Puno
Es war FreiÂtag und mich erÂwarÂtete das, was man WoÂchenÂende nennt und mir in den letzÂten JahÂren abÂhanÂden geÂkomÂmen ist. Ich wollte nach Puno an den TiÂtikÂakaÂsee fahÂren und die Schule hinÂter mir lasÂsen. ClauÂdia beÂschaffte mir sponÂtan die BustiÂckets für die nächtÂliÂche ÜberÂfahrt. GeÂschlaÂfen hatte ich kaum, doch bei der AnÂkunft am HaÂfen war alle MüÂdigÂkeit vom MorÂgenÂgrauen verÂschleiÂert. Die Luft war sauÂber, der HimÂmel klar von SterÂnen überÂsät und allÂmäÂlig beÂgrüßÂten die VöÂgel die sich anÂdeuÂtenÂden SonÂnenÂstrahÂlen am HoÂriÂzont. Die ersÂten KäpiÂtäne groÂchen aus ihÂren BooÂten und fragÂten zuÂgleich, ob ich mit ihÂnen hinÂausÂfahÂren möchte, um eiÂnige der InÂseln zu seÂhen. Das erste, von Sonne und Wind geÂgerbte GeÂsicht läÂchelte freundÂlich unÂter der bunÂten BomÂmelÂmütze herÂvor. Der Mann lud mich in seine warme KaÂjüte und erÂzählte mir, was mich auf den einÂzelÂnen InÂseln erÂwarÂten würÂden. Mir war klar, dass es in ein paar StunÂden ein rieÂsen AnÂsturm auf die Boote geÂben würde und ich desÂhalb eine mögÂlichst weÂnig freÂquenÂtierte InÂsel für die ÜberÂnachÂtung finÂden musste. Ich hanÂdelte eine Tour zu den InÂseln UrÂsos, AmanÂtani und Taquile für schlappe 20 SoÂles (6 Euro) aus. Er wollte geÂgen halb neun starÂten, soÂbald sein Boot voll ist.
Nach dem beÂzauÂbernÂden SonÂnenÂaufÂgang wollte ich mir Puno anÂseÂhen und sprang desÂhalb auf eine der vorÂbeiÂfahÂrenÂden RikÂschas auf. Der arme Kerle hatte keine SchalÂtung am Rad und beÂgann kurz vor dem Plaza de ArÂmas an zu schieÂben, wesÂhalb ich soÂgleich abÂsprang und ihm eiÂnen SoÂles mehr gab. FreundÂlich zeigte er mir den geÂsuchÂten GeldÂauÂtoÂmaÂten. UnÂmitÂtelÂbar daÂvor hatte, in Pappe geÂhüllt, eine MutÂter mit ihÂrem KleinÂkind die kalte Nacht verÂbracht. Ein paar MeÂter weiÂter schlief ein Mann zwiÂschen den KirÂchenÂmauÂern. Ich fühlte mich unÂwohl und gänzÂlich asoÂzial, als ich 300 SoÂles aus dem AuÂtoÂmaÂten zog und ihÂnen vor lauÂter 50er-Scheinen nichts zu esÂsen kauÂfen konnte (soÂviel könÂnen die meisÂtens nicht wechÂseln). Auf dem Berg schallte ein FeuÂerÂwerk und unÂterÂbrach die ofÂfenÂbar freuÂdige MuÂsik eiÂner BlasÂkaÂpelle. Viele Leute tanzÂten zur MuÂsik. Lange Zeit lief ich durch die einÂtöÂnige Stadt, deÂren HäuÂsern man nicht anÂseÂhen konnte, ob sie sich noch im Bau beÂfinÂden oder beÂreits wieÂder verÂfalÂlen. ZahlÂreiÂche Hunde schwänÂzelÂten durch die StraÂßen und machÂten ihre PfütÂzen ebenso, wie ihre scheinÂbaÂren HerÂren. Eine Reihe von StraÂßen verÂwanÂdelte sich in eiÂnen zuÂnehÂmens geÂschäfÂtiÂgen Markt. SouÂveÂnierÂfrei boÂten die HändÂler alÂlerÂhand nützÂliÂches und essÂbaÂres an. WerkÂzeuge, Rohre, Gummi, verÂschieÂdene Früchte und wunÂderÂbar dufÂtende BluÂmen (SonnÂtag war ja MutÂterÂtag) an. ZwiÂschenÂdrin entÂstand eine SupÂpenÂküÂche, an der sich soÂgleich ein guÂtes DutÂzend Leute zum FrühÂstück einÂfanÂden.
Die Sonne stieg schnell hinÂauf und es wurde heiß. So langÂsam sollte mein Boot abÂleÂgen. Vom GeÂruch und Dreck der Stadt hatte ich soÂweit geÂnug, dass ich mir SonnÂtags höchsÂtens noch das Coca-Museum anÂseÂhen würde.








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