22.10.2012

Landkreis Görlitz erweist Mobilfunkbetreibern einen Bärendienst

Erst war es die Un­ter­ver­sor­gen mit „schnel­lem In­ter­net“ aka ADSL > 2 Mbit und jetzt ist es das seit Jah­ren ekla­tante Loch in der Netz­ab­de­ckung des Mo­bil­funks im Land­kreis Gör­litz. Das Amt für Kreis­ent­wick­lung ruft nun die Bür­ger dazu auf, die Lö­cher im Netz zu iden­ti­fi­zie­ren, um „da­mit kon­kret an die Netz­an­bie­ter her­an­tre­ten zu können“.

Screen­shot von fix­my­land­kreis funkloch.landkreis.gr

Das Ansin­nen der In­itia­tive scheint wun­der­bar und auch das Prin­zip der Bür­ger­be­tei­li­gung klingt gut. Doch bei ge­naue­rer Be­trach­tung han­delt es sich hier nicht um eine Ab­bild des bri­ti­schen fixmystreet.com, son­dern um ei­nen Gra­tis­dienst für die Mo­bil­funk­be­trei­ber. Diese wer­den es tun­lichst un­ter­las­sen ih­rer Netz­ab­de­ckung of­fen zu le­gen. Po­ten­ti­elle Kun­den würde dies nur ab­schre­cken. Ärger mit Kun­den wäre vor­pro­gram­miert.
Falls es dem Land­kreis nun ge­lingt die Funklö­cher zu fin­den, so wür­den die Mo­bil­funk­pro­vi­der er­fah­ren, was sie schon längst wis­sen: Netz­auf­bau lohnt nur da, wo ge­nug Leute Woh­nen. In den Tä­lern der Netz­lo­sen er­weist funkloch.landkreis.gr den An­bie­tern da­mit ei­nen Bä­ren­dienst.
Die Ar­beit da­für ist ei­gent­lich über­flüs­sig, denn viel­mehr sollte die Bun­des­netz­agen­tur die vor­han­de­nen Da­ten zur Ver­fü­gung stel­len oder diese von den An­bie­tern be­schaf­fen. Die dritte Quelle für diese In­for­ma­tio­nen liegt in den Ge­neh­mi­gun­gen für die Funk­mas­ten. Diese dür­fen nicht ohne amt­lich Ge­neh­mi­gung auf­ge­stellt wer­den. Aus den Stand­or­ten der Mas­ten ließe sich auch die Netz­ab­de­ckung ein­zel­ner Netze ermitteln.

Wa­rum geht man nun die­sen kom­pli­zier­ten Weg? Wa­rum soll ich als Bür­ger meine Zeit dar­auf verwenden?

Posted by nise | Filed in Tech | Kommentieren »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

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