8 Tipps um ein Paper zu schreiben, was Leser via Google Scholar & Co finden können

Elektronische Publikationen gelangen zumeist durch Suchanfragen an ihre Leser. Die Suchmaschinen von Literaturdatenbanken wie auch Google Scholar folgen bestimmten Algorithmen, die anhand Parametern und Metriken die Suchtreffer in eine Rangfolge bringen. Diese Mechanismen als Autor zu ignorieren hieße, anderen den Zugang zu seinen Forschungsergebnissen zu erschweren und sich von der Community zu distanzieren. Andererseits sollte man sich in Bezug auf den Inhalt einer Forschungsarbeit nicht dem Diktat der Suchalgorithmen unterwerfen oder versuchen illegitimen Nutzen daraus zu ziehen. Academic search engine optimization (ASEO) zielt daher auf die Beachtung technischer Rahmenbedingung und die Entscheidungsfindung bei der Publikation elektronischen Forschungsarbeiten. In diesem Beitrag habe ich drei wissenschaftliche Artikel zum Thema ASEO  in acht Handlungsempfehlungen zusammengefasst:

#1: Kurzer Titel
Google Scholar bevorzugt kurze Titel, wobei diese auch Keywords enthalten sollte.

#2: Keywords
Wähle die richtigen Keywords durch Suchanfragen in Literaturdatenbanken oder unter Zuhilfenahme folgender Werkzeuge:

Die verwendeten Schlüsselworte sollten zwar gebräuchlich und verbreitet sein, nicht jedoch zu übermäßig vielen konkurrierenden Treffern führen. Neben dem Titel integriert man die Schlüsselworte insbesondere in den Abstract und fernen in den Text.

#3: Text
Alle Schlüsselworte solltest du einschließlich der relevanten Synonyme in den Textkorpus integrieren. Die Struktur des Textes sollte sich am bekannten Muster introduction, related work, method, result, discussion anlehnen, damit die Artikel auch als wissenschaftliche Papiere erkannt werden können.

#4: Zitationen
Datenbanken wie Scopus oder Web of Science ordnen Treffer einer Suchanfrage allein anhand der eingehenden Referenzen. Je öfter ein Artikel in anderen Papieren zitiert wurde, desto höher rangiert er im Suchergebnis. Google Scholar scheint dabei nicht zwischen Fremd- und Eigenzitaten zu unterscheiden. Der Pange Rank Algorithmus von Google berücksichtigt jedoch auch andere Quellen im WWW, die auf ein Papier verweisen. Insbesondere die Reputation von Autoren und Verlagen / Journals wird miteinbezogen (siehe #6).

In Bezug auf Literaturangaben ist Sorgfalt bei der Schreibweise von Namen, insbesondere unter Berücksichtigung anderer Alphabete, angebracht. Es ist zudem wichtig Verweise auf die Bezugsquellen der referenzierten Quellen anzugeben. Eine URL, ISSN, ISBN oder DOI erfüllt diesen Zweck.

#5: Grafiken und Tabellen
Im Gegensatz zu Text in Tabellen und Bitmap-Grafiken (BMP, JPEG, PNG, GIF, TIFF, etc.), werden lediglich Texte in vektorbasierte Grafiken (z.B. SVG nach PDF exportiert) durch Google Scholar indiziert.

#6: Wahl des Journals bzw. Publikationskanals
Artikel rangieren auch dann weit oben in der Trefferliste, wenn lediglich nach einem Namen oder einem Publikationsnamen (z.B. Titel des Journals oder der Buchreihe) gesucht wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Suchbegriff im Titel oder Text des Papiers vorkommt. Die Wahl der Zeitschrift hat also einen Einfluss auf das Ranking. Insbesondere Beiträge in Open Access Journals lassen sich im Gegensatz zu kostenpflichtigen Angeboten leichter zitieren und abrufen. Alternativ kann man einen pre-print (Green Open Access) ins Netz stellen oder im dem Verlag eine Recht auf eine spätere Veröffentlichung auf einem eigenen Server vereinbaren. ISI-Journals genießen auch bei Google Scholar einen besseren Ruf und werden höher eingeordnet.

#7: Metadaten
Neben den Schlüsselwort, die sich auf den Inhalt einer Arbeit beziehen, sind auch die mit dem Dokument also solches verbundenen Metadaten von Relevanz. Wenngleich Verlage diese Metadaten vor der Veröffentlichung im Netz vereinheitlichen, muss man als Autor bei der Veröffentlichung auf einer eigenen Webpräsenz allein dafür Sorge tragen. Ob PDF oder Textdokument, ein nachvollziehbarer Dateinamen sowie die korrekte und vollständige Angabe der Metadaten (Titel, Autor, Subjekt) machen das Dokument maschinenlesbar und somit für Suchmaschinen besser indizierbar. (In Tex leistet das Paket hyperref mit dem Kommando hypersetup gute Dienste.)

Will man ein Papier auf einer Webseite präsentieren ist die Angabe von HTML-Metatags notwendig. Bei Arlitsch et al. (2012) findet man genaue Angaben, wie sich Bepress Metadaten auf Dublin Core Sets abbilden lassen, um bei Google Scholar überhaupt erst einmal gelistet zu werden. Hier nur ein HTML-Code-Schnipsel als Beispiel:

<meta name=“bepress_citation_author“ content=“Max Müller“ />
<meta name=“bepress_citation_author“ content=“Maxi Müllerin“ />
<meta name=“bepress_citation_title“ content=“ASEO at its best“ />
<meta name=“bepress_citation_pdf_url“ content=“http://www.nise81.com/archives/1046″ />

#8: Dateiquellen
Wenn ein Artikel nicht nur in einer Zeitschriftendatenbank, sondern auch auf einer privaten oder institutionellen Webseite abrufbar ist, gruppiert Google Scholar die Quellen in der Rangliste. Alternativ können Artikel auch bei Web-Diensten wie Mendeley oder ResearchGate eingestellt werden. Oder, in einem Satz gesagt: Je mehr (vertrauenswürdige) Quellen es für eine Dokument gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Suchmaschine darauf stößt.

 

Literatur:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.