Lehrportfolio

Dipl.-Inf. Niels Seidel
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Lehrgebiet Kooperartive Systeme, FernUniversität in Hagen (siehe Profil)
(vormals am IHI Zittau TU Dresden)
E-Mail: niels.seidel [at] fernuni-hagen.de

Lehrphilosophie

Kompetenzorientierte Lehre

Hinsichtlich der kompetenzorientieren Lehre übernehme ich die Sichtweise von Schott & Azizi Ghanbari (2012. Bildungsstandards, Kompetenzdiagnostik und kompetenzorientierter Unterricht zur Qualitätssicherung des Bildungswesens. Eine problemorientierte Einführung in die theoretischen Grundlagen. Münster: Waxmann Verlag). Demnach wird Kompetenz als nachhaltige Fähigkeit definiert, welche eine Gruppe von Aufgaben beschreibt, die jemand ausführen kann, sofern er diese Kompetenz besitzt. Die qualitative Dimension einer Fähigkeit bezeichnet man als Kompetenzgrad. Bezogen auf die Lehre erfüllen Kompetenzen eine normative Funktionen, indem sie sich dazu eignen Lehrziele in Form von Aufgaben zu definieren, welche der Lernende nach Beendigung der Lerneinheit in einer bestimmten Qualität bewältigen kann. An ein Lehrziel ist die Anforderung der Überprüfbarkeit geknüpft. Ein gesetztes Lehrziel bzw. eine definierte Aufgabe erfüllt nur dann ihren normativen Zweck, wenn die Erfüllung für den Lehrenden nachvollziehbar oder messbar ist. Aus dem selben Grund können auch nur solche Kompetenzen geprüft werden, die gegenüber dem Lehrziel valide sind. Die Validität von Lehrzielen und Überprüfungsaufgaben ist sowohl in der Präsenzlehre, als auch in der virtuellen Lehre eine grundlegendes Prinzip und somit auch maßgeblich für die Bewertung der Effizienz von Blended Learning Angeboten.

Einheit von Forschung und Lehre

Forschung und Lehre sind zwei Seiten einer Medaille. Die Verknüpfung dieser beiden Seiten zielt auf ein forschendes Lehren und ein lehrendes Forschen. Unter forschender Lehre verstehe ich einerseits die Erprobung neuer Lehrformen und andererseits die stete Evaluation und Verbesserung der eigenen Lehrpraxis. Im Rahmen meiner Forschung bilden konzipierte Lehr-Lern-Szenarien nicht selten den Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Lehrendes Forschen im Sinne der Förderung wissenschaftlichem Nachwuchses ist unabhängig vom Studiensemester der Lernenden. Es beginnt mit der kritischen Diskussion von aktuellen Forschungsergebnisse und geht über die Vermittlung effizienter Methoden der Informationsverarbeitung (z.B. Literaturmanagement, Datenvisualisierung, Suchen im WWW) bis hin zur Einbeziehung Studierender in laufende Forschungsprojekte. Zusammengenommen fördern beide Ansätze einen Austausch mit der Scientific Community und leisten damit einen potentiellen Beitrag zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Openess

Unter Openess verstehe ich das Ideal eines freien Zugangs zu Wissen und wissensbasierten Werkzeugen. In der Umsetzung bedeutet dies zunächst wissenschaftliche Publikationen (Open Access), aber auch jegliche Art von Lernressourcen (Open Educational Ressources) sowie entwickelte Software unter freier Lizenz im WWW anzubieten. Aus didaktischer Sicht bezieht sich Openess nicht etwa auf das Fehlen von Instruktionen, sondern auf eine offene Form von Kommunikation und Wissenskonstruktion. Traditionelle Rollenmodelle von Wissensproduzenten und -konsumenten treten zugunsten kollaborativer Lehr-Lern-Prozesse in den Hintergrund, ohne dabei die Lehrziele zu vernachlässigen.

 

Lehrpraxis

Gestaltung kooperativer Systeme (FernUniveristät in Hagen)

3 SWS

WS 2017/18

Fachpraktikum CSCW – Kooperative Anwendungen (FernUniveristät in Hagen)

4 SWS

WS 2017/18

Seminar zur Qualifizierung von E-Tutoren (TU Dresden)

In enger Zusammenarbeit mit Corinna Hetmank (TUD), welche die Lerninhalte entwickelt und als Video produziert hatte, und Enrico Teich, der etliche organisatorische und inhaltliche Aufgaben erfüllt hat.

Angeboten und durchgeführt wurde die Veranstaltung mit Studierenden der Masterstudiengänge Wirtschaftsinformatik, Projektmanagement, Wirtschaftswissenschaften, jeweils im

  • WS 2014/15,
  • WS 2015/16,
  • WS 2016/17

Die Veranstaltung war im Wintersemester 2016/17 als Flipped Classroom konzipiert. In der Onlinelernphase befassten sich die Studierenden in Gruppen von drei bis fünf Personen mit den bereitgestellten Lernvideos. Sie bekamen die Aufgabe, die Videos zu mit Kapitelmarken und zeitgenauen Schlagworten zu versehen und geeignete Überprüfungsfragen für ihre Kommilitonen darin zu verankern. Auch eine Kommentarfunktion stellte die Videolernumgebung zur Verfügung. Zusätzlich sollten die Lernenden Übungsaufgaben in der Gruppe bearbeiten. In der Präsenzphase stellten die Gruppen ihrer Aufgabenlösungen vor und bearbeiteten weitere Aufgaben, deren Lösungen im Plenum diskutiert wurden. Im zweiten Teil der Lehrveranstaltung beschäftigte sich jede Gruppe eingehend mit zwei,  in renommierten Journals erschienenen bzw. auf einschlägigen Konferenzen vorgestellten Forschungsarbeiten. Die Themen waren an die zuvor behandelten Themen angelehnt, erforderten jedoch eine vertiefte Auseinandersetzung und kritische Auseinandersetzung. Anstatt in einer klassischen Seminararbeit, stellten die Lernenden ihre Ergebnisse auf einem Poster dar. Auf der zum Abschluss des Seminars veranstalteten Minikonferenz präsentierten sie ihre Poster und führten eine Kritische Diskussion mit den Studierenden, Lehrenden und anwesenden Gästen.

Zwischen Vorlesungsaufzeichnung und MOOC. Lenrvideos didaktisch sinnvoll einsetzen. (HDS Sachsen)

In enger Zusammenarbeit mit Caroline Mehner (Universität Leipzig)

Zeitraum, Umfang: SS 2015, 8 Arbeitseinheiten

Zielgruppe: Lehrende der sächsischen Hochschulen

Einordnung: Der Kurs war Teil des HDS-Zertifikatsprogramms im Modul 2.

 

[Workshop] Lehren mit Neue Medien (TU Dresden)

In enger Zusammenarbeit mit Stephanie Seifert (TU Dresden)

Zeitraum, Umfang: WS 2013/14, 24 Arbeitseinheiten in drei Blöcken

Zielgruppe: Kursleiter von Volkshochschulen

[Kurzworkshop] Neue Lehre für Neue Medien

In enger Zusammenarbeit mit Mirjam Bröhl (TU Bergakademie Freiberg)

Zeitraum/Umfang: WS 2014/15, 8 Arbeitseinheiten
Zielgruppe: Lehrende der sächsischen Hochschulen
Einordnung: Der Kurs ist Teil des HDS-Zertifikatsprogramms im Modul 2.

[Workshop] Neue Lehre für Neue Medien

In enger Zusammenarbeit mit Anja Weller (TU Chemnitz) und Caroline Mehner (Universität Leipzig)

Zeitraum, Umfang: WS 2013/14, 16 Arbeitseinheiten in zwei Blöcken
Zielgruppe: Lehrende der sächsischen Hochschulen
Einordnung: Der Kurs ist Teil des HDS-Zertifikatsprogramms im Modul 2.

Das Ziel des Workshops bestand darin Hochschullehrern Bei­spiele für er­folg­rei­che me­di­en­gestütz­te Lehr-​​Lern-​​Szenarien vor­zu­stel­len, die sie di­rekt für ihre Lehre ad­ap­tie­ren kön­nen. Die Neuen Me­dien sol­len da­bei kei­nen Selbst­zweck er­fül­len, son­dern als Mit­tel zum Zweck ei­ner gu­ten Lehre die­nen. Aus die­sem Grund war es uns wich­tig auf ak­tu­elle Her­aus­for­de­run­gen der Leh­ren­den ein­zu­ge­hen und stets den Mehr­wert und Mehr­auf­wand im Blick zu be­hal­ten.
Die rea­len Sze­na­rien ha­ben wir in kom­pak­ter Form je­weils auf zwei Sei­ten zu­sam­men­ge­fasst und da­bei die di­dak­ti­schen, or­ga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Be­son­der­hei­ten herausgestellt.

  • Lern­ta­ge­buch via Ma­hara, OPAL oder moodle
  • kol­la­bo­ra­ti­ves Schrei­ben via Google Docs, Zoho oder ether­pad
  • Pod­cast Wiki Phy­sik als ein Bei­spiel für Wi­kis und Lernvideos
  • SOOC als Bei­spiel für ei­nen cMOOC mit­tels Blogs
  • Twit­ter­wall als güns­tige Va­ri­ante ei­nes class­room re­sponse systems
  • Lern­ma­nage­ment­sys­tem

Wäh­rend des ers­ten Workshop-​​Tages hat­ten die Teil­neh­mer zwei Ar­beits­auf­träge zu be­wäl­ti­gen. Im ers­ten mach­ten sie sich mit ei­nem der sechs Sze­na­rien ver­traut und be­rei­te­ten es zu ei­nem Pos­ter auf, was sie den übri­gen Teil­neh­mern im An­schluss prä­sen­tier­ten. Der zweite Ar­beits­auf­trag be­stand darin, ei­nes der vor­ge­stell­ten Sze­na­rien aus­zu­wäh­len und es auf eine ei­gene Lehr­ver­an­stal­tung zu über­tra­gen oder in eine sol­che zu in­te­grie­ren. Zu die­sen vor­ge­stell­ten Ideen gab es ab­schlie­ßend ein Feed­back der Gruppe und von uns natürlich.

[Seminar] Lehren und Lernen mit Neuen Medien (IHI Zittau)

Zeitraum, Umfang: WS 2011/12, 3-Tägige Blockveranstaltung
Zielgruppe: Promovierende
Inhalt:
Der Kurs “Lernen mit Neuen Medien” bietet eine Einführung in verschiedene Lerntechnologien und korrespondierenden Lerntheorien. Ein besonderes Augenmerk gilt kollaborativen Lernformen, welche durch Social Software zum Tragen kommen. Im zweiten Teil des Kurses geht es um konzeptionelle und mediendidaktische Grundlagen für die Gestaltung von E-Learning-Kursen, dort speziell um multimediale Lerneinheiten, sowie die Nutzung von Open Educational Resources. Abschließend erhalten die Teilnehmer im VideoLab Gelegenheit, eine Lehrveranstaltung als Hypervideo zu produzieren bzw. ihr theoretisches Wissen unter dem Dach der Wikipedia zu teilen.

Das Konzept und die Inhalte des Workshops wurden inzwischen als OER veröffentlicht: http://nise81.com/blog/md-workshop/

[Online-Seminar] Wikipedia Academy

Studiengang: Doktorandenstudium, IHI Zittau, in Kooperation mit der Wikimedia e.V./Berlin

Zeitraum: Die Bearbeitungszeit betrug zwei Monate im SS 2012.

Zielgruppe: Promovierende

Die auf der Wi­ki­ma­nia 2011 vor­ge­stellte In­itia­tive der Wi­ki­pe­dia Foundation zielt dar­auf, Stu­die­rende Wikipedia-Artikel ver­fas­sen zu las­sen. Eine erste Ge­le­gen­heit zur Er­pro­bung des Lehr­kon­zepts bot sich im Anschluss an die Lehr­ver­an­stal­tung “Leh­ren und Ler­nen mit Neuen Me­dien”. Teil­neh­mende wa­ren Dok­to­ran­den aus den Be­rei­chen Wirt­schafts­wis­sen­schaften, In­for­ma­tik und Ma­schi­nen­bau des In­ter­na­tio­na­len Hoch­schul­in­sti­tuts Zittau. Die vorausgehende Ver­an­stal­tung lief über drei Tage und wurde durch ein Me­di­en­prak­ti­kum (VideoLab) kom­plet­tiert.
Die Auf­gabe im Anschluss be­stand darin ei­nen un­ge­nü­gen­den oder noch nicht vor­han­de­nen Ar­ti­kel in der Wi­ki­pe­dia zu iden­ti­fi­zie­ren und die­sen dann zu ver­bes­sern bzw. neu zu verfassen. The­ma­tisch war das The­men­spek­trum auf Ler­nen mit Neuen Me­dien eingegrenzt. Die Qualität der Artikel sollte wissenschaftlichen Standards genügen und gleichzeitig allgemein verständlich formuliert sein. Im Gegensatz zu Hausarbeiten sind Beiträge zur Wikipedia öffentlich sichtbar. Die Lernenden waren deshalb motiviert besonders genau zu arbeiten. Der resultierende gesellschaftliche Beitrag ist im Vergleich zu typischen Hausarbeiten überdies sinnstiftend, nachhaltig und insbesondere nutzbringend für Dritte.

Weitere Details zur Veranstaltung

[Medienpraktikum] VideoLab

Studiengang: Doktorandenstudium, IHI Zittau
Zeitraum: Die Bearbeitungszeit betrug zwei Monate im SS 2012.
Zielgruppe: Doktoranden
Inhalte:
VideoLab bezeichnet ein Lehr-Lern-Format sowie eine Aufgabenumgebung, in der Lernende virtuellen Raum zur Verfügung gestellt bekommen, in dem sie interaktive Videos platzieren und miteinander diskutieren können. Als Lernumgebung dient ein erweiterter Blog für den Mehrbenutzerbetrieb. Jeder Teilnehmer erhält seinen eigenen Blog (vergleichbar mit einem ePortfolio) zur Entwicklung von hypermedialen Lernfilmen und weiteren planerischen Artefakten.

Die Aufgabe bestand darin, eine multimediale Blended- oder Distance-Learning-Einheit zu einem Thema des eigenen Fachbereichs bzw. Forschungsgebiets zu konzipieren. Dies sollte anhand eines tabellarischen Grobkonzeptes gemäß der in der Lektion “Gestaltung von Lernmedien” erläuterten Vorgehensweise und unter Bezugnahme verschiedener Multimediatheorien (z.B. »12 Principles of Kognitive Theory of Multimedia Learning« nach R. E. Mayer) sowie der Theorie der »Aufgabenanalyse & Lehrzielpräzisierung« nach Schott/Azizi Ghanbari erfolgen. Pflichtbestandteil dieses Grobkonzeptes war ein Video von min. 30 Minuten Länge, welches multimedial mit anderen Medien (z.B.: Folien, Bilder, Twitter) synchronisiert bzw. verlinkt werden konnte. Ergebnis waren 12 Hypervideos, die für sich eine neue Form von Lernmedium darstellen. Die Teilnehmer erwarben dabei insbesondere technische Kompetenzen in der Produktion von Videos für das WWW sowie in der medienadäquaten Anreicherung mit dienlichen bildlichen oder interaktiven Informationen.

[Seminar] Forschungsorientierte Vertiefung (TU Dresden)

Als Assistenz von Prof. (em.) Dr. Franz Schott, der die Veranstaltung leitete.
Studiengang: Diplom Psychologie, Fachbereich Pädagogische Psychologie, TU Dresden
Zeitraum: SS 2010 + WS 2010/11; SS 2011 + WS 2011/12
Zielgruppe: Studierende der Psyhcolie sowie der Lehramtsstudiengänge

„Wie kann eine Lehrkraft bzw. ein Lernprogramm gewährleisten, dass die Lernenden ein gute Chance haben, während des Unterrichts das zu lernen, was sie danach können sollen?“ Zur Beantwortung dieser Frage gibt es theoretische Konzepte und Maßnahmen, welche in diesem Seminar in Form einer Pilotfassung eines Instruktionstextes durch die Teilnehmenden evaluiert wurden. Ausgehen von Gegenstand und Ergebnis der Evaluation konzipierten die Studierenden unter Anleitung von Prof. Schott ein Trainingsprogramm in Hochschuldidaktik, welches ich als Web-Anwendung realisierte. Adressaten des Programms sind Dozierende an Hochschulen und solche, die es werden wollen. Das entstandene elektronische Lernprogramm wurde abermals hinsichtlich des Kompetenzerwerbs und Usability mit Hilfe von relevanten Probanden untersucht. Die Teilnehmer übten verschiedene Rollen beim Entwurf, der Validierung und redaktionellen Arbeit am Text (im Wiki) und auch beim Testen und Verbessern der Software aus. Sowohl die Vorgehensweise, als auch die Chancen zur Verwirklichung eigener Ideen und das Auftreten von Problemen oder Engpässen unterschieden sich nur unwesentlich von realen Gegebenheiten in (Lern-)Software-Entwicklungs-Projekten. Ergebnis der FoV-Seminare ist eine der ersten Output-orientierten, computergestützten Lernumgebungen mit dem Titel “OWL – Online Wissen für die Lehre”.

Abschlussarbeiten

An der TU Dresden habe ich folgende Masterarbeiten betreut:

  • Video Assessment – Konzeption und Evaluation eines Aufgabentypus für die Beurteilung komplexer  Kompetenzen – Analysieren, Interpretieren und Beurteilen
  • Re-Use-Prozess von Patterns aus der Fachliteratur
  • Projektmanagement Patterns

Eine Übersicht der am Lehrgebiet Kooperative Systeme an der FernUniversität in Hagen angebotenen und abgeschlossenen Abschlussarbeiten finden sich auf meiner dortigen Profilseite.

Sonstiges

Koordination des Facharbeitskreises »Videos in der Lehre«

Im Julie 2014 rief ich den Facharbeitskreis »Videos in der Lehre« ins Leben. Zwei bis drei mal jährlich kamen  Lehrende sächsicher Hochschulen zu informellen Treffen zusammen, um sich über technische, organisatorische und natürlich didaktische Aspekte ihrer videobasierten Lehre auszutauschen. Im Facharbeitskreis wurden verschiedene Themen des Videoeinsatzes in der Lehre diskutiert, eigene Lehrkonzepte vorgestellt, Videoproduktionen und Lernumgebungen präsentiert sowie aktuelle Forschungsarbeiten anderer beleuchtet. Siehe http://elearning.ihi-zittau.de/fak/videos-in-der-lehre/

Curriculumentwicklung und Qualitätssicherung

Als Netzwerkkoordinator des deutschlandweiten kooperativen Promotionsnetzwerks Dok.Net des IHI Zittau war ich zw. 10/2009 und 09/2012 in die Entwicklung eines Curriculums für das Doktorandenstudium involviert. Neben Festlegungen einer inhaltlichen Struktur in Bezug auf organisatorische und strategische Kriterien, war ich ebenso an der Ausgestaltung und dem Zusammenspiel einzelner Module beteiligt. Während des sukzessiven Aufbaus des Curriculums entwickelten wir ein System der Qualitätssicherung durch eine kontinuierliche Evaluation und Verbesserung von Studium und Lehre. Dieses basiert auf quantitativen Erhebungen und speziellen Diskussionsrunden, sowohl virtuell als auch in Präsenz.

Graduiertenkommission

Zwischen April und Dezember 2012 engagierte ich mich als studentischer Vertreter in der Graduiertenkommission des IHI Zittau. Die Aufgaben der Graduiertenkommission reichten von der Entscheidung zur Aufnahme neuer Kandidaten in das Doktorandenstudium bis zur Eröffnung von Promotionsverfahren. Neben der obligatorischen Teilnahme an den Kommissionssitzungen fungierte ich dabei als Mittler zwischen Promovierenden und den dort u.a. vertretenden Hochschullehrern. Diese Tätigkeit endete mit der Eingliederung des IHI Zittau in die TU Dresden.

Multimediale Konzeption und Entwicklung von Blended Learning Projekten:

SCM-LAB: ermöglicht eine scriptbasierte und offene Kollaboration in einer Videolernumgebung. Wesentliches Merkmal dieser Lernumgebung ist die Durchführung von Peer Assessment und Peer Annotations. Das scriptbasierte Lehr-Lern-Szenario wurde bislang in drei Feldstudien mit Studierenden des Fachs Supply Chain Management (SCM) erprobt und einmal einem offenen kollaborativen Szenario gegenübergestellt.

Online Wissen für die Lehre (OWL): bezeichnet ein E-Learning Rahmenwerk für die hochschuldidaktische Aus- und
Weiterbildung von Hochschullehrern. Die seit 2010 laufende Entwicklung dieser Software sowie das grundlegende Lernmodul zum „Kompetenzorientierten Lehren und Prüfen“ gründet auf einer Kooperation zwischen dem IHI Zittau, vertreten durch PD Dr. S. Azizi Ghanbari, und Prof. (em.) Dr. F. Schott vom Institut für pädagogische Psychologie an der Technischen Universität Dresden. Zusammen mit Studierenden der Psychologie wurde OWL im Rahmen dreier Seminare iterativ konzipiert, implementiert und evaluiert. Meine Rolle bestand dabei in der Moderation und Durchführung der Entwicklungsarbeiten. Nach ersten erfolgreichen Anwendungstests mit Doktoranden des IHI Zittau sowie mit Dozenten verschiedener deutscher Hochschulen, entstand durch Matthias Längrich zwischen dem WS 2012/13 und dem SS 2013 eine dritte Version.

Link: elearning.ihi-zittau.de/beta/owl (Zugangsdaten können per Mail erfragt werden)

Module des Doktorandenstudiums am IHI Zittau: 2009-2012

Die Module entstanden zwischen 2009 und 2012 in enger Zusammenarbeit mit Kollegen am IHI Zittau: PD Dr. Azizi Ghanbari, Dr. Jana Brauweiler, Prof. Dr. Thomas Baaken und Stefanie Seifert. Neben der medialen bzw. softwareseitigen Konzeption bestand ein wesentlicher Teil der Aufgabe in der mediendidaktischen Begleitung der Blended-Learning-Veranstaltungen sowie der Beratung von Dozierenden und Lernenden.

  • Hochschuldidaktik I, II & III,
  • Lehren und Lernen mit Neuen Medien,
  • Einführung in die empirische Sozialforschung,
  • Projektmanagement I & II,
  • Administrative Forschungskompetenz (Einwerbung von Drittmitteln).

Benutzergeneriertes Assessment in OPAL: 2011
In Kooperation mit: Prof. Dr. J. Kawalek (HS Zittau/Görlitz), Wenke Müller (HS Zittau/Görlitz), Enrico Teich (IHI Zittau)

Im Kontext des E-Learnings verstehen wir unter benutzergeneriertem Assessment eine Form von formativen Lernerfolgskontrollen, deren Überprüfungsaufgaben durch die Lernenden selbst erstellt und auf sie angewendet werden. Damit beschreiben wir einen kombinierten Ansatz, in dem Peers die erstellten Aufgaben nicht nur bearbeiten, sondern auch bewerten (Peer Assessment). Die aktive Aufgabenerstellung, -bewertung und -bearbeitung wird durch Aktivitätspunkte honoriert, während aus den qualitativen Bewertungen der Aufgaben und dem errechneten Schwierigkeitsgrad Qualitätspunkte zustande kommen. Der Grad der Aktivität und Qualität im benutzergenerierten Assessment resultiert in einer sozialen Bezugsnorm für eine Rangreihe in Form einer Highscoreliste. BegA ähnelt daher den Belohnungsmechnismen in Serious Games. Eines der Hauptziele des benutzergenerierten Assessments besteht in der direkten Förderung des Lernprozesses durch eine vertiefende Beschäftigung mit dem Lerngegenstand, welche durch die selbstständige Generierung von Fragen und Antworten entsteht. Insbesondere die eigene Erstellung von Aufgaben erfordert von den Studierenden eine kreative Eigenleistung, welche neben dem Durchdringen des Lernstoffes auch Kompetenzen zur Formulierung und Gestaltung von Aufgaben erfordert. Die aus der Bewertung von Aufgaben entstehenden Feedbackprozesse verlangen zudem ein gewisses Maß an Team-, Kommunikations-, Empathie- und Selbstkritikfähigkeit von den Studierenden. Ein weiterer Nutzen besteht darin, dass aus den Ergebnisses des Peer- und benutzergenerieten Assessments sowohl die Studierenden selbst als auch die Lehrenden eine Rückmeldung über die aktuellen Fortschritte im Lernprozess erhalten, sozusagen als eine formative Art der Leistungsüberprüfung während des Semesters. Der mit der Aufgabengenerierung- und bewertung einhergehende Perspektivenwechsel von Dozent und Student soll die Akzeptanz und Transparenz von akademischen Bewertungsprozessen verbessern und nach Möglichkeit transparenter gestalten, falls die lernergenerierten Aufgaben zur Klausur am Semesterende herangezogen werden.
Der für dieses Projekt maßgebliche Ansatz besteht in der Identifizierung von didaktischen und technischen Szenarien des benutzergenerierten Assessments. Didaktische Szenarien müssen dem übergeordneten Ziel des effizienteren Lernens gerecht werden. Der hier verfolgte Ansatz gründet auf der Annahme, eine intensivere Auseinandersetzung mit den Lerninhalten führe dazu. Möchte man dies mit Mitteln des E-Learnings erreichen, müssen Benutzerdialoge in einem hohen Grad bedienbar sein (Usability) und nach Möglichkeit eine gewisse User Experience vermitteln.

Multimediale Konzeption und Entwicklung von Distance Learning Projekten:

E-Learning Modul on Integrated Water Resources Management”: 2011

Im Auftrag des International Hydrology Panel der UNESCO bzw. der Bundesanstalt für Gewässerkunde und in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum für Umweltforschung Leipzig und der Technischen Universität Dresden entstand dieses hypervideo-basierte Selbstlernmodul. Die Lernumgebung ist unter einer freien Lizenz (Creative Commons) verfügbar: www.iwrm-education.org

One possibility to support the worldwide implementation of IWRM is to improve respective research and education.
This is why IWAS (International Water Research Alliance Saxony), together with the German IHP/HWRP (International Hydrological Programme of UNESCO and Hydrology and Water Resources Programme of WMO), has developed an E-learning module on IWRM that is supposed to complement classical learning options.
Since IWRM is complex and as interdisciplinarity is often missing in water management, the module interlinks lectures, i.e. thematic and geographical linkages (e.g. climate change) between the lectures appear, allowing the user to switch from one lecture to another one.

 

»Theresienstadt« – Propagandistisches Idyll eines Dokumentarfilms: ein kom­men­tierter, in­ter­ak­tiv auf­be­rei­teter Lern­film. Bearbeitung in Kooperation mit der Hillerschen Villa Zittau. Die neuerlich aufgetauchten Fragmente des NS-Propagandafilms über das Leben im Konzentrationslager Theresienstadt ist für die Geschichtsdidaktik in vielfacher Hinsicht ein wertvolles Zeitdokument. Erstens lassen sich anhand der Szenen die Orte im Lager identifizieren. Zweitens sind in dem Film eine ganze Reihe berühmter jüdischer Wissenschaftler, Künstler und andere Persönlichkeiten zu sehen. Drittens kann man anhand des Dokuments die zahlreichen Propagandalügen, Übertreibungen und Täuschungen des für das Ausland bestimmten Films aufdecken. Bisherige historische Abhandlungen waren, isoliert vom eigentlichen Gegenstand des Filmes, als Text verfasst und damit weder in technisch-gestalterischer, noch in mediendidaktischer Hinsicht effektiv. Ziel des Projektes ist neben der medienadäquaten Aufbereitung die Konzeption geeigneter Kooperationscripts, um gemeinschaftliche Lernsituationen herzustellen. Siehe http://theresienstadt-film.net/.

 

Qualifikationen

Im Folgenden ist eine Auswahl meiner hochschul- und mediendidaktischen sowie fachübergreifenden Qualifikationen kurz porträtiert.

Hochschuldidaktik 1: „Kompetenzorientiert Lehren und Prüfen“

PD Dr. S. Azizi Ghanbari (IHI Zittau)

Zeit: 18.-21.01.2010

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der zentralen Frage: „Wie kann der Hochschuldozent gewährleisten, dass seine Studierenden während seiner Lehrveranstaltungen das lernen, was sie hinterher in der Prüfung können sollen?“ Im Sinne dieser Frage sollte die Lehre und die Lernerfolgskontrolle zu den Lehrzielen passen. Ein wesentlicher Teil dieses Programms beschäftigt sich damit, diese Passung zu gewährleisten und besteht deshalb aus folgenden Modulen:

  • Zielpräzisierung: Im ersten Modul soll es um die vorrausschauende Vorbereitung der Lehrveranstaltung gehen, sodass Sie das lehren, was am Ende dem entspricht, was überprüft werden soll.
  • Gestaltung der Lehre: Das Modul behandelt die konkrete Gestaltung eines kompetenz- und output–orientierten Lehre, bei dem im Vordergrund steht, was die Lernenden am Ende der Lehrveranstaltung können sollen.
  • Lernerfolgskontrolle: Ziel dieses Moduls ist es, zu zeigen, wie Sie während oder nach der Lehrveranstaltung überprüfen können, ob und wie viel die Lernenden gelernt haben.
  • Qualitätssicherung: Aufgabe in diesem Modul wird es sein, dass Sie Möglichkeiten erfahren und erlernen, Ihre eigenen Lehrtätigkeiten zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

Hochschuldidaktik 2: „Persönlichkeit, Verhaltens und Präsentationsübungen“

Dozent: PD Dr. S. Azizi Ghanbari (IHI Zittau)

Zeit: 3.-6.05.2010

Unter Persönlichkeit versteht man alle Merkmale, Fähigkeiten und Motive eines Menschen, auch seine Stimmungen, Einstellungen, Meinungen, Überzeugungen, emotionalen Verhaltensweisen, kognitiven Stile, seinen Charakter und seine Moralvorstellungen.
Eine Eigenschaft wird als ein überdauernder Verhaltensaspekt einer Person betrachtet, von dem im Allgemeinen angenommen wird, dass er über verschiedene Situationen hinweg konstant bleibt. Mit entsprechenden Tests (die meist nicht sehr zuverlässig sind), wird den Personen ein Wert auf einer Eigenschaftsskala zugewiesen bzw. ein Persönlichkeitsprofil erstellt.
Im Seminar soll es darum gehen, ein zusammenhängendes Vortragskonzept vorzustellen, in dem es sowohl das logische Denken, als auch das Problemlösen im Kontext der Kommunikation. Aber auch nicht-intellektuelle Komponenten sollen ausfindig gemacht werde z.B:

  • Fähigkeit, Stress und Ablenkungen zu widerstehen;
  • Selbstvertrauen und emotionale Stabilität;
  • spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Innerhalb einer solchen Gesamtkonzeption (welche hier einer Methodik und Didaktik der Persönlichkeitsfaktoren und Motivation gleichkommt) sollte mehrere Aspekte z.B. Didaktik und Methoden der Kommunikation, Umgang mit extrinsischer und intrinsischer Motivation angesprochen werden.

Hochschuldidaktik 3: „Kommunikation & Didaktik“

Dozent: PD Dr. S. Azizi Ghanbari (IHI Zittau)

Zeit: 7./8.12.2010

Wir wollen die Kommunikationsfähigkeit nicht nur als Lerninhalt, sondern auch als Herausforderung sehen, erprobte Werkzeuge im Bereich der Unterrichtskommunikation zu erlernen, damit Sie zur Entwicklung von Handlungs-, Gestaltungs- und Teamfähigkeit ihrer Studenten/Innen beitragen können.

Im Seminar soll es darum gehen, ein zusammenhängendes Kommunikationskonzept vorzustellen. Im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikationspädagogik. Innerhalb einer solchen Gesamtkonzeption sollten Aspekte wie Didaktik und Methoden der Kommunikation sowie der Umgang mit extrinsischer und intrinsischer Motivation angesprochen werden. Ausgehend von Kommunikationsmodellen wird die Dialog- und Diskussionsfähigkeiten systematisch geschult, in dem das erworbene Wissen in Einzel- und Gruppenarbeiten eingeübt und diskutiert wird. Das Seminar wird durch Fallbeispiele aus der Praxis ergänzt.

Vertiefung Hochschuldidaktik: „Didactics of Collaborative Learning“

Dozent: Prof. Dr. T. Köhler (Technische Universität Dresden)

Zeit: 13.06.2012

The first e-module resulting from the project Education & Technology comprises the aspects of e-learning, especially the didactic of collaborative learning. By virtualisation of the learning resources, as for instance in academically trainings and also vocational education, two various kinds of learning emphasises. In ICT environments there are on one hand the opportunities to work and learn cooperative and on the other hand there are excellent organisation skills for self organised learning scenarios required.

 

 

Ausblick

Als Schwerpunkte meiner künftigen Lehrtätigkeit sehe ich einerseits die Verstetigung meiner bisherigen Bemühungen um die Vermittlung mediendidaktischer Kompetenzen an Lehrende und zum anderen die weitere Elaboration videobasierter Lernumgebungen.

Ein bewährte Form der Vermittlung von Expertenwissen bilden »best pratice solutions«, deren strukturierte Beschreibung als Design Patterns dokumentiert werden. Im Kontext videographischer Lernmedien strebe ich im Rahmen meiner Promotion eine Kollektion von Design Patterns videobasierter Lernumgebungen an. Beiprodukt dieser Dokumentation sind spezifische Werkzeuge zur Gestaltung ebensolcher Lernarrangements. Eine spezifischer Erweiterung erfahren diese Lehr-Lern-Szenarios durch die Anwendung der Script Theorie auf das Lernmedium Video. Damit einher geht der konsequente Ausbau von Lehrformaten wie dem VideoLab, VideoWiki oder SCM-LAB zur Integration kontinuierlicher Medien in textbasierte Wissenswerkzeuge des Social Web.

 

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