Erster Zwischenbericht

So­wohl in Cusco, als auch in der Gast­fa­mi­lie und in der Sprach­schule fühle ich mich aus­ge­spro­chen wohl. Ich be­finde mich in Ge­sell­schaft von übe­r­aus in­ter­es­san­ten Leu­ten: Ein schwei­zer Päar­chen, dass sich ein Jahr un­be­zahl­ten Ur­laub ge­nom­men hat, um Süd­ame­rika zu be­rei­sen. Ein Mä­del aus dem­sel­ben Land re­cher­chiert für ei­nen Road Mo­vie, den sie u.a. hier dre­hen wird. Ei­nen Deut­scher, der einst be­ruf­lich und jetzt pri­vat fast dau­er­haft auf Rei­sen ist. Vier von 25 Ent­wick­lungs­hel­fern bzw. Mis­sio­na­ren, die et­was ent­fernt von Cusco ein deut­sches Kran­ken­haus auf­bauen und sich hier für zu­nächst drei Jahre nie­der­las­sen wol­len.
Niels
Seit fast zwei Wo­chen lerne ich nun mit die­sen Leu­ten (teils im sel­ben Kurs) bei Acupari Spa­nisch und so lang­sam sind län­gere Un­ter­hal­tun­gen (im Prä­senz) mög­lich. Meine Mama2 ver­stehe ich schon recht gut, ihre Toch­ter hin­ge­gen muss ich öfters bit­ten lang­sa­mer zu spre­chen. Auf der Straße kann ich ein­zelne Wort­grup­pen ver­ste­hen und die zum Rei­sen und Über­le­ben not­wen­di­gen Sätze bil­den. Ges­tern habe ich mal pro­biert ei­nen Ro­man (Al­che­mist) zu le­sen, doch mehr als eine Vor­le­se­übung zum Er­lan­gen des Sprach­ge­fühls ist der­zeit nicht drin. Mir feh­len noch zu viele Vo­ka­beln. Seit letz­ter Wo­che ver­su­che ich diese mit Kar­tei­kar­ten je­weils für Ver­ben, Sub­stan­tive und sons­tige Wör­ter zu pau­ken. Ab nächs­ter Wo­che möchte ich statt dem Grup­pen­un­ter­richt zum Ein­zel­un­ter­richt wech­seln. Bis­lang hatte ich nur nach­mit­tags eine Leh­re­rin für mich al­lein, da keine Gruppe zu­stande kam. Jetzt möchte ich lie­ber we­ni­ger Stun­den, aber da­für in­ten­siv un­ter­rich­tet wer­den, um die drin­gend not­wen­di­gen Zeit­for­men und Computer-Vokabeln zu er­fah­ren. Dar­über hin­aus bleibt mir dann auch mehr Zeit zum Rei­sen. Cusco und Um­ge­bung bie­tet übe­r­aus viel se­hens­werte Orte, für die ich im Herbst je­doch nicht ex­tra noch mal in diese ent­fernte Ge­gend rei­sen möchte. An die­sem Wo­chen­ende fahre ich mit Pia ins Valle Sagralle (Hei­li­ges Tal), ge­nauer nach Pi­sac, Urub­amba, Ol­lan­taytambo und Chin­chero. Schon am Don­ners­tag gehts auf eine fünf­tä­gige Tre­cking­tour nach Ma­chu Pic­chu und wenn noch Zeit bleibt, schau ich mir auch noch ein paar, der um Cusco ver­streu­ten In­ka­stät­ten an. Heute war ich auf dem San-Pedro-Markt und bin zwi­schen ge­trock­ne­ten und fri­schen Fleisch und Obst um­her­ge­zo­gen. Ganze Schafs­köpfe ne­ben Meer­schwein­chen und Schwei­ne­hälf­ten. Ver­schie­dene Früchte und de­ren Säfte. Ge­würze, Hül­sen­früchte und Pilze. Wirk­lich dut­zende Sor­ten Kar­tof­feln, al­ler Far­ben, For­men und Grö­ßen. 10 ver­schie­dene Ar­ten von Mais. Ab­ge­se­hen von den teils üblen Ge­rü­chen, kann man sich dort auch gleich be­ko­chen las­sen. Zur Zeit bin ich auf der Su­che nach un­be­kann­ten Früch­ten. Die meis­ten kennt nicht mal Mama2, was ich schon sehr er­staun­lich finde. Da­für kocht sie mir täg­lich ein an­de­res pe­rua­ni­sche Ge­richt (au­ßer Meer­schein und Al­paca, das ist um­ständ­lich und sehr sehr schwer). Seit kur­zem so­gar rich­tig scharfe Sa­chen. Ich würde ja sel­ber gern mal was ko­chen und aus­pro­bie­ren. Mor­gen schaue ich mir noch ei­nen an­de­ren Markt an, aber viel vom Tage bleibt mir meist nicht, da die Schule von neun bis 16 Uhr geht und es be­reits zwei Stun­den spä­ter dun­kel ist. Das Nacht­le­ben kenne ich noch nicht. Muss auch erst mal schauen, was es au­ßer Salsa noch so gibt. Für den 2. Juni habe ich mir heut ei­nen Flug nach Lima bu­chen las­sen, am 4. Juni be­ginnt die Ar­beit bei ZINSA.

Ähn­li­che Beiträge:

One Response to “Erster Zwischenbericht”

  1. Roland Says:

    Hallo Niels, deine Bil­der sind echt toll. Hast du dich auch zu den Tou­ris­ten ge­legt? :-) Ein biss­chen so das Ge­gen­teil von dem, was ich hier so zu se­hen kriege. Auch schön, dass du dich wohl fühlst dort und dein Spa­nisch so gut Fort­schritt macht. Du müss­test mir auch fast was bei­brin­gen. Dann könnte ich mich hier in Har­lem bes­ser ver­stän­di­gen. Wün­sche dir wei­ter­hin eine tolle Zeit.

Leave a Comment