Filmdokument: Kriegsverbrecher-Prozeß in Görlitz
ErstÂmals habe ich hisÂtoÂriÂsches FilmÂaÂteÂrial über das VerÂfahÂren geÂgen die zwei „HauptÂschulÂdiÂgen NS-Verbrecher“ in GörÂlitz geÂfunÂden. Ich meine den im VolksÂmund beÂkannÂten Malitz-Meinshausen-Prozeß geÂgen Dr. Bruno ErÂwin Fritz MaÂlitz, so der vollÂstänÂdige Name des eheÂmaÂliÂgen NSDAP-Kreisleiters in GörÂlitz, und geÂgen den eheÂmaÂliÂgen GörÂlitÂzer OberÂbürÂgerÂmeisÂter Dr. Hans FriedÂrich AuÂgust MeinsÂhauÂsen.
MaÂlitz und MeinsÂhauÂsen waÂren zwei von insÂgeÂsamt 2405 soÂgeÂnannÂten HauptÂschulÂdiÂgen NS-Verbrechern, geÂgen die in der SoÂwjeÂtiÂschen BeÂsatÂzungsÂzone zwiÂschen SepÂtemÂber 1947 und JahÂresÂende 1950 erÂmitÂtelt wurde.
AufÂmerkÂsamÂkeit erÂregte der ProÂzeß nicht nur in GörÂlitz, sonÂdern dank eiÂner weitÂreiÂchenÂden MeÂdiÂenÂkamÂpaÂgne auch in der geÂsamÂten soÂwjeÂtiÂschen BeÂsatÂzungsÂzone. Der 2000 MenÂschen fasÂsende Saal der GörÂlitÂzer StadtÂhalle diente als VerÂhandÂlungsÂort und geÂnügte kaum dem AnÂdrang der inÂterÂesÂsierÂten BeÂvölÂkeÂrung. SpäÂtesÂtens beim AufÂtritt von WalÂter UlÂbricht als ZeuÂgen, wird klar, daß es sich hierÂbei um eiÂnen SchauÂproÂzess hanÂdelt, desÂsen UrÂteil, um eiÂner öffentÂliÂchen und vor alÂlem deutschÂlandÂweiÂten BlaÂmage zu entÂgeÂhen, schon von vorn herÂein festÂgeÂstanÂden haÂben muss. Der ProÂzeß an sich diente also dazu, die BeÂgrünÂdung der Strafe an die ÖffentÂlichÂkeit zu bringen.
Die beiÂden AnÂgeÂklagÂten werÂden zum Tode verÂurÂteilt. „Das StrafÂmaß für MeinsÂhauÂsen sei im VerÂhältÂnis zu UrÂteiÂlen des NürnÂberÂger MiÂliÂtärÂgeÂrichts nicht geÂrechtÂferÂtigt“, hieß es im ReÂviÂsiÂonsÂanÂtrag der VerÂteiÂdiÂgung. Die AnÂkläÂger, unÂter der LeiÂtung von GeÂneÂralÂstaatsÂanÂwalt Dr. Helm, deÂfiÂnierÂten darÂaufÂhin ihre AusÂleÂgung der „VerÂbreÂchen geÂgen die MenschÂlichÂkeit“, woÂnach ebenÂdiese sich nicht alÂlein auf körÂperÂliÂche MißÂhandÂlung beÂschränÂken, sonÂdern „die geÂsamte TäÂtigÂkeit des NaÂtioÂnalÂsoÂziaÂlisÂmus auf alÂlen LeÂbensÂgeÂbieÂten“ einÂbeÂzieÂhen. Eben diese TäÂtigÂkeit stand in BeÂzug auf das KZ-Außenlager jeÂdoch in AbÂhänÂgigÂkeit mehÂreÂrer InÂstanÂzen, welÂche man zur KläÂrung der VerÂantÂworÂtung für den ToÂdesÂmarsch hätte herÂanÂzieÂhen müsÂsen. Die StaatsÂanÂwaltÂschaft beÂmühte sich nicht, eine AusÂlieÂfeÂrung des LaÂgerÂkomÂmanÂdanÂten oder des GeÂneÂralÂdiÂrekÂtors der WUMAG zu erÂwirÂken. MaÂlitz und MeinsÂhauÂsen wurde die geÂsamte VerÂantÂworÂtung zuÂgeÂschrieÂben, so daß sich weiÂtere ErÂmittÂlunÂgen, in der hier beÂtrefÂfenÂden SaÂche, erübrigten.
00:23 - In der Szene werÂden die exÂhuÂmierÂten LeiÂchen der HäftÂlinge des KZ-Außenlagers auf dem JüÂdiÂschen FriedÂhof in GörÂlitz geÂzeigt. Vor eiÂner AufÂreiÂhung von SchäÂdeln steÂhen (v.l.n.r.) die KriÂmiÂnalÂkomÂmisÂsare Kurt Wolf und Herr MehlÂmann, so wie die AnÂgeÂklagÂten Dr. Hans MeinsÂhauÂsen und Dr. Bruno MaÂlitz. HinÂter den PerÂsoÂnen lieÂgen mehÂrer stark verÂweste Skelette.
00:47 - Auf eiÂner der vorÂdeÂren Bänke, in der als GeÂrichtsÂsaal dieÂnenÂden GörÂlitÂzer StadtÂhalle, sind drei HerÂren zu seÂhen, die wahrÂscheinÂlich als ZeuÂgen geÂlaÂden waÂren. JeÂner Herr mit KrüÂcken ist verÂmutÂlich JaÂnusch OboÂroÂwicz - ein eheÂmaÂliÂger HäftÂling des KZ-AL Görlitz.
---
Originaltitel/Archivtitel: Der AuÂgenÂzeuge 1948/102
ProÂdukÂtiÂonsÂland: DDR (SoÂwjeÂtiÂsche BeÂsatÂzungÂzone)
ProÂdukÂtion: DEFA
FilÂmart: DoÂkuÂmenÂtarÂfilm (D)
HerstJ/Freigabe: 1948
VerÂöfÂfentÂliÂchunÂgen DVD: ICESTORM EnÂterÂtainÂment GmbH ("Der AuÂgenÂzeuge - Die 40er Jahre")








Leave a Comment