Pirate Cinema: Großes Kino durch Torrent Mashups

Nicht PiraCine, sondern THE PIRATE CINEMA nennt sich die Performance von Nicolas Maigret, die Fragmente von Peer2Peer-Downloads zu einem Film vereint. Dabei gibt es zwei Spielarten: Einmal werden die am beliebtesten Torrents gestartet und je heruntergeladenen Fragment wiedergegeben. In der anderen Variante wählt man einige Torrents aus, die dann ebenfalls je vollständigen Fragment abgespielt werden.

Gesehen beim CCC Congress 2013, siehe Ankündigung.

Die Momentaufnahme des Films

Im PiraCine schaute ich mir heute zum zweiten mal den Open Source Dokumentarfilm „RiP! Remix Manifesto“ an. Erfahrungsgemäß meint man, einen Film nach dem ersten mal Anschauen zu kennen und sich u.U. bei der Wiederholung zu langweilen. Das kann einem bei den besten Filmen passieren. Bei „RiP!“ jedoch, guckt man jedes mal genau die Version des Films, die man sich herunter geladen hat. Kleinste Unterschiede in der Versionierung resultieren in einem völlig anderen Film, in dem die Reihenfolge der Szenen vertauscht, Szenen ergänzt oder verschwunden sind. Wenn der Film also in irgend einem Kino läuft, erwischt immer nur eine Momentaufnahme.

Open Source Filme ähneln in dieser Hinsicht Softwareprodukten, die sich im Zuge neuer Releases weiter entwickeln und sich Varianten (Branches) aufspalten. Diese Varianten können insbesondere der Ausgangspunkt für ganz neue Filme sein.
Bei ‚RiP!‘ ist es ähnlich. Die zweite (Major-)Release besteht aus unterschiedlichsten Variationen, zu denen Jedermann etwas beitragen kann. Nun darf man gespannt sein, in wie weit sich der thematische Schwerpunkt des (streng genommen nicht vorhandenen) Originals verschieben wird.
In jedem Fall werden wir uns dann angewöhnen müssen, neben dem Filmtitel und etwaigen Produzenten auch die Versionsnummer zu merken.

PiraCine erklärt sich selbst

Am Donnerstag, dem 28. April, zeigen wir im Audimax der Hochschule Zittau/Görlitz die zeitgeistliche Dokumentation RiP! Remix Manifesto. In der vierten Aufführung unseres Hochschulkinos PiraCine kommen wir auf den Punkt. Der Film ist ein lebendiges Beispiel für gelebte Open Source Produktion und gemeinfreiem Kulturschaffen im Sinne von Creative Commons. Dieser Film erklärt die Idee hinter PiraCine, in dem ausschließlich gemeinfreie Filme gezeigt werden.

RiP! A Remix Manifesto ist die erste Open-Source-Dokumentation weltweit. Der Film ist ein Plädoyer für die Remix-Kultur aus der heraus er selbst enstanden ist: Hunderte Freiwillige lieferten eigene Beiträge oder überarbeiteten vorhandenes Filmmaterial. Der Regisseur Brett Gaylor stellt dabei die Mashup- und Remix-Kunst dem geltenden Urheberrecht gegenüber. Allen Auszeichnungen auf Filmfestivals zum trotz, entwickelt sich RiP! in immer neuen Remixen und Varianten weiter.