Abitur ohne Lesekompetenz?

Eine Studie der Universität Hamburg förderte nun zu Tage, dass 14% der erwerbstätigen Deutschen Funktionale Analphabeten sind. 40% der Befragten leiden zudem unter einer Schreibschwäche. Prof. Dr. A. Grötlüschen und Dr. W. Riekmann befragten 8436 Personen im Alter von 18-64 Jahren.

Knapp 60% derer, die Deutsch als erste Sprache erlernt haben, sind davon betroffen. Im Gegensatz dazu gelten nur 41% derjenigen als Funktionale Analphabeten, die eine andere Sprache als die deutsche als erstes erlernten. Menschen mit Migrationshintergrund sind also vergleichsweise weniger betroffen. Aus den Ergebnissen der Studie geht jedoch nicht hervor, wie lange die Betreffenden schon in Deutschland leben. Überhaupt gehen die Autoren der Studien kaum auf eventuelle oder evidente Ursachen der Ergebnisse ein.

Überraschend ist, dass nicht nur Menschen mit niedrigerem Schulabschlüssen Leseschwierigkeiten oder Schreibschwächen aufweisen, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auch jene mit Abitur (12,3% bzw. 40,4%). Auch Kohorten, deren Schulzeit noch nicht all zu lange zurück liegt – die 18-29-Jährigen, sind überdurchschnittlich (19%) betroffen.

Laut ersten Reaktionen der Bundesregierungen sollen sich Volkshochschulen und Wirtschaft dem Problem stellen. Geld wird fließen. In wie weit ältere Arbeitnehmer sich noch im Lesen und Schreiben schulen lassen, bleibt offen. Sofern es ihnen nicht gelingt, das Lesen und Schreiben im Alltag fortlaufend zu trainieren, verpuffen derartige Maßnahmen. Audiovisuelle Alternativen erleichtern vielen Menschen das kognitiv anstrengende Lesen.

„A person who won’t read has no advantage over one who can’t read.“ (Mark Twain)

Jedes Jahr auf’s Neue steigt die Durchschnittsdauer des täglichen Fernsehkonsums in Deutschland. Was wäre wenn wirklich einmal die Fernsehausstrahlung für eine Wochen zusammenbreche? Ich erinnere nur an den Film FreeRainer
Gibt es eigentlich auch ein Studie die erwerbstätige Probanden mit den Pisa-Tests konfrontiert?

Quelle: Level-One Studie

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