16.09.2015

Nachtrag zum Vortrag beim Kirchenkino Großhennersdorf

Völ­lig über­ra­schend füll­ten sich ges­tern Abend in der Kir­che zu Groß­hen­ners­dorf die Bänke bis in die letzte Reihe - 115 Leute sa­ßen da. Pat­trick Wei­ßig hatte im Na­men der Hil­ler­schen Villa Zit­tau zu­sam­men mit dem Pfar­rer Alex­an­der Wieckow­ski zum Kir­chen­kino ge­la­den. Wir woll­ten mit die­ser Ver­an­stal­tung an das Ende des Zwei­ten Welt­krieg vor 70 Jah­ren und die re­gio­na­len Ver­stri­ckun­gen mit dem Ho­lo­caust am Bei­spie­ler der Gö­rit­zer WUMAG und dem Ren­ners­dor­fer KZ-​​Außenlager er­in­nern. In mei­nem Vor­trag über das KZ-​​Außenlager Gör­litz und den To­des­marsch in das Ren­ners­dor­fer La­ger habe ich ver­sucht die we­sent­lichs­ten In­for­ma­tio­nen gut auf­zu­be­rei­ten. Ganz be­son­ders hatte es mich ge­freut, dass drei Zeit­zeu­gen aus Ren­ners­dorf im Saal wa­ren (die ich alle noch nicht kannte). Im An­schluss an den Vor­trag er­öff­nete der Film »Zug des Le­bens« eine lo­ckere und amü­san­tere An­nä­he­rung an der Thema.

Vor­trag zu den KZ-​​Außenlagern Gör­litz und Ren­ners­dorf beim Kir­chen­kino in Groß­hen­ners­dorf, 15.09.2015.

Aus ak­tu­el­lem An­laß konnte ich Herrn Wieckow­ski kurz vor der Ver­an­stal­tung ganz leicht da­von über­zeu­gen, den an­we­sen­den Gäs­ten eine Mög­lich­keit zur Spende an Pro Asyl zu er­mög­li­chen. Der Zu­sam­men­hang zwi­schen dem Thema des Abends und der ge­gen­wär­ti­gen Her­aus­for­de­rung viele Flücht­linge in un­ser Land zu in­te­grie­ren, mag viel­leicht nicht je­dem so­fort auf­fal­len. Un­ser Grund­ge­setz ge­bie­tet die Ach­tung der Men­schen­würde und das Recht auf Asyl. Die Ge­scheh­nisse in Gör­litz und Ren­ners­dorf wäh­rend der letz­ten Kriegs­jahre zei­gen da­bei ei­ner­seits, wie durch Igno­ranz, Weg­schauen und Feig­heit die ehe­ma­li­gen Ge­fan­ge­nen noch wei­ter er­nied­rigt und ge­quält wer­den konn­ten. An­de­rer­seits gibt es auch zahl­rei­che Bei­spiele da­für, wie Men­schen aus der Ober­lau­sitz den Mut auf­brach­ten, nicht al­les hin­zu­neh­men, son­dern For­men des Wi­der­stan­des zu su­chen und im In­ter­esse der lei­den­den Häft­linge zu han­deln. Ich wün­sche mir, dass wir die­sem Mut zum Han­deln, diese En­ga­ge­ment auch für die Ge­flüch­te­ten auf­brin­gen, die vor un­se­rer Haus­tür um Asyl su­chen. Die Flücht­linge füh­ren uns vor Au­gen, wie sie in ih­rer Hei­mat Krieg und Leid er­fah­ren muss­ten und nun mit­tel­los hier men­schen­wür­dig le­ben wol­len. Wir soll­ten hier nicht Weg­schauen und Ab­rie­geln, son­dern ih­nen die Hand reichen.

Am Ende des Abends ka­men 250 € an Spen­den zu­sam­men, die der Pfar­rer in den nächs­ten Ta­gen an Pro Asyl über­wei­sen wird.

Die Fo­lien:

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