12.04.2011

El Mercado de Cartagena

Je nä­her und in­ten­si­ver man sich auf die Na­tur ein­lässt, desto mehr spürt man, wie sehr man sich durch seine ei­gene Le­bens­weise auch von ihr ent­fernt hat. Nach den lan­gen Dschun­gel­tou­ren, den un­end­lich vie­len In­sek­ten und Ge­tier sehn­ten wir uns nach ei­nem Hauch von Zi­vi­li­sa­tion. Car­ta­gena war als eins­ti­ger Skla­ve­n­um­schlag­platz zur meist be­such­tes­ten Stadt Ko­lum­bien avan­ciert. Die da­für nö­tige In­fra­struk­tur ver­mag je­den Geld­beu­tel zu schröp­fen. Das Ge­fälle zwi­schen der kul­ti­vier­ten Tou­ris­ten­fes­tung und den Slums der aus­ufern­den Ka­ri­bik­me­tro­pole ist un­schein­bar. 600.000 Men­schen le­ben hier mitt­ler­weile am Rand Lan­des. Noch vor Jah­ren be­drohte das so­ziale Un­gleich­ge­wicht die ka­me­ra­bäu­chi­gen Be­su­cher. Heute prä­sen­tiert sich die Po­li­zei ma­schi­nen­ge­wehr­stark und sor­tiert da­mit die Ge­sell­schaft.
Die Wege zu den Zen­tren der Slums sind in­des kür­zer als man denkt. Nach gut drei Ki­lo­me­tern mit dem Taxi kann man sich am Haupt­han­dels­platz der Stadt wie­der­fin­den. Die Be­deu­tung die­ses Markte rührt si­cher von der Wah­ren­menge, nicht je­doch vom Han­dels­vo­lu­men her. Zwi­schen Groß­han­dels­hal­len und der Mee­res­zunge mit den Pe­li­ka­nen er­streckt sich ein Sys­tem von Stän­den, Bu­den und mo­bi­len Ver­kaufs­stel­len. Last­wa­gen und Trä­ger ver­ste­ti­gen das An­ge­bot. In den dunk­len Gän­gen hat man nach we­ni­gen Kreu­zun­gen die Ori­en­tie­rung ver­lo­ren und kann sich zwi­schen Ge­mü­se­ber­gen, Fleischwöl­fen und Fisch­hau­fen trei­ben las­sen. Al­les ist frisch, doch emp­find­li­che Na­sen mö­gen sich nach an­de­ren Düf­ten seh­nen. Sau­ber­keit sucht man bes­ser nicht und Hy­giene ist nicht der Rede wert. Der Markt ist nichts als ty­pisch und doch mit all sei­nen Prot­ago­nis­ten viel­fach in­ter­es­san­ter als je­des Stra­ßen­cafe in der schi­cken Altstadt.











Posted by nise | Filed in Reisen | Kommentieren »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

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