Nachtrag zum Vortrag beim Kirchenkino Großhennersdorf

Völlig überraschend füllten sich gestern Abend in der Kirche zu Großhennersdorf die Bänke bis in die letzte Reihe – 115 Leute saßen da. Pattrick Weißig hatte im Namen der Hillerschen Villa Zittau zusammen mit dem Pfarrer Alexander Wieckowski zum Kirchenkino geladen. Wir wollten mit dieser Veranstaltung an das Ende des Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren und die regionalen Verstrickungen mit dem Holocaust am Beispieler der Göritzer WUMAG und dem Rennersdorfer KZ-Außenlager erinnern. In meinem Vortrag über das KZ-Außenlager Görlitz und den Todesmarsch in das Rennersdorfer Lager habe ich versucht die wesentlichsten Informationen gut aufzubereiten. Ganz besonders hatte es mich gefreut, dass drei Zeitzeugen aus Rennersdorf im Saal waren (die ich alle noch nicht kannte). Im Anschluss an den Vortrag eröffnete der Film »Zug des Lebens« eine lockere und amüsantere Annäherung an der Thema.

Vortrag zu den KZ-Außenlagern Görlitz und Rennersdorf beim Kirchenkino in Großhennersdorf, 15.09.2015.

Aus aktuellem Anlaß konnte ich Herrn Wieckowski kurz vor der Veranstaltung ganz leicht davon überzeugen, den anwesenden Gästen eine Möglichkeit zur Spende an Pro Asyl zu ermöglichen. Der Zusammenhang zwischen dem Thema des Abends und der gegenwärtigen Herausforderung viele Flüchtlinge in unser Land zu integrieren, mag vielleicht nicht jedem sofort auffallen. Unser Grundgesetz gebietet die Achtung der Menschenwürde und das Recht auf Asyl. Die Geschehnisse in Görlitz und Rennersdorf während der letzten Kriegsjahre zeigen dabei einerseits, wie durch Ignoranz, Wegschauen und Feigheit die ehemaligen Gefangenen noch weiter erniedrigt und gequält werden konnten. Andererseits gibt es auch zahlreiche Beispiele dafür, wie Menschen aus der Oberlausitz den Mut aufbrachten, nicht alles hinzunehmen, sondern Formen des Widerstandes zu suchen und im Interesse der leidenden Häftlinge zu handeln. Ich wünsche mir, dass wir diesem Mut zum Handeln, diese Engagement auch für die Geflüchteten aufbringen, die vor unserer Haustür um Asyl suchen. Die Flüchtlinge führen uns vor Augen, wie sie in ihrer Heimat Krieg und Leid erfahren mussten und nun mittellos hier menschenwürdig leben wollen. Wir sollten hier nicht Wegschauen und Abriegeln, sondern ihnen die Hand reichen.

Am Ende des Abends kamen 250 € an Spenden zusammen, die der Pfarrer in den nächsten Tagen an Pro Asyl überweisen wird.

Die Folien:

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