Sinnvolle CAPTCHA-Tests

Die ersten CAPTCHA-Tests beruhten darauf, dem Benutzer eine verzerrte Schriftfolgen zu präsentieren, die nur von Menschen korrekt gelesen und wiedergegeben werden kann.
captcha
Da manche CAPTCHA-Codes derart verzerrt erscheinen, dass selbst gesunde Menschen ihre Schwierigkeiten beim Entziffern haben, war es im Hinblick auf die Barrierefreiheit zu begrüßen, dass ausformulierte Rechenaufgaben („Die Summe von drei und vier ist?“) eine Erleichterung brachten ohne (naiv) von Maschinen interpretiert werden zu können. Gut finde ich auch die von Google eingesetze CAPTCHA-Variation, bei der jeweils zwei unabhängige Wörter („fineelaboration“) aneinandergefügt werden ohne die Schrift unnötig zu verzerren.

Microsoft geht jetzt mit einem Softwarepatent noch einen Schritt weiter, in dem Fragen zu Werbebannern gestellt werden. Laut Patentschrift sichert sich der Konzern aus Redmont künftig das Recht nach Firmenname, Werbeslogan, Produktname, Dienstleistunge, Text, Produktmerkmal, alphanumerische Zeichen oder Personen auf Werbebannern zu fragen, um somit eine menschliche Eingabe sicherzustellen.

Die Aufmerksamkeit eines Seitenbesuchers in dieser Weise zu erzwingen ist nicht nur penetrant, sondern erfordert eine kognitive Auseinandersetzung mit nicht relevanten und ungewollten Informationen. Es gleicht einer Spam-Pflicht und verhilft zum information over-kill.

Um diese CAPTCHA-Variante nicht nur zu kritisieren will ich einige sinnvollere CAPTCHA-Ideen vorlegene, welche, genau wie das Microsoft Patent, keine erfinderische Höhe in sich birgen, um eine Patentierung zu rechtfertigen.

  • Das CharAt-CAPTCHA: „Welcher Buchstabe steht an dritter Stelle des Wortes ‚Hahnenfuß'“ => „h“
  • Das Logic-CAPTCHA: „Egon’s Sohn heißt Heinrich. Wie heißt Heinrich’s Vater?'“ => „Egon“
  • Das Animal-CAPTCHA: „Welches Tier sehen Sie hier?“ => „Hase“
    Hase

Hinreichende Vorraussetzung für einen guten CAPTCHA-Code ist jedoch die Verfügbarkeit der Lösung innerhalb der Webseite, so dass diese möglichst unabhängig vom kulturellen, sprachlichen, intellektuellen Vermögen des Benutzers gefunden werden kann. Die obige Liste ließe sich noch weiter fortführen. Besonders interessant ist aber eine Ausrichtung auf Gegenstände, deren Bezeichnung uns seit dem Kleinkindalter bekannt ist (Bsp: Stuhl, Fahrrad, Auto, usw.). Darüber hinaus könnten solche Tests je nach Einsatzbereich auch den Charakter eines Quizz bekommen und somit gleich das Allgemeinwissen des Benutzers trainieren:

Das Geo-CAPTCHA: „Wie heißt die Hauptstadt von Slowenien?“ => „Lubljana“.

Das Nerd-CAPTCHA: „Über welchen Port läuft ein DHCP-offering?“ => 68

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