Die demographische Realität in der Oberlausitz am Beispiel Berthelsdorfs

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Um sich von den de­mo­gra­phi­schen Ver­än­de­run­gen in der Ober­lau­sitz ein Bild zu ma­chen, braucht man ei­gent­lich kaum mehr auf das um­fang­rei­che Zah­len­ma­te­rial des Sta­tis­ti­schen Lan­des­amt zu­rück­grei­fen. Das ge­stie­gene Durch­schnitts­al­ter und der Be­völ­ke­rungs­rück­gang spie­geln sich be­reits mehr als of­fen­sicht­lich im Stra­ßen­bild wie­der. Trotz der dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen auf die In­fra­struk­tur und Le­bens­qua­li­tät in der Ober­lau­sitz fin­den diese Tat­sa­chen nur ge­le­gent­lich ih­ren Nie­der­schlag in der lo­ka­len Presse.
Die Da­ten über die Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung zwi­schen 1990 und 2009 of­fen­ba­ren nichts gu­tes, die Mo­dell­rech­nun­gen für die kom­men­den Jahre noch we­ni­ger. Wenn das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt dem Land­kreis Gör­litz bis zum Jahre 2020 ei­nem Be­völ­ke­rungs­rück­gang um 15,2% ge­gen­über dem Jahr 2006 pro­gnos­ti­ziert [6], heißt das aber noch nicht, dass sich die­ser Schwund auf alle Ge­mein­den im Land­kreis glei­cher­ma­ßen aus­wirkt.
Am Bei­spiel der Ge­meinde Ber­t­hels­dorf stelle ich die bis­he­rige und künf­tige Ein­woh­ner­ent­wick­lung dar, um so­wohl Ur­sa­chen, als auch Her­aus­for­de­run­gen zu iden­ti­fi­zie­ren. Mit der vor­lie­gen­den Stu­die soll eine breite, of­fene und mei­nes Er­ach­tens längst über­fäl­lige Aus­ein­an­der­set­zung mit den Fol­gen der de­mo­gra­phi­schen Ent­wick­lung für die Re­gion Ober­lau­sitz im All­ge­mei­nen und für Orte wie Ber­t­hels­dorf im Spe­zi­el­len an­ge­regt wer­den. Im Zen­trum der Diss­kus­sion steht al­ler­dings nicht die Frage, wann der Ort aus­stirbt, son­dern was ge­tan wer­den kann, um die At­trak­ti­vi­tät des Dor­fes und die Le­bens­qua­li­tät zu verbessern.





Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung im OT Ber­t­hels­dorf 1721-2009

Seit der Grün­dung von Herrn­hut im Jahre 1722 kam es zu ei­nem sprung­haf­ten An­stieg der Ein­woh­ner­zahl im heu­ti­gen Orts­teil (OT) Ber­t­hels­dorf. An­ge­heizt wurde die­ser Trend bis in die Mitte des vor­letz­ten Jahr­hun­derts durch das Ent­ste­hen von Ma­nu­fak­tu­ren und In­dus­trie­be­trie­ben, wie den Dürn­in­ger Blei­chen, der Ta­bak­fa­brik Rück­ert (1844), der Spinn­schule (1849), Cords­amt­we­be­rei und Fär­be­rei Gus­tav Paul, so­wie der We­be­rei Pfei­fer und Marx.

Ih­ren Höchst­stand er­reichte die Ein­woh­ner­zahl nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges (1950: 2282), als sich viele Flücht­linge aus Schle­sien für kurze oder län­gere Zeit im Ort nie­der­lie­ßen. Bis in die 1960er Jah­ren sank die Ein­woh­ner­zahl wie­der auf das Vor­kriegs­ni­veau. Der mas­sive Ab­wärts­trend setzte, ent­ge­gen viel­fa­cher An­nahme, je­doch nicht erst mit der Grenz­öff­nung 1990 ein, son­dern geht auf die frü­hen 1980er Jahre zu­rück. In­so­fern ge­nügt es nicht den Be­völ­ke­rungs­rück­gang mit dem Nie­der­gang der ober­lau­sit­zer Plan­wirt­schaft ab 1990 und dem dar­aus re­sul­tie­ren­den Man­gel an Ar­beits­plät­zen zu be­grün­den. Die Ein­woh­ner­zahl ist mitt­ler­weile auf das Ni­veau des Jah­res 1780 ge­fal­len.
Ganz all­ge­mein kann man ei­nen sol­chen de­mo­gra­phi­schen Pro­zess als Land­flucht und da­mit als ein welt­wei­tes Phä­no­men an­se­hen, was auch an In­dus­trie Staa­ten nicht spur­lus vor­rü­ber­zieht. Ei­ner der Gründe da­für ist die Re­duk­tion des Ar­beits­kräf­te­be­darfs in der Land­wirt­schaft (Pri­mär­sek­tor). Gleich­zei­tig wird die In­fra­struk­tur für Ar­beits­plätze im Dienst­leis­tungs­sek­tor in länd­li­chen Re­gio­nen auf Grund hö­he­rer Kos­ten und ge­rin­ge­rer Ren­ta­bi­li­tät nicht so schnell zur Ver­fü­gung ge­stellt, wie im städ­ti­schen Be­reich.
Hin­sicht­lich des Wan­de­rungs­ver­hal­tens gab es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch­aus große Schwan­kun­gen, wo­bei die 69 Zu­wan­de­rer je­ner drei Jahre mit po­si­ti­vem Mi­gra­ti­ons­saldo den 355 Ab­wan­de­run­gen in den übri­gen Jah­ren gegenüberstehen.


Jung und Alt

Die Ge­ne­ra­tion der un­ter 35-jährigen be­zeich­net man gern als die "jun­gen Krea­ti­ven". Ihr An­teil liegt im Alt­kreis Löbau-Zittau der­zeit bei we­ni­ger als 31%. In der Ge­meinde Ber­t­hels­dorf hin­ge­gen, wa­ren es im Jahre 2007 ge­rade mal noch 26%. Na­hezu sym­me­trisch zum Rück­gang der jun­gen Ge­ne­ra­tion steigt der An­teil je­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger über 55 Jahre. Seit dem Som­mer 2006 do­mi­niert der An­teil der Ge­ne­ra­tion 55+ die un­ter 35-jährigen ohne das eine Trend­wende ab­seh­bar wäre. Der An­stieg bei den über 55-jährigen re­sul­tiert ei­ner­seits aus der ge­stie­ge­nen Le­bens­er­war­tung und aus der po­si­ti­ven Mi­gra­ti­ons­bi­lanz die­ser Al­ters­grup­pen. We­sent­lich häu­fi­ger kommt es zu Ab­wan­de­run­gen der jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen. Hinzu kommt auch die ge­rin­gere Ge­bur­ten­rate von Frauen, wel­che sich durch den Frau­en­rück­gang ver­stärkt auf die Ein­woh­ner­zahl auswirkt.


Frauen

Bei Vor­her­sa­gen von de­mo­gra­phi­schen Ent­wick­lun­gen kommt es ne­ben der Sterbe- und Mi­gra­ti­ons­rate im we­sent­li­chen auf die Ge­bur­ten­rate an. Diese re­sul­tiert un­mit­tel­bar aus der An­zahl der ge­bär­fä­hi­gen Frauen und der durch­schnitt­li­chen Kin­der­zahl die­ser Frauen. Aus me­di­zi­ni­scher Sicht sind Frauen im Al­ter von 15 bis 45 Jah­ren im Stande Kin­der zu ge­bä­ren. Ihre Zahl hat sich in Ber­t­hels­dorf seit den 1990er Jah­ren um 150 re­du­ziert. Das ent­spricht ei­nen Rück­gang von knapp 38%. Gleich­zei­tig ging die Ge­bur­ten­zahl je Frau zu­rück. Ka­men 1990 noch 1,6 Kin­der auf eine Frau, sind es 2007 nur noch 1,1. Rein rech­ne­risch müss­ten etwa 2,1 Kin­der pro Frau ge­bo­ren wer­den, um die Be­völ­ke­rung ohne Wan­de­rung lang­fris­tig auf ei­nem kon­stan­ten Ni­veau zu hal­ten. Der (min­des­tens) seit 1990 ab­hal­tende Trend zeigt, dass aus den ver­hält­nis­mä­ßig we­ni­gen Ge­bur­ten in der nächs­ten Ge­ne­ra­tion ebenso we­nig Müt­ter her­vor­ge­hen.
Es dürfte so­mit ein­leuch­ten, dass ein Ort in dem es keine po­ten­zi­el­len Müt­ter mehr gibt, aus sich selbst her­aus aus­stirbt. Laut der vor­lie­gen­den Mo­dell­rech­nung wäre Ber­t­hels­dorf ohne eine er­heb­li­che Zu­wan­de­rung ab 2050 fort­wäh­rend kin­der­los.
Auf­fäl­lig ist zu­dem der stete Män­ner­über­hang in der Gruppe der 15 bis 45-Jährigen. Wäh­rend 1990 noch 93 Frauen auf 100 Män­ner ka­men, sind es 2007 nur noch 89. In der Li­te­ra­tur wird die­ser Un­ter­schied mit der grö­ße­ren Ab­wan­de­rungs­be­reit­schaft jun­ger Frauen begründet.

Ge­fühlte Lebensqualität

Um die ge­fühlte Le­bens­qua­li­tät zu be­stim­men, müsste man die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger be­fra­gen. Ab­ge­se­hen da­von wir­ken In­di­ka­to­ren wie Bil­dung, Ge­sund­heit, Be­rufs­chan­cen, ma­te­ri­el­ler Wohl­stand und In­fra­struk­tur, un­mit­tel­bar auf die Le­bens­qua­li­tät des ein­zel­nen. Die Fak­to­ren sind glei­cher­ma­ßen Ur­sa­che und Aus­wir­kung der de­mo­gra­phi­schen Ent­wick­lung. Am deut­lichs­ten kann man die­sen Zu­sam­men­hang am Bei­spiel von Schu­len fest­ma­chen: gibt es in ei­nem Ort zu we­nige Schü­ler, um den Schul­be­trieb auf­recht zu er­hal­ten, muss die Schule ge­schlos­sen wer­den. Folg­lich ist der Ort für junge Fa­mi­lien we­ni­ger at­trak­tiv, so dass sie sich un­ter Um­stän­den für ei­nen an­de­ren Wohn­ort ent­schei­den und keine Schule wie­der er­öff­net wird. Da­mit setzt sich summa sum­ma­rum eine de­mo­gra­phi­sche Ab­wärts­spi­rale in Gang. So war und ist es auch in Ber­t­hels­dorf. Es gibt nicht mal mehr eine Hand­voll Aus­bil­dungs­plätze im Ort, von den zwei eins­ti­gen Schu­len ganz zu schwei­gen. Seit Jah­ren kann man zu­se­hen, wie der öffent­li­che Raum - also jene Räum­lich­kei­ten, die ne­ben den Stra­ßen frei zu­gäng­lich sind, schrumpft. In den 1930 Jah­ren gab es im OT Ber­t­hels­dorf schon al­lein 12 Gast­häu­ser [1] - heute gibt es noch (!) ein ein­zi­ges. Das nächste Kran­ken­haus ist nicht mehr 2, son­dern 16 km ent­fernt. Wäh­rend es zu Be­ginn der 1990er Jahre noch vier Le­bens­mit­tel­ge­schäfte so­wie ei­nen Flei­scher, zwei Bä­cker und Gärt­ner gab, kann man sich heute nur noch zwi­schen je ei­nem der drei letzt­ge­nann­ten Ge­schäfte ent­schei­den. Um im nahe ge­le­gene Herrn­hut ein­zu­kau­fen, braucht manch ei­ner ein Auto. Die nächste Grund- oder Mit­tel­schule ist sie­ben Ki­lo­me­ter, das nächste öffent­li­che Gym­na­sium 10 Ki­lo­me­ter von Ber­t­hels­dorf ent­fernt.
Der Le­bens­mit­tel­punkt liegt also nicht mehr im Ort, son­dern kreist um das nächst­ge­le­gene Re­gio­nal­zen­trum Herrn­hut. Die Fol­gen ver­schlech­ter­ten In­fra­struk­tur sind, ne­ben der Ab­wan­de­rung, ein ho­hes Maß an so­zia­ler Ver­ein­ze­lung, Iso­lie­rung und eine er­schwerte Or­ga­ni­sa­tion des All­tags [2].
Auch die Net­to­ein­kom­men und das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) pro Kopf zeu­gen, als ein In­diz des ma­te­ri­el­len Wohl­stand, nicht ge­rade von ho­her Le­bens­qua­li­tät. Das durch­schnitt­li­che Net­to­ein­kom­men von 902 Euro pro Per­son liegt 58 Euro un­ter der in Deutsch­land de­fi­nier­ten Ar­muts­grenze (50% des mitt­le­ren Ein­kom­mens) [3]. Ähn­lich ver­hält es sich mit dem BIP pro Kopf, was im Land­kreis weit­aus ge­rin­ger als im Bun­des­durch­schnitt, und mit 14.500 Euro nicht ein­mal halb so hoch wie am Starn­ber­ger See ist [2]. Le­dig­lich 38,7 % der Be­woh­ner des Alt­krei­ses Löbau-Zittau sind er­werbs­tä­tig [3].

Fa­zit

Mo­dell­rech­nung hin oder her, die de­mo­gra­phi­sche Rea­li­tät wirft die Fra­gen auf, was aus ei­nem Ort wie Ber­t­hels­dorf ein­mal wer­den soll, wenn die Mehr­heit der Ein­woh­ner älter als 50 oder 60 Jahre ist und aus ih­rem Kreise keine Kin­der mehr her­vor­ge­hen. Spä­tes­tens dann klagt man nicht mehr über den Man­gel an Ar­beits­plät­zen, son­dern über den Man­gel an Ar­beits­kräf­ten, wel­che die me­di­zi­ni­sche und so­ziale Be­treu­ung ge­währ­leis­ten. Die bis dato auf­ge­zeigte Ver­schlech­te­rung der Le­bens­ver­hält­nisse wird sich ver­schär­fen und ins Auge ste­chen. Schon jetzt kann man al­lein im Orts­teil Ber­t­hels­dorf zehn vom Ein­sturz ge­fähr­dete und ebenso viele leer ste­hende Häu­ser zäh­len.
An­statt dar­auf zu war­ten, dass je­mand die per Grund­ge­setz ga­ran­tierte Gleich­heit von Lebens- und Wirt­schafts­be­din­gun­gen (wieder-)herstellt, be­darf es mehr En­ga­ge­ment und Ideen von Sei­ten der Bür­ger, um die so­zia­len und wirt­schaft­li­chen Fol­gen des Wan­dels ab­zu­fan­gen. Ziel kann es nicht sein wei­ter­hin "Top-down-Ideen" von oben herab durch­zu­set­zen. Die mensch­li­chen Res­sour­cen vor Ort gilt es zu ak­ti­vie­ren und bes­ser mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Schließ­lich sind die Men­schen der ei­gent­li­che Mo­to­ren der ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung.
Als Ur­sa­che die­ser Ent­wick­lung wer­den all zu gern die feh­len­den Ar­beits­plätze an­ge­führt. Doch wer die Schuld nicht je­mand frem­des in die Schuhe schie­ben möchte, könnte auch sa­gen: "Es fehlt nicht an Ar­beit, es fehlt an Ideen" (Zi­tat: A.S.). Zum An­stoß ei­ner De­batte um Ideen und Kon­zepte zi­tiere ich an die­ser Stelle In­no­va­ti­ons­fel­der aus ei­nem Po­li­tik­vor­schlag des Berlin-Institut für Be­völ­ke­rung und Ent­wick­lung [2]:

  • Die Er­zeu­gung von En­er­gie ist eine zi­vi­li­sa­to­ri­schen Schlüs­sel­en­er­gie, denn sie bringt ei­ner­seits eine Un­ab­hän­gig­keit von fos­si­len Brenn­stof­fen (En­er­gie­aut­ar­kie) und stellt an­de­rer­seits eine öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Trend­wende dar. Für Neu­zu­wan­de­rer schafft dies nicht nur den An­reiz nied­ri­ge­rer En­er­gie­kos­ten, son­dern sug­ge­riert eine all­ge­meine In­no­va­ti­on­s­aura, schönere Land­schaft und eine höhere so­ziale Kohäsion durch das ge­mein­schaft­li­che Pro­jekt [2]. In Ber­t­hels­dorf geht der Gärt­ner Helm­fried Dienel mit dem un­längst in Be­trieb ge­nom­me­nen Bio­mas­se­kraft­werk ei­nen Schritt in diese Rich­tung. Dar­über hin­aus nut­zen viele Haus­be­sit­zer Solarsysteme.
  • Durch die Fo­kus­sie­rung auf den öko­lo­gi­schen Land­bau und eine re­gio­nale Le­bens­mit­tel­wirt­schaft bliebe die größte Ge­winn­spanne beim Pro­du­zen­ten und da­mit in der Re­gion, an­statt bei di­ver­sen Zwi­schen­händ­lern (Su­per­märkte, etc.).
  • An­knüp­fen an die Idee der "Po­ly­kli­ni­ken".
  • Mo­bi­li­tät durch ge­mein­same Nut­zung von Fahr­zeu­gen, er­gänzt um Bür­ger­busse, die bei­spiels­weise Kin­der in die Schule fah­ren. Die­ses Kon­zept ist eine Al­ter­na­tive zum ei­ge­nen PKW und den re­gio­na­len Ver­kehrs­be­trie­ben, die ihr An­ge­bot zu­neh­mend einschränken.
  • Co-Housing Ge­mein­schaf­ten: An­ge­bot es­sen­ti­elle Dienst­leis­tun­gen im Ge­mein­schafts­zen­trum (Mit­tags­tisch, Abend­es­sen, Gast­stätte, Wä­sche­rei, Au­to­pool, Post, Le­bens­mit­tel­ver­kauf, kleine Schule/Hort/Kiga, Kin­der­be­treu­ung, Werk­zeug­ver­leih, u.U. me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung, Mehrgenerationen-Wohnge­mein­schaf­ten). Da­durch er­höht sich die Ef­fi­zi­enz der Ver­sor­gung und man löst Pro­bleme bei der Kin­der­be­treu­ung. Durch die ge­mein­same Nut­zung von Ge­rät­schaf­ten und Fahr­zeu­gen ent­steht eine wei­tere Er­spar­nis für die Ge­mein­schaft. Ne­ben­bei wird das En­ga­ge­ment von Frei­wil­li­gen fi­nan­zi­ell be­lohnt und der Ge­mein­schafts­sinn ge­stärkt. Es bleibt ab­zu­war­ten, wel­che Funk­tion das Ber­t­hels­dor­fer Schloss ein­mal ha­ben wird. Ein sol­ches Ge­mein­schafts­zen­trum wäre je­doch eine Op­tion für das noch im­mer un­be­stimmte Nutzungskonzept.

UPDATE: [shrin­king cities]

  • "Kunst fürs Dorf – Dör­fer für Kunst" heißt eine In­itia­tive der Deut­schen Stif­tung Kul­tur­land­schaft bei der sich Künst­ler in dörf­li­chen Ge­fil­den nie­der­las­sen und wir­ken. Ne­ben dem kul­tu­rel­len Wert für das Dorf, spielt der so­ziale As­pekt der Kunst eine be­son­dere Rolle. Kunst för­dert das Ge­mein­schafts­ge­fühl der Ge­meinde und eine selbst­be­wusste Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Ort und der Re­gion. Der­zeit gibt es ei­nen orts­an­sä­ßi­gen Künst­ler, der sein Haus als Kunst­ob­jekt ansieht, doch von vie­len Leu­ten ver­kannt wird:
    Kunst am Hund
  • Der Eu­ro­pean En­ergy Award ist ein Steuerungs- und Con­trol­ling In­stru­ment, was Kom­mu­nen hilft ihre En­er­gie­ein­spar­po­ten­ziale zu fin­den und er­neu­er­bare En­er­gi­en­res­sour­cen zu er­schlie­ßen, um sich letzt­end­lich den Ti­tel "En­er­gie­spar­ge­meinde" zu ver­die­nen. Diese
  • Beim Thema Zu­wan­de­rung hilft es, sich die Zin­zen­dorf­sche Tra­di­tion zu ver­ge­gen­wär­ti­gen Flücht­linge auf­zu­neh­men und ih­nen aus­rei­chend Wohn­raum im Dorf ge­wäh­ren. Zin­zen­dorf ließ einst Glau­bens­flücht­linge aus Böh­men und Schle­sien kom­men, wor­aus die Schwenk­fel­der­sied­lung und nicht zu­letzt die Stadt Herrn­hut her­vor­ging. Im 21. Jahr­hun­dert flüch­ten Men­schen aus ganz un­ter­schied­li­chen Grün­den aus ih­rer Hei­mat. Ber­t­hels­dorf könnte hier­bei dem Bei­spiel der spa­ni­schen Stadt Agua­viva fol­gen, wo sich in den letz­ten Jah­ren Ar­gen­ti­nier und Ru­mä­nen ansiedelten.
  • Die ge­mein­schaft­li­che Be­treu­ung von Kin­dern und Al­ten ist eine Mög­lich­keit, um die Aus­wir­kun­gen des de­mo­gra­phi­schen Wan­dels ab­zu­fan­gen und die In­ter­ak­tio­nen zwi­schen den jüngs­ten und ältes­ten Ge­ne­ra­tio­nen zu in­ten­si­vie­ren. Bei­spiel­haft da­für ist die Pra­xis ei­ni­ger ja­pa­ni­scher Pfle­ge­heime, wo Kin­der­gar­ten­kin­der Seite an Seite mit pfle­geb­dürf­ti­gen Se­nio­ren, so­wie geis­tig oder kör­per­lich be­ein­träch­tig­ten Men­schen, be­treut wer­den. Do­nata Elschenbroisch's Film 'Le­bens­er­war­tung' do­ku­men­tiert diese viel­ver­spre­chen­den päd­ago­gi­schen und the­ra­peu­ti­schen Ansätze.

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Me­tho­dik
Ge­mäß des al­ten Wit­zes: "sind Pro­gno­sen schwie­rig, be­son­ders wenn sie die Zu­kunft be­tref­fen". Die dar­ge­bo­te­nen Be­rech­nun­gen mo­del­liert bis 2025 eine po­si­ti­vere Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung, als das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt in Ka­menz. Alle hier dar­ge­bo­te­nen Vor­aus­be­rech­nun­gen der Be­völ­ke­rung wur­den un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ster­be­wahr­schein­lich­keit je Le­bens­al­ter und der Ge­bur­ten­wahr­schein­lich­keit je Le­bens­al­ter der po­ten­ti­el­len Müt­ter (Frauen zwi­schen 15 und 45 Jah­ren) vor­ge­nom­men. Die Ein­be­zie­hung der Ab­wan­de­rung be­ruht auf der durch­schnitt­li­chen Mi­gra­ti­ons­rate der letz­ten sie­ben Jahre und liegt bei 2%. Die Be­rech­nung als sol­ches be­ruht auf ei­nem evo­lu­tio­nä­ren Al­go­rith­mus [5]. Alle SVG-Darstellungen wur­den mit Hilfe von pro­to­vis er­stellt. Mit dem In­ter­net­ex­plo­rer sind die SVG-Grafiken nicht dar­stell­bar; nut­zen Sie da­her bitte ei­nen al­ter­na­ti­ven Browser.

Quel­len:
[1] G. Kor­schelt: Ge­schichte von Ber­t­hels­dorf
[2] De­mo­gra­phi­scher Wan­del - Ein Po­li­tik­vor­schlag un­ter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung der neuen Län­der. Bun­des­mi­nis­te­rium für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung. 2009.
[3] Sta­tis­ti­sches Lan­des­amt Sach­sen, 2009.
[4] Sonja Ad­ler: Ein­woh­ner­zah­len. (Ber­t­hels­dorf)
[5] nise81: Sta­tis­ti­sches Mo­dell auf Grund­lage ei­nes evo­lu­tio­nä­ren Al­go­rith­mus. (haxe-Quell­code dem­nächst ver­füg­bar)
[6] http://www.demografie.sachsen.de/


One Response to “Die demographische Realität in der Oberlausitz am Beispiel Berthelsdorfs”

  1. » Kurz-Studie: Demographische Realität in der Oberlausitz am Beispiel Berthelsdorfsnise81.com | niels seidel Says:

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