22.03.2013

Gesprächsforum über die KZ-Baracke im Schlesischen Museum zu Görlitz

Am 9. April fin­det im Schle­si­schen Mu­seum eine Dis­kus­si­ons­fo­rum über die Zu­kunft der kürz­lich öf­fent­lich ge­wor­de­nen Ba­ra­cke des KZ Au­ßen­la­ger Gör­litz statt. Un­ter dem Ti­tel „Denk­wür­di­ges Erbe - Wie wei­ter mit der Sa­ni­täts­ba­ra­cke aus dem KZ Bies­nit­zer Grund?“ lädt der För­der­kreis Gör­lit­zer Syn­agoge zu der Ver­an­stal­tung ein.

Im­puls­vor­träge kom­men vom Bür­ger­meis­ter Dr. Mi­chael Wie­ler und von Pfar­rer Nor­bert Jo­klitschke, als Ver­tre­ter der ka­tho­li­schen Ge­meinde Hei­lig­kreuz, auf de­ren Grund­stück sich die Ba­ra­cke heute be­fin­det. Ich wer­den eben­falls ein kur­zes Re­fe­rat mit dem Ti­tel: „Jen­seits von Bu­chen­wald und Ausch­witz: Das KZ-​​Außenlager Gör­litz“ dazu beitragen.

Der Ab­stract dazu:

Im Som­mer 1944 ent­stand in Gör­litz auf Wunsch der Wag­gon und Ma­schi­nen­bau AG Gör­litz eine De­pen­dance des KZ Groß-​​Rosen. Die als kriegs­wich­tig ein­ge­stufte Pro­duk­tion der WUMAG konnte nicht mehr al­lein durch Kriegs­ge­fan­gene und so­ge­nannte »Ost­ar­bei­ter« auf­recht er­hal­ten wer­den. An die 1500 Ju­den, Män­ner und Frauen, aus Mittel-​​, Ost-​​ und Süd­ost­eu­ropa wur­den des­halb über Ausch­witz und Groß-​​Rosen so­wie de­ren Au­ßen­la­ger nach Gör­litz de­por­tiert. Un­ter wid­ri­gen Le­bens­be­din­gun­gen, schwe­rer Ar­beit und grau­sa­men Miss­hand­lun­gen star­ben über 300 Ge­fan­gene des Ba­ra­cken­la­gers. Das Pa­ra­dox zwi­schen der ma­xi­ma­len Aus­beu­tung der Ar­beits­kraft (WUMAG) und der Pei­ni­gung durch Funk­ti­ons­häft­linge und SS war Teil der Ge­gen­wirk­lich­keit des La­gers. Auf­grund der her­an­rü­cken­den Front trieb die SS im Fe­bruar 1945 die Häft­linge nach Ren­ners­dorf, um sie 14 Tage spä­ter für den Aus­bau Gör­litz zur Fes­tung wie­der zu­rück zu ho­len. Am 8. Mai be­freite die Rote Ar­mee das La­ger. Mit dem Pro­zess ge­gen den Gör­lit­zer Kreis­lei­ter Ma­litz und Ober­bür­ger­meis­ter Meins­haus­hau­sen 1948 er­lebte die Ahn­dung der NS-​​Verbrechen in Gör­litz den Hö­he­punkt und gleich­zei­tig das Ende. Erst in den 1980er Jah­ren be­gann eine zö­ger­li­che his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung die­ses düs­te­ren Ka­pi­tels Gör­lit­zer Stadtgeschichte.

Das Pro­gramm des Abends

  1. Jen­seits von Bu­chen­wald und Ausch­witz: Das KZ-​​Außenlager Gör­litz. (Niels Sei­del, Au­tor des 2008 er­schie­ne­nen Bu­ches „Die KZ-​​Außenlager Gör­litz und Ren­ners­dorf - Ein Bei­trag zur Auf­ar­bei­tung der Ge­scheh­nisse im KZ Groß Rosen“)
  2. Dop­pelte Exis­tenz - Die wech­sel­volle Ge­schichte der Sa­ni­täts­ba­ra­cke aus dem Bies­nit­zer Grund (Nor­bert Jo­klitschke, Pfar­rer der ka­tho­li­schen Heilig-​​Kreuz-​​Kirche)
  3. UPDATE: Kath­rin Krahl, Wei­ter­den­ken - Hein­rich Böll Stiftung
  4. Zur Standort-​​ und Stand­punkt­fin­dung in der Stadt (Bür­ger­meis­ter Mi­chael Wieler)
  5. Dis­kus­sion

Posted by nise | Filed in Shoa | Kommentieren »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

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