-Kunstwerken aus SenÂsoÂren, OpenÂSource eiÂner Menge BaumÂmarktÂkram.
Mein FaÂvoÂrit war Couch SurÂfing VerÂgence - eine InÂstalÂlaÂtion für drei PerÂsoÂnen, die mit dem RüÂcken zu einÂanÂder im Stuhl sitÂzen wähÂrend ihr Puls (mitÂtels MAX MSP) in sprichÂwörtÂlich herzÂzerÂreiÂßende Klänge überÂsetzt wird.
Als teil der MasÂkeÂrade wurÂden etwa auch TauÂben bei Der ÜberÂflieÂger mit winÂziÂgen ÜberÂwaÂchungsÂkaÂmeÂras ausÂgeÂstatÂtet oder mit Farbe beÂschmierte Sratch It LeinÂwände mit MünÂzen freiÂgeÂkratzt. Im HandÂbang Hero darf man seiÂnen Kopf mit eiÂner LangÂhaarÂpeÂrüÂcke schmüÂcken und kräfÂtig zum MeÂtall den Kopf schütÂteln (banÂgen), um maÂxiÂmale Punkte zu kassieren.
MIT MeÂdia Lab
draÂwÂdio macht sich die LeitÂfäÂhigÂkeit des menschÂliÂchen KörÂpers zu Nutze, um etwa beim MaÂlen mit eiÂnem speÂziÂelÂlen PinÂsel auf speÂziÂelÂlen PaÂpier, Töne zu erÂzeuÂgen. Ok, die conÂducÂtaÂble ink, als WeiÂterÂentÂwickÂlung, war irÂgendÂwie cooÂler, doch die Idee eiÂnes sinÂgenÂden, klinÂgenÂden WasÂserÂhahns geÂfällt mir.

John Kestner's ProÂxiÂmeÂter viÂsuaÂliÂsiert die InÂtenÂsiÂtät bzw. HäuÂfigÂkeit der KomÂmuÂniÂkaÂtion durch ein WuÂchern virÂtuÂelÂler PflanÂzen auf dem DeskÂtop. DenÂnoch würÂden ich anÂhand dieÂser PflanÂzen mein KomÂmuÂniÂkaÂtiÂonsÂverÂhalÂten nicht ändern. Auch bei hunÂderÂten von KonÂtakÂten weiß ich, wann ich wem zuÂletzt geÂschrieÂben habe, was mir im grüÂnen PflanÂzendÂschunÂgel hinÂgeÂgen verÂborÂgen bleibt.
BeÂsonÂders knudÂdeÂlich saß da ein zerÂlumpÂter Teddy naÂmens HugÂgable hinÂter Glas. Als RoÂboÂter ComÂpaÂnion wird er als semi-autonom geÂprieÂsen, da er eiÂnerÂseits auf seine UmÂgeÂbung reaÂgiert und anÂdeÂrerÂseits per web-interface fernÂgeÂsteuÂert werÂden. Ich frage mich, ob ich mit solch eiÂnem GeÂtier - wie in den AnÂwenÂdungsÂfälÂlen geÂschilÂdert - auch gut mit meiÂner fast 90-Jährigen UrÂgroßÂmutÂter komÂmuÂniÂzieÂren könnte.

etoy / misÂsion eterÂnity
etoy erÂforscht das LeÂben in der virÂtuÂellsÂten alÂler virÂtuÂelÂlen WelÂten: dem ToÂtenÂreich. WähÂrend MenÂschen alÂler KulÂtuÂren lebÂlos geÂworÂdene KörÂpern riÂtuÂell entÂsorÂgen und sich die Trauer um die VerÂstorÂbeÂnen teiÂlen, in dem sie sich der HerÂausÂforÂdeÂrung des VerÂgesÂsens und des AbÂschiedÂnehÂmens stelÂlen, ist dieÂser ProÂzess in eiÂner von DatenÂspeiÂcheÂrung und GüÂterÂverÂkehr beÂsesÂseÂnen Welt nicht im Stande mit den diÂgiÂtaÂlen HinÂterÂlasÂsenÂschafÂten der ToÂten umÂzuÂgeÂhen. misÂsion eterÂnity samÂmelt seit 1994 jegÂliÂche DaÂten zweier AnÂgles. EiÂner von beiÂden ist schon Tod, der anÂdere lebt noch und ist Zeuge der DatenÂsammÂlung. Da zuÂnehÂmend ausÂarÂtende SamÂmelÂsuÂrium an InÂforÂmaÂtion wird weÂder sorÂtiert noch kaÂteÂgoÂrieÂsiert, sonÂdern zerÂhackt, verÂschlüsÂselt und weltÂweit verÂteilt, so dass eine ReÂkonÂstrukÂtion, nicht aber eine EinÂsicht, der DaÂten unÂmögÂlich wird.

Das Bild zeigt den etoySARÂCOÂPHAÂGUS - ein ConÂtaiÂner, welÂcher als GateÂway zu den InÂforÂmaÂtiÂonsÂfragÂmenÂten der AnÂgels dient.
Die Gala und die VerÂleiÂhung der golÂdeÂnen NicÂcas
ErÂhard (ich empÂfehle die LekÂtüre eiÂniÂger seine volksÂwirtÂschaftÂliÂchen PamÂphlete, in welÂchen er seit 1995 vor eiÂner FiÂnanzÂkrise warte) kennt sie alle in Linz - egal ob KomÂmuÂnalÂpoÂliÂtiÂker, Chef der Linz AG oder BeÂgrünÂder der Ars - alle sind NachÂbarn, BeÂkannte, Freunde oder früÂhere GeÂschäftsÂpartÂner von ihm. Ich? Ich war als couch surÂfer zu Gast bei ihm und seiÂner Frau (soÂwie EnÂkel Zwergi).
ErÂhard wollte KarÂten für die Gala beÂsorÂgen. Ich zöÂgerte. Er beÂsorgte sie. Wir ginÂgen hin. Erst HänÂdeÂschütÂteln. Small talk. HänÂdeÂschütÂteln. GuÂten Tag, GuÂten Tag. Nach lanÂgem StuhlÂsitÂzen beÂginnt die Gala mit österÂreiÂchiÂscher VerÂzöÂgeÂrung von 30 MiÂnuÂten und ein elfÂjähÂriÂger deutÂscher Bub beÂginnt zu reÂden: FeÂlix FinkÂbeiÂner. plant-for-the-planet - 1.000.000 Bäume in alÂlen LänÂdern der Erde pflanÂzen und daÂmit eiÂnen BeiÂtrag geÂgen den KliÂmaÂwanÂdel leisÂten. Das ist Felix's Idee. Auf unÂsere ViÂsiÂtenÂkarÂten solÂlen wir eiÂnen BeÂtrag schreiÂben den wir ihm moÂnatÂlich überÂweiÂsen solÂlen. Ich frage mich nur, ist er noch Herr der GeisÂter, die er rief? Was für ein geÂrisÂseÂner PR-Profi ist aus dieÂsem JunÂgen geÂworÂden? Wie viel BlitzÂlicht hat es geÂbraucht, um so forsch und meÂdiÂenÂafÂfin zu werÂden? Wie groß ist die MarÂkeÂtingÂwalze, mit der er sich walzt? Aber Ok, Bäume pflanÂzen ist'ne gute SaÂche, die nicht nur dem Ziel des KliÂmaÂschutÂzes dient. SchließÂlich will nicht nur FeÂlix will im Jahre 2050 noch anÂgeÂmesÂsen leÂben könÂnen. InÂsoÂfern habe ich auch VerÂständÂnis, dass FeÂlix nicht weiÂter auf die KünstÂler der Ars einÂgeÂganÂgen ist, sonÂdern ihÂnen zu ihÂrer golÂdeÂnen Nicca ein herÂvorÂsteÂchenÂdes weiÂßes t-shirt in die Hand drückte, was das GrupÂpenÂfoto doÂmiÂnierte:









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