Die fehlenden Szenen von »Theresienstadt. Eine Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet«

Auf der Suche nach den von Karel Margry beschriebenen Szenenbildern des Films »Eine Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet« stieß ich im Photoarchiv von Yad Vashem auf eine umfangreiches Repertoire an Einzelbildern. Ungefähr 118 davon sind in den Filmkopien des Bundesarchivs nicht enthalten. Für einzelne Szenen lässt sich sogar ein Bewegtbild mit Stop-Motion-Charakter erzeugen:

Einige der fehlenden Szenen des theresienstädter Filmdokuments in einer Animation aus Einzelbildern.

Folgende Szenen finden sich unter den Einzelbildern: Theater, Freilichtvarieté, Landwirtschaft, Terrassen, Jazzband, Läden, Verpflegung.

Nach der Aufbereitung der Bilder werden wir sie in den kürzlich von uns geschnittenen und gemäß dem Drehbuch arrangierten Film einfügen.

„Terezin explained“ steht bei Startnext in den Startlöchern

Derzeit haben wir nur noch 18, 11 4 die Mindstanzahl an Fans erreicht, damit das Crowdfunding für die Digitalisierung des Theresienstadter Filmdokuments bei startnext losgehen kann. Siehe funding page.

Der NS-Propagandafilm „Theresienstadt: Eine Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“(1944) ist das einzige erhaltene filmische Dokument aus einem Konzentrationslager. Wir wollen diesen Film für den Einsatz als Lernmedium kommentieren und historisch einordnen. Durch eine Anreicherung mit geographischen und biografischen Informationen möchten wir eine tiefgründigere Auseinandersetzung mit dem Film ermöglichen und dabei die propagandistischen Wesensmerkmale kennzeichnen.

Jüdische Gräber in Tormersdorf a.d. Neiße

Wer in Rothenburg bei Görlitz die Neiße übertritt, findet sich zwischen den Grundmauern des seit 1945 verlassenen Tormersdorf wieder. Prędocice, so der polnische Ortsname, ist ein menschenleeres und naturreiches Fleckchen Land, dessen jüngstes Bauwerk an die Kampfhandlungen gegen Ende des zweiten Weltkriegs und damit an die Zerstörung des Dorfes erinnert. Die alleinige Anbindung ans Straßen- und Stromnetz des (deutschen) Rothenburgs verhinderte den Wiederaufbau dieser Siedlung am westlichen Rand eines großen Waldgebietes. Doch dort, wo sich nun Wolf und Hase gute Nacht sagen, verbirgt sich ein Stück Erinnerungskultur der Zeit des Nationalsozialismus.

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Testimonium: Anna Hyndráková

Im Folgenden lesen sie in einer Übersetzung aus dem Englischen die Erlebnisschilderungen der Tschechin Anna Hyndráková, welche zunächst im tschechischen Samizdat und später einem Sammelband mit dem Titel “World without human dimensions” im Jahre 1991 vom staatlichen Jüdischen  Museum in Prag herausgegeben wurde.

Anna Hyndráková wurde 1943 von Prag nach Theresienstadt und später nach Auschwitz, so wie in die Groß-Rosener KZ-Außenlager Christianstadt, Niesky, Görlitz und Rennersdorf deportiert.

Übersetzung: Niels Seidel

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