ars electronica 2009: Max Brand Sythesizer

Die ars elec­tro­nica jährt sich heuer zum 30. mal und zu die­sem An­lass gibt es eine History Sek­tion, in der weg­wei­sende und für die da­ma­lige Zeit her­aus­ra­gende Ex­po­na­ten fin­den. Ein sol­ches Stück passt je­doch gar nicht in die Zeit, denn es ist 22 Jahre älter: der Max Brand Synthesizer.

Brand Synthesizer

Der öster­rei­chi­sche Kom­po­nist Max Brand war es näm­lich der beim le­gen­dä­ren Meis­ter der Syn­the­si­zer Bob Moog im Jahre 1957 ein Ma­schine in Auf­trag gab, die ein Zwi­schen­ding aus Trau­to­nium und Or­gel wer­den sollte. Brand hatte be­stimmte Vor­stel­lun­gen an das In­ter­face: zwei Tas­ta­tu­ren, zwei Band­ma­nuale und vier Fuß­pe­dale. Moog baute die­ses Ein­zel­stück nach den be­son­de­ren Wün­schen von Brand und schuf die erste Ma­schine mit der sich elek­tro­ni­sche Klänge syn­the­ti­sie­ren, also künst­lich er­zeu­gen lie­ßen. In­ter­es­san­ter­weise sind es ei­gent­lich zwei Syn­the­si­zer in ei­nem Ge­rät. Je­der der bei­den Fre­quenz­tei­ler kann 20 Sub­fre­quen­zen bzw. Ober­töne er­zeu­gen. Brand legte viel Wert auf die sich aus den Ober­tö­nen er­ge­bende Klangfarbe.

Das un­ge­übte Ohr mag bei der hier ge­zeig­ten per­for­mance der Wie­ner Gruppe Moo­cka nicht un­be­dingt die Fein­hei­ten der ver­schie­de­nen Ober­töne her­aus­hö­ren. Hinzu kommt das lie­be­volle Knacksen und Rau­schen der al­ten Elek­tro­nik­bau­teile, die man um Him­mels Wil­len nicht durch mo­derne er­set­zen kann, ohne Va­ri­anz ein­zu­bü­ßen. Dass die Jungs hier nur so wil­des zeug spie­len liegt nicht etwa am Ge­rät, son­dern ge­schah aus Ab­sicht, um die klang­li­che Viel­falt dar­bie­ten zu kön­nen. Au­ßer­dem, so mein­ten sie, müsste man dazu auch Kla­vier oder Or­gel spie­len können.

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