9.02.2015

Hypervideo: Kubikfoto des Braunkohleabbaus in der Lausitz

Green­peace en­ga­giert sich seit ge­rau­mer Zeit ge­gen die Er­schlie­ßung wei­te­rer Braun­koh­le­ta­ge­baue in der säch­si­schen und bran­den­bur­gi­schen Lau­sitz. Ein Aus­druck die­ses En­ga­ge­ment zeigt sich in ei­ner sehr äste­thi­schen Kam­pa­gne braunkohle.info.
Um­ge­setzt wurde diese von ei­ner Bre­mer Agen­tur na­mens Ku­bik­foto. Das gleich­na­mige Pro­dukt ver­knüpft Fo­tos und kurze Vi­deos zu ei­nem in­ter­ak­ti­ven Sto­ry­space. Nach dem Prin­zip De­tail on De­mand kann der An­wen­der die Bil­der oder Vi­deos per Klick ver­tie­fen und im­mer neue kurze Ge­schich­ten, Be­richte, Fo­to­al­ben, Pan­ora­ma­bil­der usw. be­trach­ten. Man könnte auch sa­gen, dass Ku­bik­foto das Kon­zept von Prezi mit Hilfe von Vi­deos um­setzt, wo­bei es Hy­per­vi­deos die­ser Art schon seit den 1970er Jah­ren gibt. An­ge­rei­chert sind auch kleine Spiele, in de­nen Be­nut­zer­in­ter­ak­tio­nen, wie das Ab-​​ und Auf­hän­gen ei­nes Bil­des, die Wie­der­gabe von Me­dien auslösen.

Sehr be­ein­dru­ckend sind da­bei die Über­gänge zwi­schen den Sze­nen. In ei­ner Mi­schung aus Stop Mo­tion und Mo­tion Blur ver­schwimmt der Weg zwi­schen zwei Dreh­or­ten in ei­nem kon­ti­nu­ier­li­chen Fluss. Jen­seits von For­schung­pro­to­ty­pen habe ich auch eine Zeit­leis­ten­steue­rung in­ner­halb des Vi­deos noch nicht ge­se­hen. Wäh­rend die kur­zen Clips gänz­lich ohne Zeit­leiste aus­kom­men, kann man in ei­ni­gen Fil­men ein Scrub­ber im Vi­deo­bild hin und her schie­ben, um die Ab­spiel­po­si­tion zu va­ri­ie­ren.
Be­mer­kens­wert finde ich auch Mög­lich­keit in­ner­halb des Be­trach­tungs­fens­ters das darin be­find­li­che Vi­deo oder Bild per Maus zu ver­schie­ben. Da­durch wirkt es, als könne man sich in ei­ner Sze­ne­rie selbst umsehen.

Zu­sam­men­ge­fasst er­achte ich Ku­bik­foto als eine der be­mer­kens­wer­tes­ten Hypervideo-​​Realisationen, die ich in den letz­ten Jah­ren ge­se­hen habe. Trotz­dem der Pro­duk­ti­ons­auf­wand in den Kubik-​​Studios of­fen­bar sehr hoch ist und das zur Um­set­zung not­wen­dige Werk­zeug das Ka­pi­tal der Agen­tur dar­stellt, wäre eine stär­kere In­ter­ak­tion mit den Nut­zer wün­schens­wert. In den USA hätte man für die­ses Tool si­cher ge­nug Ri­si­ko­ka­pi­tal auf­trei­ben kön­nen, um eine Kubik-​​Community oder ein Kubik-​​Portal zu ent­wi­ckeln. Wa­rum ver­ste­cken sich die Deut­schen im­mer hin­ter ih­ren klein­tei­li­gen Lö­sun­gen, an­statt sie groß raus zu­brin­gen? Ich sehe hier auch sehr viel Po­ten­tial im Be­reich der Ga­mi­fi­ca­tion, die über die halb­her­zi­gen YouTube Ga­mes hin­aus­ge­hen. Ich würde je­den­falls gern ein paar der UI Kon­zepte auf­grei­fen und im Kon­text des Ler­nens mit Vi­deos umsetzen.

Posted by nise | Filed in nise81 | Kommentieren »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

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